MotoGP

Kein Gefühl und geprellte Hand - Suzuki-Wochenende immer schlimmer

Das Wochenende wird für Suzuki immer schlimmer: Noch immer kämpfen beide Fahrer mit dem Gefühl, dann knackst sich Espargaro die Hand an. Er beißt auf die Zähne.
von Markus Zörweg & Heiko Stritzke

Motorsport-Magazin.com - Noch am Freitag hatten die Suzuki-Piloten die Hoffnung, dass die Handling-Probleme endlich der Vergangenheit angehören. Doch am Samstag wurde klar: Sie sind noch immer da. "Es ist einfach ein komisches Gefühl", klagte Aleix Espargaro, für den das Wochenende nicht eine weitere böse Überraschung parat hatte: Der Suzuki-Pilot stürzte im dritten freien Training und verletzte sich dabei leicht an der linken Hand. "Es ist nichts gebrochen, aber ich habe starke Schmerzen - vor allem beim Bremsen nach der Bergab-Passage", sagte der Spanier nach Platz sieben in 1:21.239 Minuten.

Ich stürze zu viel, deshalb bin ich Fahren unter Schmerzen gewohnt.
Aleix Espargaro

Nach wie vor besteht das Problem beim Einlenken: "Ich kann mich speziell in langsamen Kurven nicht wirklich reinlegen und dort den Vorderreifen zum Arbeiten bringen", fluchte der 25-Jährige weiter. "Wir müssen unbedingt morgen früh etwas anderes probieren, um uns zu verbessern." Gerade der erste und zweite Sektor mit den langsamen Kurven sei ein riesiges Problem. Hinzu kommt, dass der weiche Reifen keine wirkliche Verbesserung erbrachte: "Er bewegt sich zu viel; wie schon in Assen ist der Unterschied zwischen den Mischungen nicht allzu groß. Ich hoffe, dass Bridgestone bald wieder die Reifen vom Saisonbeginn bringt."

Dabei bezog er sich in erster Linie auf die Konstruktion des Reifens, weniger auf die Mischung, denn den asymmetrischen Reifen findet er klasse: "Der ist fantastisch und ist die sicherste Option beim Kompromiss zwischen Performance und Sicherheit." Doch auf dieser Reifen konnte den Sturz nicht verhindern. "Der Reifen war kalt und ich bin weggerutscht", kommentierte der Spanier lakonisch. "Ich bin zum Clinica Mobile zu einer Behandlung gegangen und habe eine Tablette vor dem Qualifying geschluckt. Das hat funktioniert, morgen werde ich dasselbe tun." Scherzhaft fügte er hinzu: "Ich stürze zu viel, deshalb bin ich Fahren unter Schmerzen gewohnt."

Vinales verzweifelt: Änderungen gehen nach hinten los

Espargaros Sturz machte die Sache nicht leichter - Foto: Simninja

Sein Landsmann Maverick Vinales war in 1:21.796 Minuten nur Zwölfter. "Mir fehlt schlicht und einfach der Grip", stöhnte der 20-Jährige. "In Montmelo [Barcelona] und Assen hat uns ein bisschen Grip gefehlt, hier aber ist es richtig viel." Ein ähnliches Problem konnte Suzuki bei ihm in Barcelona noch mit einer Setup-Änderung beheben, doch auf dem Sachsenring ging der Schuss völlig nach hinten los. "Es ist dadurch nur noch schlimmer geworden."

Wie sein Teamkollege hat auch Espargaro mit dem weichen Reifen die meisten Probleme. "Der Medium funktioniert nicht schlecht, weil ich damit lange konstant fahren konnte, auf dem harten Reifen war ich ziemlich glücklich, aber auf dem weichen war es schrecklich. Man hat erst viel Grip und dann plötzlich keinen mehr. Man kann damit kaum die Linie halten und eine gute Runde fahren. Ich habe dadurch fast einen Highsider produziert." Deshalb hofft er, dass sein Team über Nacht das Problem findet, und der gute Speed auf medium und hart lässt zumindest fürs Rennen hoffen. "Wenn wir zwei Zehntel finden sind wir an Platz sieben dran", ist sich Vinales sicher. Mit Platz sieben meint er seinen Teamkollegen Aleix Espargaro.


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