MotoGP

Pol Espargaro: Test-Ausfall war hilfreich für KTM-Entwicklung

KTM präsentierte die 2018-RC16. Pol Espargaro sprach über den Charakter des Bullen und warum es hilfreich sein kann, mal einen Tag in der Box zu sitzen.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Mitten während der Wintertests warf ein Crash und die damit verbundene Auszeit und Operation KTM-Pilot Pol Espargaro ganz schön aus der Bahn. Pünktlich zur Präsentation seiner Arbeitgebers ist der Spanier aber wieder halbwegs fit und erklärte in Salzburg, weshalb es manchmal von Vorteil sein kann, einen Testtag in der Box zu verbringen.

Bereits während der ersten Vorsaison-Tests in Malaysia war Espargaro mit seiner KTM gecrasht. Das Resultat war ein gebrochener Ledenwirbel, der dem Spanier eine Auszeit und einen Besuch und OP im Krankenhaus bescherte. Den Thailand-Test musste Espargaro komplett aussetzen, in Katar übergab er seinen Bullen nach einem Tag an KTM-Testfahrer Mika Kallio, da er sich nicht stark genug fühlte.

Espargaro: Ein Tag in der Box kann hilfreich sein

Diese ungewollte Auszeit brachte Espargaro zwei Tage in der KTM-Box, ohne auf die Strecke gehen zu können. Was erstmal nach vergeudeter Zeit klingt, hat sich im Nachhinein für Espargaro und sein Team allerdings als überaus nützlich herausgestellt. Manchmal kann ein Tag in der Box also doch hilfreich sein. "Es war sehr merkwürdig, Mika und Bradley einen kompletten Tag zusehen zu müssen", gesteht Espargaro zwar, fügt aber an: "Aber ich habe viel beobachtet und etwas Interessantes entdeckt."

Diese Kleinigkeit ist laut dem jüngeren Espargaro-Bruder auch für eine minimale Verbesserung an der RC16 verantwortlich. "Es kann also manchmal auch Vorteile haben, sich auszuruhen ", fasst der KTM-Pilot zusammen lachend zusammen. Neben der kleinen Änderung am Bike hat Espargaro auch die Fahrstile seine beiden Kollegen unter die Lupe genommen. Dabei hat er auf alle Details geachtet, wie die Linienwahl der beiden, den Fahrstil und die Art und Weise, wie Kallio und Smith sich auf der RC16 bewegen. Das Feedback konnte er gleich an seine Kollegen weitergeben.

Pol Espargaro fährt weiterhin mit der Nummer 44 - Foto: KTM

Denn auch während der KTM-Präsentation in Salzburg stellten die Orangen klar, dass nach einer erfolgreichen Debüt-Saison in der MotoGP das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Aus Top-9-Ergebnissen soll es jetzt in die Top-6 gehen. Dafür muss an der schon starken RC16 allerdings noch einiges verbessert werden. Vor allem der Richtungswechsel, wie Espargaro betont. "Der Charakter unseres Bikes ist für Strecken wie Katar nicht von Vorteil. Wir haben viel Power, können aber nicht mit viel Geschwindigkeit in die Kurve gehen ", so der Spanier. Das erleichtert den Richtungswechsel natürlich nicht.

Espargaro: Kein perfektes Bike von heute auf morgen

Espargaro ist sich jedoch sicher, dass dieses momentane Problem der KTM behoben werden kann. Der Knackpunkt ist jedoch die Zeit. "Es ist unmöglich, ein Bike von einem Jahr auf das andere von einem kompletten Neuling in ein perfektes Motorrad zu verwandeln", schätzt er realistisch ein. Deshalb hat sich das Team ein anderes, leichter zu erreichendes Ziel gesetzt: "Wir wollen uns auf jeder Strecke ein bisschen verbessern", erklärt Espargaro. Bisher ist es den Österreichern gut gelungen, während der Wintertests waren sie in Malaysia und Katar schneller als noch in der Saison 2017. "Was wir haben, ist Fortschritt und das bringt einen irgendwann zu einem perfekten Bike. Aber das wir das Schritt für Schritt schaffen müssen, ist normal."

Vorteil Federung?

Neben dem Richtungswechsel liegt das Hauptaugenmerk der Österreicher vor allem auf den Dämpferelementen. Diese werden von WP geliefert, damit steht das KTM-Team allein auf weiter Flur. In der Königsklasse sind sie die einzigen, die mit dieser Marke fahren. Espargaro sieht darin Vor- und Nachteile. "Unser Hersteller ist super, aber neu in der MotoGP", erklärt er. "Wir stehen komplett allein da." Damit muss das Team die Entwicklung selbst in die Hand nehmen. Das mag jetzt noch anstrengend sein, auf lange Sicht laut Espargaro aber lohnenswert.

Verbessert das Team jetzt charakteristische Dinge wie die Frontgabel, gibt es ihnen nach Espargaros Denke einen Vorteil, den nur das KTM-Team nutzen kann. "Das könnte nicht mal jemand kopieren", sagt er. "Am Anfang ist es natürlich schwerer, aber wenn wir dann erstmal einen guten Level gefunden haben, dann haben wir etwas, das sonst niemand hat."


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