BMW bekennt sich langfristig zum Prototypen-Motorsport auf der Langstrecke: Der Autobauer aus München hat am heutigen Donnerstag offiziell bekanntgegeben, auch in den kommenden Jahren in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) sowie in der US-amerikanischen Sportwagenmeisterschaft (IMSA) an den Start zu gehen.
Damit wischen die Bayern die Gerüchte der vergangenen Wochen vom Tisch, nachdem mehrere Medien ein mögliches Aus vorrangig in der IMSA-Serie spekuliert hatten. Grund für diese Annahme: BMW gab am 11. Juli die Trennung des langjährigen US-Werksteams RLL (Rahal Letterman Lanigan Racing) zum Saisonende 2025 bekannt. Der Rennstall um Bobby Rahal setzte seit 2023 zwei BMW M Hybrid V8 in der IMSA ein.
Wie geht es für BMW in der IMSA-Serie weiter?
Jetzt geht es für BMW also langfristig auch in der US-Meisterschaft weiter. Mit welchem Team und in welchem Umfang, soll aber erst "zu einem späteren Zeitpunkt" verkündet werden. Das belgische Top-Team WRT, das die BMW-Prototypen derzeit in der WEC einsetzt, gilt als heißester Anwärter auf die Nachfolge und würde damit ein Doppelprogramm bestreiten.
"Im Zuge unserer Weichenstellung für die Zukunft haben wir uns entschlossen, unsere Ziele in einer veränderten Konstellation zu verfolgen und den Vertrag mit dem BMW M Team RLL über Renneinsätze in der IMSA-Serie nicht zu verlängern", wurde BMW-Motorsportchef Andreas Roos in einer Pressemitteilung zitiert. Eine Zusammenarbeit mit der RLL-Mannschaft bei anderen Aktivitäten in den Vereinigten Staaten sei allerdings möglich.
WEC und IMSA: BMW blickt optimistisch in Langstrecken-Zukunft
Roos weiter: "Ich freue mich sehr, dass wir unser erfolgreiches Hypercar-Programm langfristig sowohl in der FIA WEC als auch in der IMSA-Serie weiterführen. Wir haben in den vergangenen Jahren viel über unseren BMW M Hybrid V8 gelernt, beachtliche Fortschritte erzielt und uns in beiden Serien im Spitzenfeld etabliert. Entsprechend blicke ich mit viel Vorfreude und Optimismus in die Zukunft, die uns dank der langen Homologationsphase der Fahrzeuge hohe Planungssicherheit bietet."
In der WEC sind die Prototypen der Hypercar-Kategorie, inklusive der LMDh-Autos, bis einschließlich 2032 homologiert. Die IMSA strebt einen ähnlichen Zeitraum für die technische 'Einfrierung' der Fahrzeuge an.
BMW und RLL verband seit 2009 eine 17-jährige Partnerschaft, beginnend in der American Le Mans Series (ALMS) und dem späteren Wechsel in die IMSA-Serie. 2023 übernahm RLL das prestigeträchtige LMDh-Projekt in der 'GTP' genannten Topklasse, doch die erhofften Erfolge gegen Porsche, Cadillac, Acura und Lamborghini hielten sich in Grenzen. Nur zwei IMSA-Siege für BMW-Crews stehen bislang in den USA zu Buche. Cadillac (2023) und Porsche (2024) holten die Konstrukteurs-Meisterschaften, wobei die Zuffenhausener auch in der laufenden Saison die Tabelle anführen.
In der WEC, wo sich BMW seit 2024 engagiert, steht der erste Hypercar-Sieg noch aus. Zwei Podestplätze in Fuji 2024 sowie in der laufenden Saison in Imola stehen als beste Resultate zu Buche. Die Fahrer-Crews Kevin Magnussen/Raffaele Marciello/Dries Vanthoor sowie Rene Rast/Sheldon van der Linde/Robin Frijns teilen sich die zwei BMW M Hybrid V8 in der WEC. In der IMSA setzt BMW auf die Fahrer-Duos Marco Wittmann/Sheldon van der Linde sowie Philipp Eng/Dries Vanthoor.
Porsche-Chef weist Ausstiegs-Gerüchte zurück
Während sich BMW nach einem Beschluss des Vorstandes bereits zur Zukunft auf der Langstrecke bekannt hat, steht dieser offizielle Schritt bei Porsche noch aus. Auch um das bis dato höchst erfolgreiche, globale Projekt mit dem Porsche 963 ranken sich immer wieder Ausstiegs-Gerüchte, vornehmlich aus den USA stammend.
Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach sagte vor Kurzem zu Motorsport-Magazin.com: "Da weiß 'Radio Fahrerlager' deutlich mehr als ich. Ganz klare Antwort: Das ist ein komplettes Gerücht. Es gibt absolut nichts in diese Richtung. Es gibt keinen Beschluss, irgendetwas nicht mehr zu machen. Es gibt genehmigte Projekte. Was wir jedes Jahr tun: Wir setzen uns zusammen - mit Marketing, mit Projektverantwortlichen - und schauen uns an, wie die Serien aufgestellt sind. Das besprechen wir auch mit dem Vorstand."



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