Robin Frijns ist nach seinem Unfall beim Formel-E-Saisonauftakt in Mexiko-City erfolgreich operiert worden. Der Abt-Pilot zog sich bei der frühen Kollision mit Nissan-Pilot Norman Nato Knochenbrüche an der Hand sowie am Handgelenk zu, teilte sein Team am Sonntagabend mit. Die OP am Samstag nach dem Rennen sei gut verlaufen und auch der FIA-Arzt habe Frijns bereits überprüft.

Der Niederländer, der in der ersten Runde seinem Vordermann Nato aufs Heck gefahren war und die Hände beim Aufprall nicht rechtzeitig vom Lenkrad entfernen konnte, sei laut den Äbten "guter Dinge und hofft, bald nach Hause fliegen zu können, was höchstwahrscheinlich am Dienstag sein wird". Einen Dank richtete der Rennstall mit Sitz in Kempten an die FIA und das medizinische Personal an der Strecke sowie im Krankenhaus für die gute Behandlung.

Frijns hatte kurz nach dem Kontakt auf dem Weg in die Schikane auf der Gegengeraden bereits am Teamfunk über Schmerzen geklagt. Ein kleines Glück im Unglück: Er kam auf der Strecke genau an der Stelle zum Stehen, wo sich das Medical Center der FIA befand. Die Rennleitung wertete die Kollision, die auch den Franzosen Nato aus dem Rennen nahm, als Rennzwischenfall und sah von einer nachträglichen Bestrafung ab.

"Leider war es bei Robin ein schwarzer Tag", sagte Abt-Teamkollege Nico Müller kurz nach dem Rennende am Samstag. "Es hat Priorität, dass er nach dem Unfall gesund wird. Seiner Hand geht es leider nicht gut. Ich drücke die Daumen, dass er schnell wieder fit wird." Müller besuchte seinen heutigen Formel-E- und früheren DTM-Teamkollegen anschließend im Krankenhaus, wie er auf Instagram mitteilte.

Wie es mit Frijns bezüglich der kommenden Rennen weitergeht, wird das Abt-Team zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen. In weniger als zwei Wochen steht mit dem Double-Header in Saudi-Arabien (27./28. Januar 2023) die nächste Runde im Rennkalender bevor. Sollte Frijns nach seiner Operation nicht einsatzbereit sein, steht nach Informationen von Motorsport-Magazin.com mit Audi-Sport-Fahrer Kelvin van der Linde ein Ersatzfahrer parat. Der Südafrikaner startete zuletzt in der DTM für Abt Sportsline.

Für Abt-Cupra begann das Comeback in der Formel E nach einem Jahr Auszeit nicht wie erhofft. Bei Frijns' Ausfall belegte Teamkollege Müller den 14. Platz und ging im ersten Rennen der neuen Saison leer aus. Beide Abt-Piloten mussten das Rennen im Autodromo Hermanos Rodriguez von den hinteren Startpositionen aufnehmen. Teamchef Thomas Biermaier hatte wegen der Kürze der Vorbereitung bereits erwartet, dass sich die Äbte mit ihren Mahindra-Kundenautos in den ersten Rennen schwer tun würden.

In der Formel E war es saisonübergreifend das dritte Rennen in Folge, bei dem sich ein Fahrer an der Hand verletzte. Beim London ePrix erlitt Jaguar-Pilot Sam Bird 2022 einen Mittelhandbruch und verpasste das anschließende Saisonfinale in Seoul.

In der südkoreanischen Millionen-Metropole zog sich dann Antonio Giovinazzi (Dragon-Penske) eine Verletzung an der Hand zu und konnte beim zweiten Rennen des Wochenendes nicht mehr an den Start gehen. Der Ferrari-Werksfahrer wurde durch den heutigen Nissan-Piloten Sacha Fenestraz ersetzt, der sein Renndebüt in der Formel E gab.