Das MotoGP-Wochenende auf dem Sachsenring fordert Valentino Rossi, Marc Marquez und Co. in diesem Jahr wohl einmal mehr alles ab. Im Paddock herrschte am Donnerstag Unsicherheit, denn in den kommenden drei Tagen lauern viele Gefahren und Herausforderungen. So anstrengend wird der Deutschland Grand Prix 2016:

Herausforderung 1: Turn 11

Eine der gefürchtetsten Kurven im MotoGP-Rennkalender. Nach sieben Linkskurven in Folge donnern die Fahrer gegen Ende des dritten Sektors an dieser Stelle auf den schnellen Rechtsknick zu. Das sorgte in den letzten Jahren stets für Abflüge am Fließband. "Die Linkskurven sind kein Problem, da sich der Reifen aufheizen kann. Aber dann diese Bergabpassage zu Turn 11 - da muss man nicht unbedingt gleich von Beginn an volles Risiko gehen", erklärt Stefan Bradl. Eine mögliche Lösung oder zumindest Verminderung dieses Problems: Der asymmetrische Vorderreifen - der auf der linken Flanke härten Gummi aufweist, als auf der rechten. Dieses Konzept von Bridgestone brachte nun auch Monopol-Nachfolger Micheln an den Sachsenring.

Herausforderung 2: Michelin & Elektronik

Michelin hat den asymmetrischen Vorderreifen zum allerersten Mal in Verwendung. Wie zuverlässig diese Lösung ist, weiß aktuell noch niemand. "Schon Bridgestone hatte damit große Probleme", sagt Valentino Rossi. Und der Vorderreifen ist auch in der symmetrischen Version die Achillesferse von Michelin. "Wir müssen ihn auf jeden Fall so schnell wie möglich ausprobieren", ist sich Bradl sicher. Auch Marc Marquez begrüßt die neue Reifenmischung: "Es ist gut, dass dieser Reifen hier ist. Suzuki hat ihn bereits getestet vor ein paar Wochen und angeblich funktioniert er gut."

So sah es am Donnerstag am Sachsenring aus -, Foto: Motorsport-Magazin.com
So sah es am Donnerstag am Sachsenring aus -, Foto: Motorsport-Magazin.com

Herausforderung 3: Temperatur und Regen

Die aktuelle Vorhersage für das Rennwochenende sieht richtig übel aus. Kalte Temperaturen und hohe Regenwahrscheinlichkeit am Freitag und Sonntag bereiten den Ingenieuren an der Box Kopfzerbrechen. Den Fahrern drohen zwei verregnete Sessions am Freitag, womit am Samstag (vermutlich der trockenste Tag) im dritten Training und dem Qualifying Shootouts zwischen den Piloten zu erwarten wären.

Mehr Kopfzerbrechen als der Regen bereiten den Fahrern aber vor allem die niedrigen Temperaturen. "Der Michelin-Reifen ist bei derartigen Bedingungen viel schwerer zu handhaben als der Bridgestone. Und am Sachsenring gab es ohnehin schon immer auf kühlem Asphalt mehr Stürze als auf warmem", so Dani Pedrosa. "Wenn es in der Früh nur um die 13 Grad hat und sich der Asphalt lange nicht aufheizt, dann wird es richtig doof", pflichtete Bradl Pedrosa bei.

Die Fahrer sind sich aber einig, dass das Rennwochenende am Sachsenring sehr schwierig wird. "Schlechtes Wetter und sehr kalt - wir müssen und darauf einstellen, unter allen erdenklichen Bedingungen schnell zu sein", wie Rossi zusammenfasste.