MotoGP

MotoGP: Die Top-5 der ältesten Königsklassen-Weltmeister

Valentino Rossi kann 2018 ältester Champion der MotoGP werden. Wir erinnern an die Senioren unter den Champions - von Leslie Graham bis Geoff Duke.
von Markus Zörweg

Platz 1: Leslie Graham - 1949

Leslie Graham war der erste 500er-Weltmeister - Foto: MotoGP

Der erste 500ccm-Weltmeister ist bis heute auch der älteste. Als sich Leslie Graham in der Premierensaison der Motorrad-WM 1949 als erster Champion der Königsklasse in den Geschichtsbüchern verewigte, war er bereits 37 Jahre und 340 Tage alt. Ein Wert, der bis heute unerreicht blieb. Graham gewann in seiner einzigen Weltmeistersaison mit dem Ulster-GP und dem Großen Preis der Schweiz in Bremgarten zwei der sechs ausgetragenen Rennen, stand als Zweiter bei der Dutch-TT in Assen ein weiteres Mal auf dem Podium. Im damals angewandten Modus, bei dem nur die drei besten von sechs Resultaten zählten und auch ein Punkt für die schnellste Rennrunde vergeben wurde, kam Graham mit seiner AJS Porcupine auf 30 Zähler und setzte sich so mit nur einem Punkt Vorsprung auf den italienischen Gilera-Piloten Nello Pagani durch. 1953 verunglückte er auf der Isle of Man tödlich.

Platz 2: Phil Read - 1974

Phil Read wurde zuletzt 1974 Weltmeister - Foto: MV Agusta

Mit sieben Weltmeistertiteln zählt Phil Read zu den erfolgreichsten Piloten in der Geschichte der Motorrad-WM. Einmal gewann er die Gesamtwertung bei den 125ern, vier Mal krönte er sich zum Champion in der Viertelliterklasse und zwei Mal wurde er Weltmeister auf einer 500ccm-Maschine. Sein Titel für MV Agusta in der Königsklasse 1974 war sein letzter. Zum Zeitpunkt des Titelgewinns war Read bereits 35 Jahre und 208 Tage alt. Read gewann in dieser Saison vier von zehn Rennen, wurde einmal Zweiter und einmal Dritter, was bei sechs ins Endergebnis einfließenden Grands Prix zur souveränen Titelverteidigung vor seinem italienischen Teamkollegen Gianfranco Bonera reichte. Read hätte durchaus auch nach 1974 noch das Zeug zu einem weiteren WM-Titel gehabt. Im Folgejahr wurde er hinter Giacomo Agostini Vizeweltmeister, 1976 ging er mit seinem eigenen Team auf Suzuki an den Start. Mitten in der Saison sprang Read aber sein Hauptsponsor ab und er beendete daraufhin seine Karriere.

Platz 3: Mick Doohan - 1998

Auf dem Weg zum 5. Titel in Folge: Mick Doohan 1998 - Foto: Milagro

Der Gewinn von fünf Titeln in Folge in der Königsklasse ist bislang nur drei Piloten gelungen: Giacomo Agostini, Valentino Rossi und Mick Doohan. Letzterer holte für Honda die Weltmeisterschaft in der Klasse bis 500ccm von 1994 bis 1998 und war bei seinem letzten Titelgewinn 33 Jahre und 122 Tage alt. Die Saison 1998 war die letzte große Machtdemonstration von 'Quick Mick'. Er entschied acht von 14 Rennen für sich und verwies Max Biaggi mit dem Respektabstand von 52 Punkten auf Rang zwei. Klarerweise zählte Doohan auch im Folgejahr zu den großen Titelfavoriten, nach den Plätzen vier und zwei in den ersten beiden Grands Prix in Sepang und Motegi endete seine Karriere aber beim dritten Saisonrennen in Jerez. Er flog im Training bei über 200 Stundenkilometern in Kurve vier ab, brach sich sein ohnehin schon lädiertes rechtes Bein und fuhr nie wieder ein Rennen. Im Jahr 2000 wurde er Teammanager bei Honda.

Platz 4: Giacomo Agostini - 1975

Der 15. und letzte Titel: Giacomo Agostini 1975 - Foto: Frank Bischoff

Kein Mann hat mehr Titel in der Weltmeisterschaft gewonnen, niemand öfter ein Rennen für sich entschieden. Und doch muss sich der 15-fache Champion und 122-malige Grand-Prix-Sieger Giacomo Agostini in der Rangliste der ältesten Weltmeister der Geschichte mit dem vierten Platz begnügen. Bei seinem 15. Titel (1975 in der Königsklasse) war er 33 Jahre und 70 Tage alt. Dieser Titelgewinn war übrigens zusammen mit dem in der 350er-Klasse 1974 einer von nur zwei die er auf Yamaha holte, während er alle anderen für MV Agusta errang. Es war seine erste Weltmeistersaison nach zwei Jahren Pause, in denen er sich nach sieben Gesamtsiegen in Serie beide Male Phil Read geschlagen geben musste. Agostini bestritt nach dem Titelgewinn 1975 noch zwei weitere Saisons, konnte auf MV Agusta, Suzuki und Yamaha aber kein Rennen mehr gewinnen und blieb somit wenig verwunderlich auch ohne Weltmeistertitel. In die Nähe seiner acht Gesamterfolge in der höchsten WM-Kategorie kam bisher dennoch nur ein Pilot: Valentino Rossi, der in diesem Jahr diese Bestmarke einstellen könnte.

Platz 5: Geoff Duke - 1955

Geoff Duke war ein Star in den 50ern - Foto: Isle of Man TT

Der erste große Dominator der Königsklasse war Geoff Duke. Er war der erste Pilot, der bei den 500ern mit seinem dritten Gesamtsieg 1954 einen Titel verteidigen konnte, ein Jahr später folgte die vierte und letzte 500ccm-Weltmeisterschaft des britischen Gilera-Piloten, hinzu kommen zwei 350ccm-Titel 1951 und 1952. Seinen letzten 500er-Titel, den er im Alter von 32 Jahren und 137 Tagen fixierte, fuhr Duke standesgemäß im Stil eines großen Champions ein. Er siegte in Reims, Assen, am Nürburgring und auf der Isle of Man und gewann somit vier der acht Saisonrennen, womit er sich sechs Punkte vor seinem Markenkollegen Reg Armstrong durchsetzen konnte. Duke fuhr noch bis 1959 in der Weltmeisterschaft in den Klassen bis 350ccm und 500ccm, zu mehr als zwei dritten Plätzen in den jeweiligen Gesamtwertungen 1958 reichte es aber nicht mehr. 2015 starb er im Alter von 92 Jahren in seiner Wahlheimat Douglas auf der Isle of Man, wo er mit einem Trauerzug über eine gesamte Runde auf dem Mountain Course verabschiedet wurde.

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