MotoGP

Regierung bestätigt: Thailand will 2018 ein Rennen der MotoGP

Thailand drängt in den MotoGP-Kalender. Nun ist auch die Regierung mit an Bord. Gelingt das Unterfangen schon 2018?
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Thailand könnte schon in der nächsten Saison im MotoGP-Rennkalender aufscheinen. Die dortige Regierung hat einen Zuschuss von 300 Millionen Baht (ca. 8 Mio. Euro) beschlossen, sollte das Land ein Rennen zugesprochen bekommen. Das berichtet die "Bangkok Post" am Dienstag.

Die Höhe des Zuschusses soll exakt den bei der Dorna abzuliefernden Betrag für die Austragungsrechte decken, so ein Regierungssprecher. Pro Jahr soll sich diese Summe auf 100 Mio. Baht belaufen, der Vertrag soll vorerst über drei Jahre laufen. Für die Organisationskosten, die ein MotoGP-Rennen mit sich bringt, hat die Regierung in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft weitere Förderungen in Aussicht gestellt.

Buriram als neue MotoGP-Strecke?

Austragungsort wäre der Chang International Circuit in Buriram, der seit 2015 Rennen der Superbike-WM beheimatet und bisher stets mit vollem Haus und einer modernen Anlage glänzen konnte. Die 2014 eröffnete Anlage wartet aktuell mit 50.000 Tribünenplätzen und weiteren 50.000 Stehplätzen auf. Die Strecke liegt rund 300 Kilometer Luftlinie nordöstlich der thailändischen Hauptstadt Bangkok im Hinterland des Staates und nur knapp 50 Kilometer von der Grenze zu Kambodscha entfernt.

Die Motorradhersteller plädieren schon seit Jahren auf ein zusätzliches Rennen in der Region. Südostasien ist aktuell der wichtigste Wachstumsmarkt für alle Marken. Während Hersteller wie Yamaha und Honda dort vor allem in den Massenmärkten der Roller und Kleinmotorräder hohe Umsätze erwirtschaften, haben es Marken wir Ducati oder KTM geschafft, sich im Premiumsegment ihren Anteil von Wachstumskuchen zu sichern.

Hersteller wollen nach Südostasien

Mit dem Malaysia-GP in Sepang gibt es für die Hersteller aber nur eine Möglichkeit in Südostasien, sich zu präsentieren. Wichtigster Markt wäre eigentlich das rund 260 Millonen Einwohner starke Indonesien, doch dort gibt es nach wie vor Probleme mit der Infrastruktur.

Die Strecke in Sentul, 1996 und 1997 Austragungsort der Motorrad-WM, ist in marodem Zustand. Deshalb ist ein neuer Kurs in Palembang geplant, dessen Errichtung durch Rennstrecken-Guru Hermann Tilke sich aber noch eine Weile hinziehen sollte. Thailand könnte kurzfristig Abhilfe schaffen und einspringen.


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