Bei den 24 Stunden von Daytona geben sich nicht nur die internationalen Stars des Langstrecken-Sports die Klinke in die Hand, sondern stets auch 'Exoten', die ausschließlich beim US-Klassiker an den Start gehen. Ehemalige Formel-1-Fahrer, Formel-E-Weltmeister oder IndyCar-Champions, zahlreiche DTM-Stars - auch bei der 64. Auflage der 24h Daytona (22.-25. Januar 2026) hat das Teilnehmerfeld für jeden Geschmack etwas zu bieten. Motorsport-Magazin.com beleuchtet die größten Stars im Starterfeld.

Ehemalige Formel-1-Fahrer bei den 24 Stunden von Daytona

Egal wo Rennfahrer mit Formel-1-Vergangenheit an den Start gehen, stehen sie wegen ihrer internationalen Berühmtheit im Rampenlicht. Da bilden die 24 Stunden von Daytona 2026 keine Ausnahme. Zehn Piloten, die in ihrer Karriere mindestens ein F1-Rennen bestritten haben, treten in den unterschiedlichen Klassen an. Aktuelle Formel-1-Fahrer sind allerdings nicht am Start.

Bemerkenswert: Nur vier der zehn Ex-Formel-1-Fahrer können um den Gesamtsieg kämpfen, weil sie in der Topklasse GTP - dem Pendant der WEC-Hypercars - eingeschrieben sind. Felipe Nasr (39 F1-Rennen für Sauber von 2014-2016) kann sich sogar Chancen auf den Daytona-Hattrick ausrechnen: Der Brasilianer gewann das Rennen in den vergangenen beiden Jahren mit Porsche. Nasr teilt sich diesmal den #7 Porsche 963 mit dem deutschen Nachwuchstalent Laurin Heinrich sowie Ex-WEC-Fahrer Julien Andlauer.

Im ohnehin stark bestückten Werkskader von BMW sticht Kevin Magnussen (185 F1-Rennen für McLaren, Renault und Haas von 2014-2024) hervor. Der Däne heuerte Ende 2024 nach seinem Formel-1-Aus beim Autobauer aus München an und bestreitet neben der WEC auch die großen IMSA-Rennen. Magnussen wechselt sich am Steuer des erstmals von WRT eingesetzten BMW M Hybrid V8 mit Marco Wittmann, Philipp Eng und Raffaele Marciello ab. Die bisherigen Resultate lagen hinter den Erwartungen. Gelingt BMW im vierten Jahr des Prototypen-Engagements der Durchbruch?

Jack Aitken (1 F1-Rennen für Williams 2020) kam zwar nur einmalig in der Formel 1 als Ersatzmann für George Russell beim Großen Preis von Bahrain zum Einsatz, hat damit aber faktisch eine F1-Vergangenheit. Größere Erfolge kann der Brite auf der Langstrecke vorweisen: 2025 holte er die Vize-Meisterschaft in der IMSA hinter dem Porsche-Duo Jaminet/Campbell. Cadillac ist von Aitkens Fähigkeiten überzeugt und hat ihn für ein Doppelprogramm bestehend aus IMSA und WEC nominiert. In Daytona teilt er sich den #31 Cadillac V-Series.R von Action Express Racing mit Earl Bamber, Frederik Vesti und NASCAR-Supertalent Connor Zilisch.

Übersicht: F1-Fahrer bei den 24h Daytona 2026

FahrerKlasseAuto/TeamTeamkollegen
Kevin MagnussenGTP#25 BMW M Hybrid V8Philipp Eng/Marco Wittmann/Raffaele Marciello
Felipe NasrGTP#7 Porsche 963Julien Andlauer/Laurin Heinrich
Will StevensGTP#10 Cadillac V-Series.RRicky Taylor/Filipe Albuquerque
Jack AitkenGTP#31 Cadillac V-Series.REarl Bamber/Frederik Vesti/Connor Zilisch
Sebastien BourdaisLMP2#8 Tower MotorsportsJohn Farano/Sebastian Alvarez/Kyffin Simpson
Paul Di RestaLMP2#22 United AutosportsDaniel Goldburg/Rasmus Lindh/Gregoire Saucy
Logan SargeantLMP2#18 Era MotorsportNaveen Rao/Ferdinand Habsburg/Jacob Abel
Pietro FittipaldiLMP2#73 Pratt Miller MotorsportsManuel Espirito Santo/Chris Cumming/Enzo Fittipaldi
Romain GrosjeanGTD#16 Ford Mustang GT3Sheena Monk/Felipe Fraga/Jenson Altzman
Marcus EricssonGTD#45 Lamborghini Hurcan GT3Danny Formal/Trent Hindman/Graham Doyle

Dass auch Will Stevens (18 F1-Rennen für Caterham und Marussia von 2014-2015) mal in der Formel 1 gefahren ist, dürften viele Fans angesichts seiner Ergebnisse bei den Hinterbänkler-Teams gar nicht mehr auf dem Schirm haben. Der Brite hat sich danach auf der Langstrecke etabliert und ist eng mit dem Cadillac-Team Jota in der WEC verbandelt. Bei den 24h Daytona wechselt er in den #10 Caddy von Wayne Taylor Racing an die Seite von Ricky Taylor und Filipe Albuquerque.

Vier weitere Ex-Formel-1-Fahrer haben in Daytona einen Platz in der LMP2-Kategorie gefunden und hoffen auf den Klassensieg in der 2. Liga der Prototypen. Dazu zählt Lokalmatador Logan Sargeant (36 F1-Rennen für Williams von 2023-2024), der sich nach seinem F1-Aus weiter in der Findungsphase befindet. Der US-Amerikaner fährt auf der #18 von Era Motorsport unter anderem zusammen mit dem Österreicher Ferdinand Habsburg. Sargeant bestritt letztes Jahr bereits zwei IMSA-Rennen im LMP2 und testete zuletzt in der WEC einen Ford Mustang GT3.

Beim Klassenkampf in Daytona trifft Sargeant auf weitere Ex-F1-Piloten: Sebastien Bourdais (27 F1-Rennen für Toro Rosso von 2008-2009) gilt wegen seiner vier Champcar-Titel als Star in den USA und startet für Tower Motorsport. Paul Di Resta (59 F1-Rennen für Force India und Williams von 2011-2017) tauscht seinen etatmäßigen WEC-Peugeot für den #22 LMP2 von United Autosports. Und Pietro Fittipaldi (2 F1-Rennen für Haas 2020) spannt auf der #73 von Pratt Miller Motorsports unter anderem mit seinem fünf Jahre jüngeren Bruder Enzo zusammen.

Nun würde man erwarten, dass ehemalige Formel-1-Recken die Langstrecke höchstens in einem schnellen Prototypen in Angriff nehmen. Bei zwei Daytona-Kandidaten sieht das allerdings anders aus: Romain Grosjean (179 F1-Rennen für Renault, Lotus, Haas von 2009-2020) und Marcus Ericsson (97 F1-Rennen für Caterham und Sauber von 2014-2018) gehen in der GTD-Kategorie und damit der kleinsten Klasse an den Start. Grosjean fährt den #16 Ford Mustang GT3 Evo von Riley unter anderem mit der US-Amerikanerin Sheena Monk, während Ericsson den #45 Lamborghini Huracan GT3 Evo2 von Wayne Taylor Racing pilotiert.

Grosjean muss sich nach dem endgültigen Aus des Lamborghini-Prototypen-Projekts nach einer neuen Beschäftigung umsehen und steht vor seinem vierten Antritt in Daytona. Schon 2023 fuhr er einen GT3-Lambo beim 24-Stunden-Rennen, bevor er mit höchst überschaubarem Erfolg in den LMDh-Boliden der Italiener (2024, 2025) wechselte. Auf Ericsson wartet der dritte Daytona-Start und der erste in einem GT3-Fahrzeug.

Romain Grosjean mit Lamborghini in der IMSA
Romain Grosjean fuhrt zuletzt für Lamborghini in der IMSA, Foto: IMAGO/PsnewZ

DTM-Champions bei den 24 Stunden von Daytona 2026

Bei den diesjährigen 24 Stunden von Daytona gehen ganze acht DTM-Champions in den unterschiedlichen Kategorien an den Start. Lässt man Pascal Wehrlein (2015) und Gary Paffett (2018) außen vor, tummeln sich im Starterfeld sogar alle DTM-Meister seit 2013.

BMW schickt die drei Champions Rene Rast (2017, 2019, 2020), Marco Wittmann (2014, 2016) und Sheldon van der Linde (2022) weiterhin in der GTP-Topklasse an den Start. Van der Linde bestreitet die komplette IMSA-Saison mit Dries Vanthoor auf dem #24 BMW, Rast und Robin Frijns stoßen nur für Daytona hinzu. Auf dem #25 Schwesterauto sind Wittmann und Philipp Eng die Stammkräfte und werden in Daytona durch Kevin Magnussen und Raffaele Marciello unterstützt.

Die weiteren fünf DTM-Champions hoffen auf den Klassensieg in der GTD-Pro-Kategorie. Neu dabei ist der #911 Manthey-Porsche mit dem frischgebackenen Meister Ayhancan Güven (2025), Ex-Champion Thomas Preining (2023), Ricardo Feller und Klaus Bachler.

Mirko Bortolotti (2024) kehrt ein letztes Mal in den Lamborghini Huracan von Pfaff zurück, bevor das Modell ab Sebring durch den neuen Temerario GT3 abgelöst wird. Maximilian Götz (2021) steht vor seinem fünften Daytona-Start mit Mercedes-AMG, erstmals aber mit GetSpeed in der GTD-Pro-Klasse. Mike Rockenfeller (2013) bestreitet seine dritte IMSA-Saison als Ford-Werkspilot, fährt den Mustang GT3 dieses Jahr aber nur noch bei den langen Endurance-Rennen.

Weitere Motorsport-Stars bei den 24 Stunden von Daytona

Prominente NASCAR-Fahrer geben sich diesmal nicht die Ehre beim Rennen im US-Bundesstaat Florida, dafür aber eine Schar an Stars aus der IndyCar-Serie. Allen voran der sechsmalige Champion Scott Dixon, der seit mehr als 20 Jahren regelmäßig beim 24-Stunden-Rennen teilnimmt und jetzt seinen vierten Gesamtsieg mit dem #60 Acura ARX-06 und seinen Teamkollegen Tom Blomqvist, Colin Braun sowie AJ Allmendinger anpeilt.

Der Superstar der jüngsten Zeit, der vierfache und amtierende IndyCar-Meister Alex Palou, geht zum vierten Mal in Daytona an den Start. Der Spanier fährt zum zweiten Mal für Acura, im #93 Schwesterauto von Meyer Shank Racing mit Renger van der Zande, Nick Yelloly sowie Kaku Ohta. Ebenso dabei ist der zweimalige IndyCar-Champion Will Power, der sich unter anderem mit Maro Engel den #75 Mercedes-AMG GT3 in der GTD-Pro-Klasse teilt. Auch nicht vergessen wollen wir den früheren Formel-E-Weltmeister Antonio Felix da Costa im #43 LMP2 von Inter Europol Competition.