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Formel E

E-Scooter-Rennserie: Wurz und di Grassi stellen Weltneuheit vor

Rennen mit E-Scootern? Das soll schon 2021 Realität werden. Eine neue Rennserie mit prominenten Unterstützern stellt ihr Projekt vor.
von Robert Seiwert
Neue E-Scooter-Rennserie: Mit 100 km/h durch die Stadt: (00:52 Min.)

Das hat die Welt noch nicht gesehen. Ab 2021 will eine neue, bislang nie dagewesene Rennserie für Furore sorgen: die eSkootr Championship. Hier sollen Rennfahrer und andere Leistungssportler mit bis zu 100 km/h schnellen Elektro-Scootern Rennen auf speziellen Kursen in internationalen Metropolen austragen.

Was im ersten Moment nach einem Scherz klingen mag, hat prominente Unterstützer. Der frühere Formel-1-Pilot und zweifache Le-Mans-Sieger Alex Wurz aus Österreich sowie Formel-E-Pilot Lucas di Grassi treten als Botschafter auf den Plan. Gegründet wurde die geplante Meisterschaft von Motorsport-Geschäftsmann Hrag Sarkissian und Khalil Beschir, einem Formel-1-Kommentator und früherem Fahrer in der A1-GP-Serie.

Der Zweck hinter der Elektroscooter-Meisterschaft: Mit Rennen in urbanen Großstädten will die Serie auf Nachhaltigkeit und eine bessere Umwelt aufmerksam machen. Die immer stärker aufkommenden E-Scooter in zahlreichen Innenstädten sollen hier als Fahrzeug und gleichzeitige Werbebotschaft für die Mikromobilität dienen.

Das Konzept erinnert stark an die Formel E, die mit ähnlichen Zutaten seit der Gründung 2014 einen wahren Hersteller-Boom erlebt hat. Da passt es, dass Audi-Werkspilot di Grassi, der in seiner Heimat Brasilien E-Bikes entwickelt und als UN-Botschafter auftritt, dem neuen Elektro-Projekt angehört.

Foto: eSC

"Wie wir bereits bei der Formel E gesehen haben, gibt es im Bereich der Elektromobilität erhebliche Möglichkeiten für einen Paradigmenwechsel - sowohl auf als auch außerhalb der Strecke", wird di Grassi in einer Pressemitteilung zitiert. "Und da die Diskussion um Mikromobilität zunimmt, ist die Elektroroller-Meisterschaft perfekt positioniert, um die Vorteile sauberer, nachhaltiger Transportlösungen in unserem täglichen Leben zu verstärken."

Geplant ist, unterschiedliche Sportler gegeneinander antreten zu lassen, darunter Rennfahrer, Radprofis, Skater, Snowboarder oder Motorradfahrer - zu einem bezahlbaren Preis im Gegensatz zu einigen Autorennserien. Am Rande der Events wollen die Verantwortlichen zudem Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammenbringen, um für zukünftige und nachhaltige Verkehrsmöglichkeiten zu werben.

Foto: eSC

Alex Wurz sagt: "Als Rennfahrer möchte ich eine Serie schaffen, die den Nervenkitzel und die Intensität der Motorsport-Serie aufweist, mit der wir alle aufgewachsen sind, aber mit den Kosten und der Verantwortung, die sie für alle zugänglich und attraktiv machen."

Technische Partner für die Entwicklung der E-Scooter seien bereits an Bord. Einen Prototypen wollen die Macher der eSkootr Championship zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr der Öffentlichkeit präsentieren. Di Grassi war seinerzeit in die Entstehung der Formel E als Testfahrer involviert und besaß zwischenzeitlich Anteile an der sogenannten Roborace-Serie, bei der autonome Rennwagen antreten sollen. Rennen haben bislang nicht stattgefunden.


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