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Formel E

Vergne bei Peugeot: Weiter Formel E - Le Mans hat Priorität

Jean-Eric Vergne zählt zum Peugeot-Kader für das neue Hypercar-Projekt. Der Franzose erklärt, wie sich der neue Job mit der Formel E vereinbaren lässt.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - DS Techeetah-Star Jean-Eric Vergne bleibt der Formel E auch nach seinem neuen Deal als Peugeot-Werksfahrer erhalten. Ab 2022 startet der zweifache Formel-E-Meister für den Autobauer aus Frankreich in der in der Langstreckenweltmeisterschaft WEC, wie das Unternehmen an diesem Montag bekanntgab.

Vergne ist einer von sieben Piloten, die in das neue Hypercar-Projekt von Peugeot involviert sind. Mit Techeetah-Testfahrer James Rossiter und Landsmann Loic Duval (28 Formel-E-Rennen zwischen 2014 und 2017) trifft der Franzose bei Peugeot auf Altbekannte. "Ich mache in der Formel E weiter", sagte Vergne.

Vergne: Le Mans hat Priorität

Peugeot gehört wie DS Automobiles zur kürzlich erschaffenen Stellantis-Gruppe. "Ich schätze mich glücklich, Teil der Stellantis-Motorsport-Gruppe zu sein", so Vergne in einer exklusiven Medienrunde zu Motorsport-Magazin.com. "Da ich dadurch quasi die gleichen Bosse habe, werden sie mir schon sagen, wo ich fahren soll."

Vergne erklärte weiter: "Wenn wir die WEC gewinnen können und nicht mehr in der Lage sein sollten, um die Meisterschaft in der Formel E zu kämpfen, dann werde ich in der WEC fahren. Und Le Mans genießt Priorität, das ist klar. Ich denke, dass die Organisatoren beider Serien viel miteinander sprechen, damit es keine Termin-Kollisionen geben wird."

In der Vergangenheit kam es mehrfach zu terminlichen Überschneidungen zwischen der Formel E und der WEC mit den 24 Stunden von Le Mans als Saisonhighlight. Durch den Aufstieg der Elektro-Rennserie zur FIA-Weltmeisterschaft und Parallelprogrammen zahlreicher Fahrer erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Termin-Kollisionen künftig vermieden werden können.

Vergne: Will oft in Le Mans siegen

Vergne tritt mit dem Einstieg von Peugeot im Jahr 2022 zum ersten Mal in der Top-Kategorie der WEC und Le Mans an. Der 30-Jährige startete von 2017 bis 2020 viermal in der LMP2-Klasse für Manor TRS Racing (2017) sowie G-Drive Racing (2018-2020). Sein bestes Ergebnis war ein fünfter Platz in der Klasse beim 24h-Rennen 2020 zusammen mit Roman Rusinov und dem Dänen Mikkel Jensen, der nun ebenfalls zum Peugeot-Aufgebot gehört.

Vergne blickte dem Hypercar-Engagement, das Teilnahmen bei den weltweit wichtigsten Langstrecken-Rennen von Daytona bis Le Mans ermöglicht, mit Vorfreude entgegen. "Ich bin überzeugt, dass wir ein gutes Auto haben werden. Das ist das Wichtigste, wenn du in Le Mans fährst. Zusammen mit Peugeot bin ich überzeugt, dass das der Fall sein wird. Ich will oft in Le Mans siegen."

Das Peugeot-Aufgebot für die Rückkehr zu den 24 Stunden von Le Mans 2022 - Foto: Peugeot Sport

Vergne greift nach drittem Formel-E-Titel

Während Vergne in der Formel E und zu seinen Formel-1-Zeiten ein Auto und Team für sich allein hatte, musste er sich auf der Langstrecke an den Umgang mit Teamkollegen gewöhnen. Vergne: "Im Single-Seater kämpfst du gegen deine Teamkollegen und die anderen Fahrer. Der Langstrecken-Sport bringt die Fahrer während einer Saison oder in deiner Karriere näher zusammen. Wer weiß, wo wir in zehn Jahren stehen! Aber wir haben zusammen ein tolles Abenteuer erlebt und diese Erfahrung schweißt für immer zusammen."

Vor dem Beginn des Hypercar-Projekts wartet auf Vergne die siebte Saison in der Formel E. Der WM-Auftakt geht mit zwei Nachtrennen in Saudi-Arabien am 26./27. Februar 2021 über die Bühne. Zusammen mit Teamkollege und Champion Antonio Felix da Costa greift Vergne mit DS Techeetah nach seiner dritten Fahrer- sowie der vierten Team-Meisterschaft innerhalb von vier Jahren.


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