Die ersten Saisonrennen sind vorbei, sag mir, wie war es?
Colin Edwards: Scheiße. Die ersten Rennen waren Scheiße. Wir hatten zu kämpfen, aber eigentlich nicht richtig. Ich fühle mich gut, ich fahre die gleichen oder schnellere Rundenzeiten als voriges Jahr, wir haben das gleiche Chassis, die gleichen Reifen, die gleiche Maschine, alles ist gleich, nur ist der Motor langsamer als voriges Jahr. Das war ein kleiner Kampf, aber was kann man machen.
Kommen in Zukunft irgendwelche Updates?
Colin Edwards: Ich denke, für Laguna. Ich habe beim großen Boss darum gebeten. Mit den amerikanischen Sponsoren, die wir haben, müssen wir, Ben und ich, dort einen guten Auftritt machen. Ich denke, das erste Mal, wenn wir wirklich eine Chance darauf haben, konkurrenzfähig zu sein, wird Laguna sein. Dort sollten wir ein bisschen mehr haben.
Voriges Jahr gab es die vier Aliens und dahinter den Rest. Dieses Jahr war es so: seit Valentino ausgefallen ist, gab es Lorenzo und dann kam der Rest. Was ist anders?
Colin Edwards: Was sich wirklich verändert hat, ich weiß es nicht. Honda hat wohl gesehen, dass Yamaha sehr stark war - in den vergangenen Jahren auch mit der Satelliten-Maschine. Also haben sie zugelegt und ihren Satelliten-Fahrern neue Teile gegeben. Das hat einen großen Unterschied gemacht. Jetzt kommen weitere Satelliten-Hondas und noch eine zusätzliche Ducati vor uns. Statt Vierter, Fünfter oder Sechster werden wir nun Zehnter.
Schauen wir auf die Superbike-WM. Denkst du, irgendjemand kann Max Biaggi schlagen?
Colin Edwards: Ich glaube nicht, dass im Moment jemand die richtige Maschine hat, um die Aprilia zu schlagen. Wie wir alles wissen, ist die Aprilia mehr oder weniger eine GP-Maschine mit 1000cc-Motor. Es sieht für ihn zu einfach aus. Das ist eigentlich kein Superbike-Racing. Er lässt es viel zu einfach aussehen. Wenn man Nori oder Fabrizio ansieht, Ducati ist normalerweise gut in der WSBK. Ich weiß nicht genau, wie die Regeln aussehen, aber sie scheinen im Moment zum Vorteil von Aprilia zu sein.

Was denkst du über die Yamahas? Auf einer Superpole-Runde scheinen sie schnell zu sein, aber im Rennen haben sie es schwer. Hast du da eine Idee, woher das kommt?
Colin Edwards: Das weiß ich nicht. Ich würde dir da gerne Informationen geben können, aber das weiß ich ehrlich nicht.
Würdest du die R1 gerne in der Superbike-WM fahren?
Colin Edwards: Es ist eine Möglichkeit. Ich habe nie wirklich darüber nachgedacht, aber als Möglichkeit gibt es das immer.
Was sind deine Pläne für die Zukunft. Willst du in der MotoGP bleiben bis die 1000er kommen?
Colin Edwards: Ich bin jetzt 36 und als Bayliss aufhörte war er glaube ich 39. Ich fühle mich noch gut, motiviert, stark und selbstbewusst. Die Hauptsache ist, ich möchte meine Karriere so beenden, dass ich um den Sieg mitfahre. Ich weiß, momentan ist das hier auf einer Satelliten-Maschine schwierig. Man fährt gegen die besten Fahrer der Welt und versucht mit ihnen auf einer B- oder C-Maschine mitzuhalten. Das ist nicht einfach.
Ein Sieg in der MotoGP von dir steht ja noch aus...
Colin Edwards: Ich denke, Laguna wird da vielleicht unsere beste Chance.
Und was ist mit Indy?
Colin Edwards: Auch dort. Das war nie eine Strecke, wo ich besonders gut war. Voriges Jahr war ich Fünfter oder Sechster, aber es ist das Gleiche. Es ist schwierig. Die politische Seite der GPs versteht wirklich niemand. Keiner weiß, wer da wie motorisiert ist und wer welches Chassis hat. Man sieht nur 17 Leute in der Startaufstellung und es gibt einen Grund, warum die Schnellsten so schnell sind. Erstens sind sie die besten Fahrer der Welt, aber sie haben auch die besten Maschinen der Welt.
Bist du schon mit der Moto2-Maschine von Tech 3 gefahren oder willst du das noch tun?
Colin Edwards: Noch bin ich nicht damit gefahren. Ich würde gerne damit fahren, nur um ihnen Informationen zu geben. Auf der technischen Seite war ich immer gut und gab genaue Informationen. Mir würde es nichts ausmachen. Es wäre praktisch für sie, aber Rennen fahren will ich damit nicht. Ihnen Informationen liefern, gerne, da wäre ich dabei.

Was hältst du von der Moto2?
Colin Edwards: Die sind wie Axtmörder unterwegs. Es sieht schwierig aus. Es sieht schwierig aus, aber wenn man sich Iannone oder Takahashi ansieht, dann auch nicht. Wenn das Paket hundertprozentig läuft und man sich wohl fühlt, dann kann man entkommen, aber ansonsten kämpfen da vier, fünf, sechs Leute.
Wir haben gedacht, dass die meisten Fahrer dort es noch nicht gewohnt sind, eine 600cc-Viertakt-Maschine zu fahren. Also könnte man annehmen, wenn man Crutchlow oder Laverty da drauf setzt, wären die weg. Stimmst du da zu? Also wäre es besser, erst die Supersport-Maschine gefahren zu sein, bevor man auf die Moto2 steigt?
Colin Edwards: Ich würde ja dazu sagen, das trifft zu. Aber gleichzeitig sind die Chassis Prototypen, also keine Serienteile. Egal ob man aus der 250er oder der Supersport kommt, man wird sich anpassen müssen, denn die Maschine ist keine Supersport-Maschine. Da jeder auf Dunlops ist, hat jeder Probleme mit Vibrationen. Das aufzulösen, ist ein eigenes Spiel.
2009 war Valentino auf der Isle of Man, dieses Jahr war Lorenzo dort, willst du auch hin?
Colin Edwards: Ich war 2002 auf der Isle of Man. Ich fuhr hin, als ich bei Honda war. Ich hatte Spaß, machte eine Paraderunde für Joey Dunlop. Dort ein Rennen zu fahren, Jesus, niemals. Es gibt nicht genug Geld auf der Welt, damit ich das mache. Ich habe keine Motivation, um dort zu fahren. Ich denke, man muss in der Umgebung aufwachsen, um dort das Rennen fahren zu wollen. Wir hatten eine tolle Zeit, als wir dort waren. Meine Frau war damals mit und wir fanden auf der Isle of Man heraus, dass sie zum ersten Mal schwanger war. Wir haben also ein paar gute Erinnerungen an die Isle of Man.

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