MotoGP / Kolumne

Alex Hofmann: Der letzte Zweitakttitel der Geschichte

In der Saison 2011 geht es um den letzten Zweitakttitel der Geschichte. Vorher blickt Alex Hofmann auf die Saison der 125er zurück.
von Alex Hofmann

Motorsport-Magazin.com - Mit Marc Marquez ging dieses Jahr ein extrem talentierter Stern auf am MotoGP-Himmel. Sein Potenzial war bekannt und doch ist es nicht selbstverständlich, dass ein so junger Bursche seine eigene Leistung so früh und konsequent abrufen kann. Zehn Siege führten ihn zum Titel und alle Experten sind sich einig, dass wir von diesem Ausnahmekönner noch einiges sehen werden. Vielleicht ja schon im kommenden Jahr, wenn er sich als Sieger in der Moto2 eintragen lässt?

Nicolas Terol gab alles, um die WM-Entscheidung noch zu kippen, doch diese Saison sollte es einfach noch nicht sein. Er bleibt ein weiteres Jahr mit dem Apsar Team bei den 125-ern und ist somit der große Favorit für den letzten Zweitakt-WM-Titel der Geschichte. Ab 2012 heißt es dann nämlich Moto3, meine Damen und Herren.

Marc Marquez wechselt in die Moto2 - Foto: Milagro

Zwei Podien und WM-Gesamtplatz sieben sind die Ausbeute für unseren besten Deutschen Sandro Cortese. Sandro blieb damit unter den Erwartungen zurück und schaffte es meiner Meinung nach nicht, seine eigenen 100 Prozent abzurufen. Der Druck in der eigenen Box war extrem. Nicht alle Tage hat man einen kommenden Superstar als Teamkollegen. Umso schwieriger damit mental umzugehen, denn der eigene Kollege ist immer der erste Vergleich und Gegner.

Ich wünsche mir, dass der Sandro ein gutes Team für 2011 findet. Mit einem guten Umfeld könnte die nächste Saison seine große Chance werden. Da die Chancen in unserem Business immer knapp sind, sollte er zugreifen, wenn es soweit ist.

Das Gleiche gilt auch für Jonas Folger. Sein Talent, ein Motorrad verdammt schnell zu bewegen, steht außer Frage. Er braucht jetzt aber endlich einmal seinen Feinschliff. Ein Team und Techniker, die ihn fördern und vor allem fordern.

Sandro Cortese stand im Schatten seines Teamkollegen - Foto: Milagro

Konzentriertes Arbeiten auf und neben der Rennstrecke ist das aller Wichtigste in einer MotoGP-Karriere. Er weiß selber, dass es noch viele Möglichkeiten gibt, mehr aus sich und seinem Umfeld herauszuholen. Wenn ihm das gelingt, ist er ein Kandidat für die Top fünf im nächsten Jahr.

Für Marcel Schrötter hängen die Blumen noch etwas höher. Das MotoGP-Umfeld hat ihn etwas überrascht und teils auch überfordert. Mit zu viel Respekt und zeitweise etwas lustlos ging es durch die erste volle WM-Saison. Ich drücke die Daumen, dass es mit der Finanzierung für 2011 klappt. Wir haben bei weitem noch nicht alles gesehen, was in Marcel steckt. Es wäre jammerschade, wenn seine MotoGP-Karriere bereits nach einem Jahr ins Wanken gerät. Die Freude am Fahren muss er wieder finden und dann bin ich mir sicher, dass wir von ihm noch mehr Rennen im Stile Valencia 2009 sehen werden.

Euer Alex Hofmann


Wir suchen Mitarbeiter