MotoGP

Rossi-Ersatz bei Yamaha in Misano: Folger und Zarco kamen nie in Frage

Valentino Rossis Yamaha bleibt in Misano verwaist. Johann Zarco und Jonas Folger galten als Ersatz-Kandidaten. Doch Yamaha sprach nie mit Tech3.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Valentino Rossi muss ausgerechnet bei seinem Heimrennen, dem San-Marino-GP in Misano, verletzungsbedingt zuschauen. Dass Rossis Yamaha am kommenden Wochenende komplett in der Garage bleibt, das hatte das Team Movistar Yamaha erst diesen Montag Abend per Presseaussendung offiziell bestätigt. Zuvor wurden mehrere Fahrer als Vertreter für Rossi gehandelt - darunter auch die Tech3-Yamaha-Piloten Jonas Folger und Johann Zarco.

Yamaha hat gesagt, dass sie niemanden aus dem Tech3-Team einsetzen würden. Das waren alles Spekulationen.
Jonas Folger

Optionen, die man im Yamaha-Werksteam offenbar nie wirklich in Betracht zog, glaubt man Folgers Ausführungen am Donnerstag vor dem Misano-Wochenende. "Nein, mich hat niemand gefragt. Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn es geklappt hätte. Ich habe dann gleich Herve gefragt, ob es irgendeine Chance geben würde. Ich habe auch gehört, dass Zarco im Gespräch war", gab Folger in seiner Medienrunde zu Protokoll.

Rossi-Ersatz bei Yamaha: Zarco und Folger nie eine Option

Get well soon, Valentino Rossi!: (00:55 Min.)

Doch Folger wurde schnell klar, dass Yamaha nicht einen seiner Satelliten-Fahrer auf die Werksmaschine setzen würde. "Yamaha hat gesagt, dass sie niemanden aus dem Tech3-Team einsetzen würden. Das waren alles Spekulationen. Soweit ich weiß, kommen wir auch für künftige Rennen nicht in Frage." Damit bestätigte Folger gleichzeitig auch das, was Tech3-Teamchef Herve Poncharal den Medien berichtete: Dass Yamaha ohnehin nie mit ihm über einen möglichen Rossi-Vertreter Zarco oder Folger sprach.

Ich bin froh, dass ich mein Motorrad das ganze Jahr über behalten kann.
Johann Zarco

Während sich Folger gerne einmal an der Werks-Yamaha versucht hätte, ist Zarco happy darüber, mit seinem aktuellen Motorrad auch in Misano weitermachen zu können. "Ich bin froh, dass ich mein Motorrad das ganze Jahr über behalten kann. Das ist für meine Arbeit die beste Lösung, außerdem weiß ich, was ich damit zu tun habe. Es ist gut, dass wir das behalten können, was wir schon kennen", freut sich Zarco. Wie es in Aragon in knapp zwei Wochen im Yamaha-Werksteam weitergeht, steht indes noch nicht fest.

Eine Rossi-Rückkehr ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Zumindest mit der Physiotherapie hat der Doktor schon wieder begonnen. "In Aragon will Rossi schon wieder selbst fahren", erklärt Folger. Sollte solch ein Blitz-Comeback nicht möglich sein, steht allerdings ein anderer Pilot auf der Pole-Position, wie der Deutsche andeutet: "Wenn nicht, dann werden sie, denke ich mal, einen Japaner einsetzen." Die Tech3-Fahrer Folger und Zarco bleiben also weiterhin außen vor in der Ersatzfahrer-Frage.


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