Was im europäischen Motorsport eher Seltenheitswert hat, gehört im US-Racing zum Standard: wechselnde Sponsoren samt neuer Designs auf Rennautos während einer laufenden Saison. Von dieser Marketing-Strategie ist jetzt auch Mick Schumacher betroffen: Der IndyCar-Rookie geht am kommenden Wochenende beim Rennen in Long Beach mit einem neuen Team-Sponsor an den Start. Einem, der in den vergangenen Jahren etliche Schlagzeilen produziert hat...
Der goldene Totenkopf, der bald Schumachers #47 RLL-Boliden zieren wird, gehört zum Unternehmen 'Liquid Death', zu Deutsch: Flüssiger Tod! Der junge Getränkehersteller mit Hauptsitz in Los Angeles nahe Long Beach hat das Sponsoring beim Heimspiel an Micks Wagen übernommen. Schumachers Grundfarbe bleibt schwarz, dazu gibt es einen ordentlichen Schuss goldener Folierung.
Mick Schumacher mit Totenkopf auf dem Auto
"Liquid Death ist eine großartige Marke mit einer beeindruckenden Wachstumskurve", sagte Jay Frye, Präsident von Rahal Letterman Lanigan Racing. "Wir könnten nicht stolzer sein, sie an diesem Wochenende in Long Beach mit unserem Fahrzeug mit der Nummer 47 für Mick Schumacher in der IndyCar-Welt willkommen zu heißen." Wie lange der Deal mit dem Getränke-Startup läuft und ob er mehr als nur das fünfte Saisonrennen in Long Beach umfassen wird, ist offen.
Die Marke Liquid Death ist in Deutschland nahezu unbekannt, in den USA seit einigen Jahren aber ein echter Renner. Würde man auf den ersten Blick etwas Hochprozentiges hinter dem Inhalt der Dosen vermuten, handelt es sich in Wahrheit um schnödes Wasser mit Kohlensäure, wahlweise mit Geschmackszusätzen. Der Trick hinter der Marke mit Umsätzen im dreistelligen Millionenbereich: schrilles Marketing bei jeder Gelegenheit.
Mit provokanten Werbekampagnen und Slogans wie 'Ermorde deinen Durst' versucht Liquid Death, im gesättigten Trinkwasser-Markt herauszustechen. Die 500-Milliliter-Blechdosen - in Deutschland für rund zwei Euro pro halbem Liter Wasser (!) zu kaufen - erinnern eher an Bier oder Energy Drinks.
Mick Schumacher vor IndyCar-Debüt in Long Beach
Schumacher selbst dürfte der Look seines Rennwagens relativ egal sein. Für den 27-Jährigen deutlich wichtiger: gute Ergebnisse bei seinem Debüt in der IndyCar-Meisterschaft. Die lassen noch auf sich warten. Als absolutes Highlight sticht der vierte Platz im Qualifying auf dem Ovalkurs in Phoenix hervor. In den vier Rennen war sein bestes Ergebnis ein 18. Platz an selber Stelle. Zuletzt im Barber Motorsports Park (Birmingham, Alabama) belegte der frühere Formel-1- und WEC-Fahrer den 24. Rang.
Schumacher rangiert in der Tabelle an 25. und damit letzter Stelle. Der Neueinsteiger hat 31 Punkte auf dem Konto, während Kyle Kirkwood mit 156 Zählern in Führung liegt. Schumachers RLL-Teamkollegen Graham Rahal (82 Punkte) und Louis Foster (46 Punkte) belegen die Plätze zwölf und 21. IndyCar-Veteran Rahal ließ das Team zuletzt mit einem Podestplatz in Barber aufatmen - für den Sohn von Teambesitzer Bobby Rahal war es das erste Podium nach einer Durststrecke von 41 Rennen.
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