Formel E

Formel E Mexiko: Lotterer beschert Porsche erste Pole Position

Andre Lotterer holt sich die Pole Position für den ePrix in Mexiko. Für Neueinsteiger Porsche ist der Start von Position eins eine Premiere in der Formel E.
von Robert Seiwert und Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Andre Lotterer hat in der Qualifikation zum ePrix in Mexiko-City die Pole Position geholt. Mit einer Zeit von 1:07.922 Minuten sicherte sich der Deutsche nach Rom 2019 seine zweite Pole in der Formel E. Lotterer holte beim erst vierten Einsatz von Porsche die erste Bestzeit in der Qualifikation für den deutschen Automobilhersteller.

Nach der Qualifikation sagte Lotterer: "Heute lief es gut, aber um konstant vorne zu fahren, ist es noch ein langer Weg. Es war knifflig da draußen, ich hatte viel Übersteuern. Aber ich mag es, wenn ein Auto etwas übersteuert, deshalb kam ich gut klar. Die letzten beiden Rennen liefen nicht gut, obwohl wir das Potenzial für Punkte hatten. Heute möchten wir etwas Zählbares mitnehmen."

Mitch Evans, der zuletzt in Santiago vom ersten Startplatz ins Rennen startete, ging in der abschließenden Superpole-Runde als Letzter auf die Strecke und hätte Lotterer die Pole noch streitig machen können. Doch der Jaguar-Fahrer scheiterte um 0,063 Sekunden. Dritter wurde Pascal Wehrlein, der nach einer Grid-Strafe wie sein Teamkollege Jerome D'Ambrosio jedoch ans Ende des Feldes versetzt wird.

"Unser Rennen ist natürlich beeinträchtigt, aber wir haben im Qualifying den bestmöglichen Job gemacht", sagte Wehrlein. "Es ist wirklich schade, dass wir wegen der Strafe von hinten starten müssen."

Die Plätze dahinter belegten Nyck de Vries (Merecdes), Sebastien Buemi (Nissan) und Sam Bird (Virgin). Buemi schaffte es zum dritten Mal im vierten Saisonlauf in die Superpole-Runde, der amtierende Vize-Meister wartet allerdings noch immer auf seine erste Punkteausbeute.

Qualifying: So lief die Gruppenphase

In der ersten Qualifikationsgruppe gingen gemäß Reglement die Bestplatzierten in der Meisterschaft an den Start. Sam Bird im Virgin fuhr die Bestzeit. Chile-Sieger Maximilian Günther landete mit sieben Zehnteln Rückstand auf dem fünften Platz der Gruppe. Sein BMW-Teamkollege Alexander Sims, der in dieser Saison ebenfalls bereits ein Rennen gewann, wurde Gruppenletzter.

Nach der Gruppenphase belegten die beiden BMW-Piloten Günther und Sims nur die Plätze 18 und 20.

Zunächst schien es, als würde sich die Strecke wie in der Formel E üblich im Laufe der Qualifikation verbessern: Aus der zweiten Gruppe schoben sich Mitch Evans (Jaguar), Nyck de Vries (Mercedes), Andre Lotterer (Porsche) und Pascal Wehrlein vor Bird. Die Chancen des Briten auf den Einzug in die Superpole, für die sich die schnellsten sechs Fahrer qualifizieren, schienen damit schon früh geschmälert zu sein.

Doch in der zweiten Hälfte der Qualifikation gab es einige Überraschungen: Von den sechs Fahrern der dritten Gruppe schob sich lediglich Robin Frijns (Virgin) unter die Superpole-Qualifikanten. Er belegte den sechsten Rang.

Auch aus der letzten Gruppe, deren Piloten die vermeintlich besten Streckenverhältnisse vorfanden, schaffte es mit Sebastien Buemi (Nissan) nur ein Fahrer in die Top-6. Nico Müller (Dragon) beendete die Gruppenphase auf Platz acht. Das ist sein bestes Qualifikationsergebnis in der Formel E.

Hinter Müller konnte der amtierende Champion Jean-Eric Vergne erneut nicht an die guten Resultate der Vorjahre anknüpfen. Der Neuntplatzierte sagte: "Ich hatte heute viele Probleme mit meinen Bremsen. Ich wollte im Qualifying keinen Fehler machen, aber dadurch war ich auch nicht so schnell." Techeetah-Teamkollege Antonio Felix da Costa wurde Zehnter.

Abt aus Krankenhaus entlassen

In Abwesenheit seines Audi-Teamkollegen Daniel Abt qualifizierte sich Lucas di Grassi auf Platz 17. Der brasilianische Qualifying-Chefkritiker musste einmal mehr in der ungeliebten Gruppe 1 starten. Di Grassi: "Die erste Gruppe war im Nachteil. Ich habe zwar im letzten Sektor vier Zehntel verloren, aber für die Super Pole hätte es eh nicht gereicht. Selbst mit einer Superrunde wäre ich nicht in die Super Pole gekommen."

Abt musste nach seinem Unfall im 1. Freien Training in der Qualifikation pausieren. Er befand sich auf dem Rückweg vom Krankenhaus zur Strecke. Laut Audi hat ein Software-Problem zu dem Unfall geführt. Obwohl der 27-Jährige hart bremste, verlangsamte sein Fahrzeug nicht wie vorgesehen. Das Problem wurde vor Beginn des Qualifyings am Audi seines Teamkollegen di Grassi sowie an den beiden Kundenautos von Virgin behoben.

Wie Di Grassi hatte auch Stoffel Vandoorne, Spitzenreiter in der Gesamtwertung, damit zu kämpfen, dass er in der ersten Gruppe auf die Strecke fahren musste. Er beendete das Qualifying als Elfter. Sein Mercedes-Teamkollege Nyck de Vries sicherte sich als Teilnehmer der zweiten Gruppe die vierte Position. Das stellte den Teamchef zufrieden. "Ich bin stolz, dass Nyck in die Superpole gekommen ist. Er wird schließlich von P3 ins Rennen gehen", sagte Ian James. "Die Streckenbedingungen waren von Beginn an zufriedenstellend. Dennoch konnte man sehen, wie sich die Strecke verbessert hat. Stoffel hat eine solide Runde gezeigt, die ihn auf die zehnte Startposition gebracht hat. In seiner Gruppe wurde er Zweiter."

Mexiko-City ePrix 2020 Qualifying

1 Lotterer (Porsche) 1:07.922
2 Evans (Jaguar) 1:07.985
3 Wehrlein (Mahindra) 1:08.200
4 De Vries (Mercedes) 1:08.214
5 Buemi (Nissan) 1:08.364
6 Bird (Virgin) 1:08.444
7 Frijns (Virgin) 1:08.435
8 Müller (Dragon) 1:08.479
9 Vergne (Techeetah) 1:08.496
10 Da Costa (Techeetah) 1:08.540
11 Vandoorne (Mercedes) 1:08.636
12 Mortara (Venturi) 1:08.661
13 Rowland (Nissan) 1:08.726
14 D'Ambrosio (Mahindra) 1:08.788
15 Hartley (Dragon) 1:08.878
16 Jani (Porsche) 1:08.880
17 Di Grassi (Audi) 1:08.998
18 Günther (BMW) 1:09.098
19 Calado (Jaguar) 1:09.331
20 Sims (BMW) 1:09.376
21 Massa (Venturi) 1:09.450
22 Hua (NIO) 1:10.176
23 Turvey (NIO) 2:10.061
24 Abt (Audi) -


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