Wilde Zeiten in der Langstrecken-Welt! Nachdem BMW erst neulich WEC- und IMSA-Ausstiegs-Gerüchten den Riegel vorschob, bewahrheiten sich Spekulationen rund um das Hypercar-Engagement von Lamborghini. Die italienische Marke hatte bereits letztes Jahr ihr Hypercar-Aus in der WEC verkündet, ab 2026 wird der Prototypen-Einsatz auch in der IMSA pausiert. Das Hypercar-Programm der Squadra Corse liegt damit de facto auf Eis. Wie lange und ob es je wieder aufgenommen wird, ist unklar.
„Das Hypercar/GTP Projekt wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Präsenz der Marke in der Spitzenklasse des Langstreckensports auszubauen“, lautete ein offizielles Statement von Lamborghini. „Die Bedingungen, auf denen das Programm basierte, haben sich jedoch erheblich verändert.“
Konkret nennt die besagte Erklärung zwei zentrale Stolpersteine: „Im Laufe der Projektentwicklung sind die Anforderungen an die Ressourcen über die ursprünglichen Erwartungen hinausgewachsen. Sowohl in Bezug auf das Budget als auch auf die technische Komplexität.“
Damit pausiert der Hypercar-Einsatz der Luxusmarke nur zwei Jahre nachdem er begonnen hatte. 2022 kündigte das Team einen Doppeleinsatz in WEC und IMSA in Zusammenarbeit mit dem italienischen Team Iron Lynx an, 2024 war es dann soweit. Zwar war der Lamborghini SC63-LMDh von den Spitzenpositionen meist weit entfernt, konnte jedoch vereinzelt Highlights setzen.
Bei der 2024er Ausgabe der 24h Le Mans fuhr das hochkarätige Fahrergespann um mittlerweile DTM-Champion Mirko Bortolotti, Ex-F1-Fahrer Daniil Kvyat, und Formel-E-Ass Edoardo Mortara mit Rang zehn die ersten Punkte mit dem Prototypen ein. In der IMSA konnten Ex-F1-Fahrer Romain Grosjean, Matteo Cairoli und Andrea Caldarelli, im selben Jahr mit P7 bei den 12h Sebring ein Ausrufezeichen setzen.

Einsätze in der WEC 2025 blieben auf Grund einer Regeländerungen in der Langstrecken-Weltmeisterschaft aus. Diese schreibt vor, dass jede Marken zwei Fahrzeuge in der Hypercar-Klasse einsetzen muss. Eine Regelung, die jedoch „nicht mit der Strategie des Unternehmens zusammenpasst“, wie es in einer Pressemitteilung hieß. Lamborghini hatte in der Langstrecken-Weltmeisterschaft nämlich auf ein Soloprogramm gesetzt, lediglich bei den 24h Le Mans starteten zwei SC63.
Einher mit dem WEC-Abschied ging auch die Trennung von Iron Lynx. 2025 stemmte die Squadra Corse die Kosten für den Einsatz in der IMSA allein, während sich der US-Rennstall Riley um den Werkseinsatz kümmert. Von einem endgültigen Aus des Hypercar-Engagements ist jedoch nicht die Rede: „Lamborghini bleibt dem Motorsport als integraler Bestandteil seiner DNA weiter fest verpflichtet und wird auch in Zukunft mit derselben Leidenschaft neue Rennsport-Möglichkeiten evaluieren.“
Strategische Entscheidung bei Lamborghini: Voller Fokus auf GT3
Trotz der ‚Pause‘ des Hypercar-Programms, bekräftigte das Team aus Sant’ Agata sein Engagement im Motorsport, allerdings mit klarem Schwerpunkt: „Lamborghini hat die strategische Entscheidung getroffen, Fokus und Investitionen auf die GT3-Platform und die Super Trofeo (Marken-Rennserie, d. Red) zu richten. Diese bleiben nach wie vor Eckpfeiler der Motorsportaktivitäten der Marke.“
Im Juli dieses Jahres stellte die italienische Audi-Marke mit dem Temerario GT3 den Nachfolger des äußerst erfolgreichen Huracan GT3 vor. In Kooperation mit Kundenteams soll dieser ab 2026 in diversen Sportwagen-Serien, wie der DTM, GT World Challenge und IMSA mitmischen.
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