Moto2

Moto2 Sepang 2017: So lief es für Lüthi, Aegerter und Raffin

Schock für Lüthi: Er musste seine WM-Hoffnungen schon vor dem Start begraben. Jesko Raffin rettet die Schweizer Ehre. Der Check zum Malaysia-GP in Sepang:
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Sonntag: Rennen

Jesko Raffin (15.): Nach dem Ausscheiden von Lüthi und Aegerter schon vor dem Rennen, ruhten die Schweizer Hoffnungen auf Jesko Raffin. Und Raffin zeigte eine kämpferische Leistung. Zwar profitierte er von den vielen Ausfällen vor ihm, doch im Laufe des Rennens konnte sich Raffin auch gegen Edgar Pons durchsetzen. Das war ganz wichtig, wie sich herausstellen sollte. Denn dadurch war Raffin in der Lage, P15 und damit den letzten Punkt nach Hause zu fahren.

"Ich hatte einen guten Start in dieses Rennen, dann bin ich aber in den Unruhen der ersten Runde fast gestürzt. Dann habe ich wieder einen guten Rhythmus gefunden, zu diesem Zeitpunkt waren die Top-Ten aber bereits weg. Der Fight mit Iker war cool, wir haben uns mehrmals gegenseitig überholt, schlussendlich war ich vor ihm auf dem 14. Platz. Dann habe ich einen Fehler gemacht, wovon er profitierte. Es tut gut, dieses Wochenende erneut mit Punkten abschließen zu können."

Thomas Lüthi (DNS): Nach seinem schrecklichen Sturz im Qualifying wurde Lüthi am Sonntag von den Ärzten für "unfit to race" erklärt. Damit ist sein letzter Kampf um den Moto2-Titel 2017 bereits zu Ende gewesen, bevor er richtig beginnen konnte. Ein ganz bitterer Verlauf des Rennwochenendes für Lüthi, der sich noch Hoffnungen machen durfte.

Samstag: Qualifying

Thomas Lüthi (5.): Alle Augen sind nach dem Qualifying-Samstag auf Thomas Lüthi gerichtet. Nicht nur wegen dem WM-Kampf - sondern auch wegen eines üblen Highsiders ausgangs Kurve 2. Lüthi konnte danach nicht mehr ins Qualifying eingreifen, musste gar ins Clinica Mobile transportiert werden. Der Schweizer beendete die Session übrigens als Fünfter, damit würde er aus Reihe zwei starten. Im FP3 wurde Lüthi Vierter.

Jesko Raffin (24.): Einen soliden und fehlerlosen Samstag legte Lüthis Landsmann Jesko Raffin hin. Raffin begann den zweiten Tag in Malaysia mit Platz 22 im 3. Freien Training. Eine gute Leistung also, zumal nur 1,6 Sekunden auf die Spitze fehlten. Daran knüpfte der Schweizer im Qualifying an. Raffin drückte seinen Rückstand auf 1,4 Sekunden, was am Ende zu Startplatz 24 reichte. Raffin ließ dabei fünf Kollegen hinter sich.

"Ich glaube, ich bin noch nie in solchen Verhältnissen gefahren. Der Asphalt hatte stellenweise eine Temperatur von 55 Grad! Auch wenn meine Startposition als 24. in der achten Reihe nicht herausragend ist, mein Rückstand von nur 1,4 Sekunden zur Pole, und das auf einer Rennstrecke mit Rundenzeiten von über zwei Minuten, stimmt mich zuversichtlich. Natürlich hätten wir besser sein können, hätten wir gestern nicht bereits im Training 20 wichtige Minuten verloren. Ich habe noch nicht ganz das Motorrad, das ich mir wünschen würde. Nun müssen wir das Warm Up noch nutzen, um weiterzuarbeiten."

Freitag: Training

Thomas Lüthi (3.): Unter allen Bedingungen schnell war am Freitag Thomas Lüthi. Der Schweizer WM-Aspirant sicherte sich im trockenen FP1 den dritten Platz, hinter Miguel Oliveira sowie WM-Rivale Franco Morbidelli. Nicht mal eine Zehntel fehlte Lüthi zur Bestzeit. Am Nachmittag war die Strecke nass, Lüthi aber nicht weniger schnell. Am Ende reichte es zu P4, dieses Mal betrug der Rückstand allerdings schon eine halbe Sekunde auf Spitzenreiter Alex Marquez.

"Ich war sehr glücklich darüber, dass wir am Vormittag ein Training im Trockenen fahren konnten, auch wenn es dieses Wochenende vermutlich die einzige trockene Session bleiben wird. Wir hatten ein kleines technisches Problem am Motorrad, trotzdem war das Training aber positiv. Zu Beginn des Nachmittags habe ich die Trainings der Moto3 und der MotoGP verfolgt und bereits da gesehen, dass der Grip trotz nasser Strecke sehr gut sein muss. Als ich dann selber rausfuhr, wurde ich eines Besseren belehrt. Ich war schnell am Limit und am meisten hat es mich überrascht, dass der eigentlich neue Asphalt innerhalb weniger Monate bereits um Jahre gealtert zu sein scheint. Wir haben noch viel zu tun, vor allem, wenn der Regen auch am Samstag noch anhält."

Jesko Raffin (24.): Nach dem Traumwochenende in Australien war Jesko Raffin auch am Freitag in Malaysia gut unterwegs. Im trockenen ersten Freien Training wurde der Schweizer solider 24. mit einem Rückstand von 2,1 Sekunden. Im Nassen lief es sogar noch besser für Raffin. Das verregnete FP2 schloss er auf Platz 19 und damit in den Top-20 ab.

"Wettertechnisch gesehen war es ein turbulenter Tag. Der Vormittag im Nassen war nicht schlecht, auch am Nachmittag hatte ich ein gutes Gefühl für das Motorrad. Wir arbeiten weiter, werden am Bike noch das ein oder andere verbessern. Der 25. Platz ist nicht brillant, trotzdem war der Tag positiv. Ich mag die Strecke hier sehr."

Dominique Aegerter: Nicht mit dabei war am Freitag Dominique Aegerter - aus tragischen Gründen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag ist Aegerters Teamchef Stefan Kiefer aus bisher noch ungeklärter Ursache verstorben. Das Kiefer Racing Team hat sich daraufhin entschlossen, nicht am Malaysia-GP teilzunehmen. Aegerter wird demzufolge auch am Samstag und Sonntag nicht mit seiner Suter unterwegs sein.

Stefan Kiefer verstorben: Erinnerungen an sein Lebenswerk: (01:00 Min.)


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