Die Pace ist schon mal da, nur an Glück und Erfahrung mangelt es noch etwas: Mick Schumacher kann mit seinem Auftritt beim zweiten Rennwochenende der IndyCar-Saison 2026 durchaus zufrieden sein. An seine Qualifying-Sensation mit Startplatz vier konnte der RLL-Pilot im Rennen (P18) zwar nicht anknüpfen, dafür hat er wertvolle Erkenntnisse vom ersten Start auf einem der berüchtigten Oval-Kurse mitgenommen.

Für seinen überragenden Qualifying-Auftritt gab es obendrein eine Portion Sonderlob vom späteren Rennsieger Josef Newgarden. "Ich fand ihn unglaublich gut", meinte der Penske-Pilot, der mittels einer guten Reifen-Strategie vom zweiten Startplatz aus gewann. "Der Kerl ist ein Neuling im Oval-Rennen, er hat einen tollen Job gemacht."

Mick Schumacher bei Oval-Debüt in IndyCars: Highlights Rennen (09:33 Min.)

Schumacher: "Ich wusste nicht mal, was los war, da war er schon vorbei!"

"Ein hartes Rennen", konstatierte Schumacher, der schon in der Startphase bis auf den zehnten Platz durchgereicht wurde. "Trotzdem haben wir viel gelernt. Wir hatten hier und da ein paar Probleme mit den Boxenstopps und auch bei den Re-Starts. Das Qualifying war aber gut - zumindest etwas lief gut an diesem Wochenende. Jetzt wollen wir verstehen, warum das Rennen nicht wie geplant gelaufen ist, damit wir es nächstes Mal hoffentlich besser machen können."

Dass Schumacher auf dem eine Meile kurzen Oval-Kurs im US-Bundesstaat Arizona trotz guter Ausgangslage nicht ums Podium kämpfen würde, hatten Experten im Vorfeld erwartet. Sein RLL-Team tut sich seit langer Zeit schwer auf den Short Ovals, wenngleich Schumacher einen Fortschritt feststellte. Sein erfahrener Teamkollege Graham Rahal belegte von Startplatz drei immerhin den neunten Rang und glaubte, dass die Pace sogar für ein Top-5-Finish gereicht hätte.

Rookie Schumacher bekam hingegen zu spüren, dass er es bei den IndyCars mit einem Haufen erfahrener Piloten zu tun bekommt - darunter der amtierende Champion Alex Palou, der sechsmalige Meister Scott Dixon oder Newgarden, der den Titel ebenfalls schon zweimal gewinnen konnte.

"Viele der Jungs haben mehr Erfahrung als ich", bestätigte Mick. "Das hat man direkt ab der ersten Runde gesehen. Alex (Rossi, beim Start von P6 auf P3; d. Red.) fuhr direkt auf der High Line. Ich wusste nicht mal, was los war, da war er schon vorbei! Das war sehr interessant zu sehen."

Defekter Schlagschrauber wirft Schumacher in Phoenix zurück

Im weiteren Verlauf des Rennens kostete Schumacher dann eine gehörige Portion Pech ein potenziell besseres Ergebnis als den 18. Platz im Feld der 25 Autos. Bei seinem ersten Boxenstopp in der 71. von 250 Runden streikte der Schlagschrauber vorne rechts, wie das Team später bestätigte. Die Crew brauchte eine ganze Weile, um einen Ersatz zu besorgen. Der extrem langsame Stopp warf Schumacher bis auf P21 zurück und brachte ihm einen Rundenrückstand ein, den er nicht mehr aufholen sollte.

Bei der vergeblichen Aufholjagd half nicht, dass kurz nach Schumachers weiteren Reifenwechseln in den Runden 140 und 202 jeweils eine Caution-Phase folgte. Eine davon hatte ausgerechnet sein RLL-Teamkollege Louis Foster durch einen selbstverschuldeten Mauerkontakt ausgelöst. Über die Strategie war es somit nicht möglich, relevante Zeit auf der Strecke gutzumachen. Schumacher überquerte die Ziellinie nach rund 1:50 Stunden mit zwei Runden Rückstand.

Mick Schumacher beim IndyCar-Rennen in Phoenix, Arizona
Mick Schumacher mit seiner RLL-Crew beim Oval-Rennen in Phoenix, Foto: IndyCar/James Black

Mick Schumacher vor 'Heimrennen' in IndyCars

"Ich denke, die Renn-Pace war insgesamt okay", meinte Schumacher. "Es ging vielleicht an manchen Stellen um die Aggressivität, und an anderen Stellen hatten wir einfach Pech - etwa als wir unter Grün an die Box kamen und direkt danach eine Gelbphase folgte. Das Qualifying lief gut, deshalb werden wir daran arbeiten zu verstehen, warum das Rennen vielleicht nicht ganz nach unseren Vorstellungen lief."

Für Schumacher und den IndyCar-Tross geht es zum Ende eines Triple-Headers bereits am kommenden Wochenende weiter. Auf einem temporären Stadtkurs in Arlington, Texas steigt das dritte Saisonrennen. Den neuen Kurs im Rennkalender, der um die Stadien des NFL-Teams Dallas Cowboys sowie des Baseball-Teams Texas Rangers herumführt, bezeichnet Schumacher als eine Art Heimrennen, weil seine Familie im zwei Autostunden entfernten Gordonville eine Pferde-Ranch betreibt.

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