Bei den 24 Stunden von Daytona 2026 (22.-25. Januar) geht mit JDC-Miller Motorsports nur ein Privatier in der mit elf Autos besetzten, gesamtsiegfähigen GTP-Klasse an den Start. Der US-Rennstall aus Minnesota setzt seit 2023 einen Kunden-Porsche 963 in der IMSA-Meisterschaft ein. Bei der letztjährigen Ausgabe der 24h Daytona erreichte das Team den sechsten Platz, am Steuer saß unter anderem Porsche-Werkfahrer Pascal Wehrlein.
JDC-Miller Motorsports kehrt jetzt mit seinem knallgelben Porsche 963 zurück - allerdings mit einem Boliden auf dem Stand des Vorjahres. Während die beiden von Penske eingesetzten Werks-Porsche das 24-Stunden-Rennen und die gesamte IMSA-Saison mit den letzten Joker-Updates bestreiten werden, hat JDC-Miller um Teamchef John Church auf das Update-Paket verzichtet.
Novum in Hypercar-Ära: Start ohne Updates möglich
Das ist ein Novum in der Hypercar-Ära: Seit 2023 war per Reglement sowohl in der IMSA als auch in der WEC vorgeschrieben, dass privat eingesetzte Autos den gleichen technischen Stand abbilden müssen wie die werksseitigen Prototypen.
Am Montag dieser Woche, kurz vor den offiziellen Roar-Testfahrten in Daytona am kommenden Wochenende, teilte die IMSA allerdings in einem Technischen Bulletin mit, dass einem vor der Saison 2026 homologierten GTP-Auto die Teilnahme an der Meisterschaft gestattet werden kann. "Die für dieses Fahrzeug geltende Homologationsspezifikation gilt als eingefroren und darf nicht teilweise oder selektiv aktualisiert werden", heißt es in dem öffentlich einsehbaren Schreiben.
Sollte sich ein Privat-Team entscheiden, während der laufenden Saison auf die aktuelle Update-Konfiguration des Herstellers umrüsten zu wollen, darf das nur mit Genehmigung der IMSA geschehen. Dabei ist es verboten, nur einzelne Teile eines Update-Pakets zu nutzen, frei nach dem Motto: entweder ganz, oder gar nicht.

Verzicht auf Porsche-Update: Kundenteam spart Kosten
Mit dem Verzicht auf die Porsche-Updates will sich JDC-Miller Motorsports die zusätzlich anfallenden Kosten für das Entwicklungspaket sparen. "Das ist die einzige Möglichkeit, damit wir in der Startaufstellung bleiben", sagte Teamchef Church zu Sportscar365. Eine Umrüstung während der kommenden Saison sei aus Kostengründen nicht geplant. Dabei soll der Vorjahres-Porsche laut dem US-Amerikaner in der Balance of Performance genauso eingestuft werden wie die überarbeiteten Werks-Autos.
Porsche hat seinen 963 trotz des WEC-Ausstieges über den Winter für die IMSA-Zukunft sowie das Projekt 'Titelverteidigung' weiterentwickelt und soll dafür seinen vierten Evo-Joker eingesetzt haben. Dabei soll es sich um Aero-Updates am Frontsplitter, am Heck-Diffusor sowie an der Motorabdeckung handeln. Alle LMDh-Hersteller haben ihre Prototypen für 2026 weiterentwickelt, auch, weil eine Neuvermessung erstmals im Windkanal von WindShear in North Carolina verpflichtend war.
JDC-Miller-Porsche geht bei den 24 Stunden von Daytona mit Stammfahrer Tijmen van der Helm, dem früheren Proton-WEC-Piloten Nico Pino sowie dem noch weitgehend unbekannten US-Amerikaner Kaylen Frederick an den Start. Nach dem Abschied des deutschen Teams Proton Competition ist JDC-Miller Motorsports das letzte von Porsche belieferte LMDh-Kundenteam.



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