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MotoGP

Windschatten-Spiele sind Geschichte - Rennleitung greift hart durch

Rennleiter Mike Webb erklärte, warum besonders die Moto3-Fahrer ab Valencia bei gefährlichen Windschattenspielen hart bestraft werden.
von Maria Pohlmann

Motorsport-Magazin.com - Beim Finale in Valencia werden die MotoGP, Moto2 und Moto3 Piloten zu einem speziellen Meeting einberufen. Diskutiert werden soll das langsame Fahren in Trainings- und Qualifikationssessions, um anderen Fahrern auf der Strecke zu folgen, das zuletzt besonders in der kleinen Kategorie zur Gefahr wurde. "In einigen Fällen warten die Fahrer darauf, eine freie Strecke vorzufinden, damit sie ihre eigene schnelle Runde fahren können ohne behindert zu werden", erklärte Mike Webb.

Traurigerweise wurde es mehr und mehr zur Gewohnheit
Mike Webb

Der MotoGP-Rennleiter fuhr im Interview mit der offiziellen Seite der MotoGP fort: "Traurigerweise wurde es mehr und mehr zur Gewohnheit, dass die Fahrer nach einem schnellen Piloten Ausschau halten, dem sie folgen können, um den Windschatten abzubekommen und ihre eigene Rundenzeit zu verbessern." Laut Webb sei das eine wichtige Sicherheitsfrage und sehr gefährlich.

Er schilderte: Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein Fahrer auf einer schnellen Runde in einen anderen langsamen Fahrer reinfahren, besonders wenn zwei oder mehr Piloten schnell sind, der erste den langsamen Fahrer sieht und ihm ausweiche, der Verfolger ihn aber nicht sehen und damit zu spät abbremsen könnte."

Webb habe den Fahrern bisher erlaubt, abzubremsen, solange sie abseits der Ideallinie rollen und andere Fahrer nicht behindern. "Unglücklicherweise verlangsamt sich das halbe Feld [der Moto3] mehrere Male, also gibt es keinen Platz abseits der Ideallinie mehr. Es gibt schlichtweg keinen Raum für einen Fahrer auf einer schnellen Runde, in dem er sicher durchfahren kann", bedauert der Rennleiter.

Wenn es nötig wird, werden wir für 2015 zusammen mit der FIM über neue Regeln nachdenken
Mike Webb

Die bestehenden Regeln werden ab Valencia deshalb angepasst. "Ich werde den Fahrern sagen, dass das langsam Fahren, nach hinten schauen und auf einen Windschatten warten als eine unverantwortliche oder gefährliche Aktion angesehen werden kann - wobei egal ist, ob der Fahrer auf oder abseits der Ideallinie fährt und ob sie überzeugt sind, niemanden zu stören. Wir werden dieses Verhalten unserem Ermessen nach bestrafen."

Je nach Schwere der Aktion können verschiedene Strafen in Frage kommen. "Das Offensichtlichste für 'normales' Langsamfahren können Startpositionen direkt beim Rennen sein, dazu Strafpunkte (bei Wiederholungstätern mehrere), aber alle Strafen stehen uns zur Verfügung", meinte Webb. Damit wird die Regel [1.21.2] zunächst nicht verändert, sondern nur anders ausgelegt. Der Rennleiter ergänzte aber: "Wenn es nötig wird, werden wir für 2015 zusammen mit der FIM über neue Regeln nachdenken."


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