MotoGP

Jonas Folger im Spielberg-Qualifying mit Setup-Problemen auf Startplatz 13

Setup-Probleme kosten Jonas Folger in Spielberg den Einzug ins QP2, doch er bleibt trotz Frust fürs Rennen zuversichtlich. Was er nun anders machen will:
von Andrea Blendl

Motorsport-Magazin.com - Jonas Folger hat in Spielberg einen frustrierenden Samstag hinter sich. Im dritten Freien Training verfehlte er den direkten Einzug ins QP2 als Zwölfter um nur etwas mehr als acht Hundertstelsekunden, im QP1 wurde er dann unglücklicher Dritter und verpasste die letzte Chance auf die vorderen vier Startreihen. Diesmal reichte es um anderthalb Zehntel nicht. Seine 1:24.015 hätte ihn dagegen im QP2 noch vor Cal Crutchlow gebracht, der Startplatz neun erkämpfte. So aber muss Folger in Österreich von Platz 13 in Reihe fünf ins Rennen gehen.

Einzug ins QP2 denkbar knapp verpasst

Ich glaube, dass ich am Freitag nicht bereit war, zu sagen, in welche Richtung wir gehen sollten.
Jonas Folger

Nachdem er den Einzug ins QP2 und somit den Kampf um die vorderen Startreihen gleich zweimal denkbar knapp verpasste, gibt sich Folger selbstkritisch: "Ich glaube, dass ich am Freitag nicht bereit war, zu sagen, in welche Richtung wir gehen sollten. Das hat uns verwirrt. Ich habe mich auf der Strecke nicht wohlgefühlt, aber das lag an meiner Fahrweise." Mit dem neuen Chassis seiner Yamaha kam Folger nämlich in Spielberg überhaupt nicht zurecht. Ein Wechsel zurück auf die alte Version brachte jedoch auch nicht den gewünschten Erfolg. "Im Endeffekt haben wir uns im Kreis gedreht", gibt Folger zu. "Jetzt sind wir wieder da, wo wir am Freitag angefangen haben."

Folger fuhr das gesamte Qualifying dann mit dem alten Chassis, aber richtig zufrieden ist er auch mit seiner Taktik nicht. "Das Problem war", erläutert er, "dass bei mir alles zu spät gekommen ist. Ich hab auch den Reifen nicht gewechselt. Ich bin reingefahren und habe gesagt, sie sollen den alten Reifen oben lassen, weil für mich der neue Reifen aus irgendeinem Grund nicht wirklich funktioniert. Ich brauche zwei, drei Runden, bis der Reifen dann gut geht. Dann hab ich auch zum Schluss ein richtig gutes Gefühl gekriegt, die letzten zwei Runden hab ich auch Vertrauen gekriegt." Doch in der nur fünfzehnminütigen Session kam diese Attacke zu spät. Das ist auch Folger klar. "Es war mit Sicherheit nicht alles", so der Rookie, "da wäre noch mal was gegangen. Vielleicht wäre es sogar die Zeit vom Zarco geworden. Im Endeffekt haben wir das Problem, dass wir uns verlaufen haben und dann alles zu spät gekommen ist." So zahlte Folger also diesmal Rookie-Lehrgeld.

Jonas Folger zahlte in Spielberg Rookie-Lehrgeld - Foto: Tobias Linke

Zuversicht fürs Rennen trotz schwieriger Ausgangsposition

Im Endeffekt haben wir Schlimmes erwartet und sind noch ganz gut davongekommen.
Jonas Folger

Der Bayer hatte auf der Strecke sichtlich Mühe, seine Tech3-Yamaha zu bändigen, und will nun beim Rennsetup in die ganz andere Richtung gehen. Der Plan für morgen ist, stärkere Federelemente zu nutzen, erklärt Folger: "Wir sind immer weicher, weicher, weicher gegangen, und jetzt stellen wir es wieder immer härter ein. Wir haben die Fahrwerksgeometrie wieder normal eingestellt. Damit ist mehr Gewicht auf dem Hinterreifen. Damit haben wir morgen wieder fast das Motorrad vom Freitag." Trotz aller Setup-Schwierigkeiten macht sich der Rookie Hoffnungen fürs Rennen: "Die Ausgangsposition ist schlecht", gesteht er, fügt aber an: "Klar, das ist nicht optimal, aber letztlich habe ich ein gutes Gefühl, weil wir die Zeit gefahren sind. Ich weiß, wie es sich anfühlt und dass es nicht alles ist und dass ich mich auch den Bedingungen und der Strecke anpassen kann. Also könnte es morgen wieder ein super Rennen werden, auch wenn die Ausgangsposition nicht passt." Am Ende des Qualifying-Tages von Spielberg zieht Folger dann aber doch ein nüchternes Fazit: "Im Endeffekt haben wir Schlimmes erwartet und sind noch ganz gut davongekommen."

Um zu vermeiden, dass ein ähnliches Setup-Desaster noch einmal vorkommt, will Folger nun an seiner Kommunikation mit dem Team arbeiten. Er überlegt: "Ich glaube, ich muss einfach mit meinen Aussagen am Anfang aufpassen. Ich darf am Anfang nicht zu viel umkrempeln, denn das geht oft in die falsche Richtung." Den eigentlichen Grund für seine Probleme sucht er ohnehin weder beim Team noch beim Motorrad, sondern bei sich selbst. "Ich habe mich einfach mit der Strecke, vielleicht auch mit den Bedingungen nicht wohlgefühlt", gesteht Folger. "Es war schwierig. Ich war auch nicht schnell, und deshalb hat das Bike natürlich auch nicht funktioniert."


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