Für Noah Dettwiler war in der Moto3 zuletzt wenig zusammengelaufen. Sowohl in Le Mans als auch in Silverstone kam er jeweils deutlich hinter den letzten Punkteplätzen ins Ziel, kämpfte nur am hintersten Ende des Feldes. Eine Trendwende war also dringend nötig, und die gelang dem jungen Schweizer im Motorland Aragon am vergangenen Wochenende auch. Mit Platz 16 egalisierte er sein bestes Saisonresultat aus Jerez. Dass es nur knapp nicht zu den ersten WM-Punkten des laufenden Kalenderjahres reichte, begründete Dettwiler in zwei kleinen Details.
Schlechter Start: Noah Dettwiler bringt sich um gute Ausgangsposition
"Ich hatte keinen guten Start, bin nicht gut vom Fleck gekommen", reflektierte der CIP-Green-Power-Pilot am Sonntagnachmittag. Von Platz 25 ins Rennen gegangen, fand er sich somit noch vor der ersten Kurve auf dem letzten Platz wieder, zeigte dann aber schnell die passende Reaktion. Den Zielstrich überquerte Dettwiler am Ende der ersten Runde bereits wieder auf P20, hatte also drei Fahrer überholt und zudem zwei Positionen durch die Kollision von Stefano Nepa und Vicente Perez gutgemacht.
Die Basis für einen erfolgreichen Aragon-GP war somit wiederhergestellt, doch dann der zweite Patzer. "Ich konnte in der ersten Runde wieder die Positionen gutmachen, die ich verloren hatte, habe dann aber in der zweiten Runde in der zwölften Kurve einen großen Fehler gemacht und bin geradeaus gegangen als ich versucht habe, einen anderen Fahrer zu überholen", beschreibt der 20-Jährige aus Basel. "Da habe ich viel Zeit verloren."
Ein Grund für den verhängnisvollen Fehler in Turn 12 war auch die Wahl des harten Vorderreifens. Diesen hatte Dettwiler aufgrund der bereits recht hohen Asphalttemperatur von 35 Grad gewählt, die mit Abstand höchste einer Moto3-Session an einem Vormittag. Grundsätzlich eine gute Idee, doch der CIP-Pilot hatte diesen Reifen zuvor in keinem Training ausprobiert gehabt. "Ich hatte anfangs Probleme, den harten Vorderreifen zu verstehen", kommentierte er und beschrieb: "Da musste ich mich adaptieren und etwas früher bremsen, dabei habe ich in den ersten Runden viel zu viele Fehler gemacht, habe zu spät gebremst und bin zu weit rausgegangen."

Noah Dettwilers Aufholjagd kommt zu spät für Moto3-Punkte
Es dauerte einige Runden, doch dann kam der Schweizer Moto3-Fahrer so langsam ins Rollen. "Ab Mitte des Rennens hatte ich einen guten Rhythmus", wusste er auch selbst. Immer wieder schaffte es Dettwiler in der Schlussphase noch in den 1:59er-Bereich, während seine Konkurrenten vor ihm sogar in den 2:01er-Bereich abrutschten. Die logische Folge: In den letzten zwei Runden machte Dettwiler noch vier Positionen gut, verbesserte sich von Platz 20 auf 16.
Mehr war dann aber nicht mehr drin, weil Dennis Foggia auf dem 15. Rang schon um 7,290 Sekunden enteilt war. Eine Differenz, die sich Dettwiler mit einer besseren Anfangsphase aber zweifelsohne zugetraut hätte. "Am Ende war der Rhythmus mit gebrauchten Reifen gut, am Anfang wäre mehr drin gewesen", musste er konsterniert einsehen. "Es lag am Start, ich bin nicht gut vom Fleck weggekommen."
Mit dem geteilt besten Saisonresultat im Rücken, hat Dettwiler nun aber wieder wichtiges Selbstvertrauen getankt. "Jetzt gilt es, das nächste Rennen vorzubereiten und darauf aufzubauen", gibt er die Richtung vor. Weiter geht's für die Moto3 in zwei Wochen in Mugello, dann steht vom 20. bis 22. Juni der Grand Prix von Italien auf dem Programm.



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