Für Intact GP konnte die MotoGP-Saison 2026 nicht besser beginnen. Beim Thailand-GP in Buriram ließ erst David Almansa die Moto3-Truppe des deutschen Rennstalls jubeln, ehe Manuel Gonzalez auch noch das Moto2-Auftaktrennen gewann. Der Traumstart ins neue Jahr, auf den wenige Tage später allerdings der große Schock folgen sollte.
Vor Brasilien-GP: Intact-Mechaniker verstirbt bei Verkehrsunfall
Während der zweiwöchigen Rennpause bis zum Brasilien-GP verlor die Intact-Mannschaft nämlich Roberto Lunadei. Der Mechaniker, der zur Moto2-Crew von Senna Agius zählte, kam bei einem Verkehrsunfall in seiner italienischen Heimat in der Nähe von Rimini im Alter von nur 42 Jahren ums Leben. 2024 zum deutschen Team gestoßen, war 'Roby' oder 'Luna', wie der Mechaniker liebevoll genannt wurde, schnell zu einem geliebten Mitglied der Intact-Familie geworden. "Mit seinem Humor und seiner positiven Energie hat er uns zum Lachen und Menschen zusammengebracht. Die Leere, die er hinterlässt, ist nicht zu erfassen", schrieb das Team unter anderem in einem Statement auf Social Media.
Als sich die Mannschaft vor anderthalb Wochen in Goiania dann das erste Mal wieder sah, war verständlicherweise nichts mehr wie zuvor. Speziell Agius und dessen Seite der Garage kämpften mit dem schmerzhaften Verlust Lunadeis, verpassten die Punkte im Brasilien-GP auf P19 deutlich. Teamchef Jürgen Lingg zeigte im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com aber vollstes Verständnis: "Wir haben in Brasilien wirklich eine schwere Zeit gehabt, es war wirklich extrem schwer für die gesamte Crew. Dort anzukommen und zu wissen, dass einer nicht mehr kommt, der von allen geliebt worden ist und eine Schlüsselperson war, das war echt hart. Wir sind etwas älter und können irgendwie mit so etwas umgehen, aber so ein junger Kerl wie er [Agius, Anm.] hat das überhaupt nicht verstanden. Da mussten wir Brasilien einfach abhaken."
Das klappte wunderbar, denn in Austin zeigte sich Agius am vergangenen Wochenende wieder von seiner besten Seite. Die Trainings beendete er allesamt in den Top-Fünf und sicherte sich im Qualifying auch den fünften Startplatz. Der erste Rennstart verlief dann zwar nicht optimal, aufgrund einer Massenkollision in Kurve elf und der nur folgerichtigen Roten Flagge spielte das aber keine Rolle. Agius bekam eine zweite Chance und nutzte diese exzellent. Am Ende der ersten Runde war er bereits Dritter, nach dem zweiten Umlauf Zweiter und zur Mitte der dritten Runde dann Führender. Drei Umläufe vor Schluss meldete Celestino Vietti ebenfalls noch Siegambitionen an, doch Agius hatte sofort die richtige Antwort parat und brachte den dritten Triumph seiner Moto2-Karriere sicher nach Hause.
Senna Agius gewinnt in Austin für verstorbenen Mechaniker
Kaum über den Zielstrich gefahren, wurde es dann emotional. Großer Jubel in der Intact-Box, großer Jubel auch bei Agius. Nach Kurve eins sofort der Fingerzeig und Kuss zum Himmel. "Dieser Sieg war für Roby", unterstrich der Australier wie wichtig ihm dieser Erfolg gewesen war. Danach gab er einen Einblick in seine Gefühlswelt: "Jürgen hat mich vor Brasilien informiert, ich war am Boden zerstört. In Brasilien wollte ich zu seinen Ehren fahren. Ich war voller Motivation, aber es lief einfach nichts zusammen. Großes Lob an mein Team, denn wir sind eng beisammen geblieben und haben die positive Energie beibehalten. Es fühlt sich unglaublich an, was wir erreicht haben."

Teamchef Lingg konnte da nur zustimmen. "Das war schon sehr bewegend", berichtete er am Sonntagnachmittag vom gerade Erlebten in der Intact-Box. "Wir haben gesagt, dass wir das für den Roby machen und das hat der Senna mit Bravour gemacht. Diesen Sieg hat er definitiv nicht geschenkt bekommen. Die letzte Runde war er sehr am Limit, das hat man gesehen. Er hat alles in die Waagschale geworfen und deswegen hat er den Sieg auch absolut verdient."
Nach schwierigem Saisonstart mit Defekt in Thailand und dem angesprochen harten Brasilien-Wochenende sind nun endlich die ersten Punkte des Jahres eingefahren, 25 an der Zahl. Das lässt Agius in der Weltmeisterschaft direkt mal auf Rang sechs klettern, nur 14,5 Punkte hinter Teamkollege und WM-Leader Manuel Gonzalez. Vielleicht der verspätete Beginn eines Titelangriffs? Lingg zeigte sich jedenfalls optimistisch: "Wir hoffen, dass da jetzt weitermachen können. Er hat in Thailand schon die Pole gehabt und jetzt hat er gewonnen. Die Richtung stimmt auf jeden Fall."
Ebenfalls große Freude hatte in Austin das Aprilia-Werksteam. Was Marco Bezzecchi und Co. aktuell so stark macht, verrät euch Markus in unserem neusten Video:



diese Moto2 Nachricht