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Formel E

Formel E: Pascal Wehrlein wechselt zu Porsche

Jetzt steht es offiziell fest: Pascal Wehrlein ersetzt Neel Jani ab 2021 - deutsches Duo für den Sportwagenbauer in der Formel E.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Einen Tag nach dem Finale der Formel E in Berlin gibt Porsche wie erwartet einen Fahrerwechsel für die 2021 beginnende siebte Saison bekannt: Pascal Wehrlein stößt zum Team und ersetzt den oftmals glücklosen Schweizer Neel Jani. Mit Wehrlein und Andre Lotterer treten im nächsten Jahr zwei deutsche Fahrer für den Sportwagenbauer in der Elektro-Rennserie an.

Wehrleins Wechsel war seit vielen Wochen ein offenes Geheimnis. Der jüngste DTM-Champion der Geschichte und frühere Formel-1-Fahrer trat in seiner zweiten Saison für Mahindra an, kam in Berlin allerdings nicht mehr zum Einsatz. Per Instagram hatte Wehrlein seinen Abschied verkündet mit dem Hinweis, dass er gerne die sechs Rennen auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof bestritten hätte.

Mahindra winkte ab und setzte in Berlin stattdessen auf den Briten Alex Lynn - ein Hinweis darauf, dass beim Wechsel nicht alles ganz reibungslos verlaufen war. Zu diesem Zeitpunkt sollen sich Wehrlein und sein in Monaco ansässiges Management längst mit Porsche einig gewesen sein.

"Ich bedanke mich bei allen Verantwortlichen von Porsche für diese großartige Möglichkeit sowie für das Vertrauen in meine Fähigkeiten", sagte Wehrlein nach seinem Wechsel zum Team, das in der abgelaufenen Saison sein Debüt in der Formel E gab. "Nun freue ich mich darauf, das Team kennenzulernen und die Arbeit in Weissach schnellstmöglich zu beginnen."

In seiner zweiten Saison taten sich Wehrlein und Mahindra oftmals schwer, sein Highlight war der vierte Platz in Santiago de Chile. Sein Potenzial ließ Wehrlein bereits in seiner Debütsaison erkennen: Startplatz sieben in seinem ersten Rennen in Marrakesch, anschließend in Santiago de Chile fuhr Wehrlein den zweiten Startplatz über die Ziellinie, beim dritten ePrix in Mexiko holte er die Pole und hatte bis zur vorletzten Kurve den Sieg vor Augen.

In seinen zwölf Rennen der Saison 2018/19 startete Wehrlein viermal aus Startreihe eins, achtmal eroberte er einen Platz in den Punkterängen. Ein Leistungsabfall der Renn-Performance zur Mitte der Saison führte Wehrlein auf den zwölften Gesamtplatz in der Meisterschaft.

"Er hat in seinen jungen Jahren viel Erfahrung in unterschiedlichen Rennserien gesammelt und dort immer wieder glänzen können", sagt Porsche Motorsport-Leiter Fritz Enzinger. "Gleichzeitig bedanken wir uns bei Neel Jani für seinen außerordentlichen Einsatz. Er hat einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklungsarbeit für unser Formel-E-Projekt geleistet und damit großen Anteil an den Erfolgen des TAG Heuer Porsche Formel-E-Teams in der abgelaufenen Saison. Neel bleibt auch weiterhin ein Teil von Porsche. Wir werden ihn bald wieder für künftige Motorsport-Projekte im Einsatz sehen."

Jani erlebte eine glücklose Saison mit Porsche und erzielte erst im vorletzten Rennen der Saison seine ersten Punkte. Teamkollege Andre Lotterer errang hingegen zwei Podestplätze und eine Pole Position und beendete die Saison auf dem achten Gesamtrang.

Wehrleins Wechsel ist der nächste spektakuläre Deal für die Saison 7, die im Januar 2021 in Chile beginnt und in Deutschland durch den neuen TV-Partner Sat.1 übertragen wird. Zuvor hatte sich Felipe Massa nach zwei Jahren bei Venturi verabschiedet, sein Nachfolger steht noch nicht fest.

Mit Sam Bird verlässt zudem einer der erfolgreichsten Fahrer der Formel E nach sechs Jahren Virgin Racing und folgt bei Jaguar auf James Calado. Bei Audi könnte Rene Rast nach seinen guten Ergebnissen in Berlin ein Stammcockpit ab 2021 erhalten. Ob Daniel Abt nach seinem Rauswurf bei Audi und dem Wechsel zu NIO weitermacht, bleibt unbekannt. Bei BMW soll unterdessen unklar sein, ob Alex Sims eine weitere Saison für die Münchner an der Seite von Maximilian Günther bestreitet.

Die deutschen Hersteller in der Formel-E-Saison 2019/20

Team Meisterschaft Punkte in Berlin Siege gesamt Podestplätze gesamt
Mercedes P3 (147 Punkte) 91 1 4
BMW P5 (118 Punkte) 28 3 4
Audi P6 (114 bPunkte) 68 0 3
Porsche P8 (79 Punkte) 54 0 2

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