Formel E

Formel E - Lotterers Porsche-Wechsel: Kurzfristiger Rückschritt

Vom Meister-Team zum absoluten Neueinsteiger: Andre Lotterers Rückkehr zu Porsche war ein mutiger Schritt. Erster Sieg in der Formel E soll bald folgen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die Entscheidung kann als durchaus mutig bezeichnet werden: Andre Lotterer ist vom amtierenden Meister-Team Techeetah zum absoluten Neueinsteiger Porsche gewechselt - dem einzigen Rennstall in der Formel E, dem keinerlei Erfahrungen aus der Vor-Saison zur Verfügung stehen.

"Kurzfristig ist es schon ein Rückschritt, ein Team zu verlassen, das Meisterschaften gewonnen hat", räumt Lotterer nach seiner Rückkehr in die Porsche-Familie ein. "Aber vielleicht kann ich zwei Schritte nach vorne machen, sobald wir alles aussortiert haben. Ich glaube an Porsche und an das gesamte Team."

Experten haben keinen Zweifel daran, dass Porsche in der Formel E relativ schnell auf dem Niveau der etablierten Top-Teams mitmischen kann. Mehr als 5.000 Testkilometer hat der neue Rennwagen mit dem Namen 99X Electric im erlaubten Rahmen des Reglements inzwischen zurückgelegt.

"Die Lernkurve geht stetig nach oben", sagt Malte Huneke, Porsches Technischer Projektleiter. "In Weissach analysieren wir zurzeit eine Vielzahl von Daten, die wir während der letzten Testtage in Valencia gesammelt haben."

Während der dreitägigen Tests in Spanien konnte Porsche noch nicht mit Bestwerten glänzen. In der Zusammenfassung aller Rundenzeiten landete Lotterer mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:15.699 Minuten auf dem 19. Platz. Der Rückstand des dreifachen Le-Mans-Siegers auf Spitzenreiter Maximilian Günther (BMW) betrug rund sechs Zehntelsekunden. Lotterers Teamkollege Neel Jani landete mit seiner besten Runde in Valencia auf dem 22. Rang.

Die Rundenzeiten sind mit Blick auf die anstehende Saison mit Vorsicht zu genießen. Der Circuit Ricardo Tormo ist eine permanente Rennstrecke, während die Formel-E-Rennen selbst größtenteils auf temporären Stadtkursen mit einer unterschiedlichen Charakteristik ausgetragen werden.

"Die Gegebenheiten an der Rennstrecke sind nicht direkt mit den Formel-E-Stadtkursen vergleichbar, zum Beispiel im Hinblick auf Streckenführung und Asphalt", bestätigt Porsche-Mann Huneke. "Nichtsdestotrotz konnten wir viele wertvolle Informationen mitnehmen - insbesondere in Sachen Rennsimulationen - sowie unsere operativen Abläufe optimieren."

Während das Neueinsteiger-Team das unbekannte Abenteuer Formel E mit Vorsicht in Angriff nimmt, lechzt Lotterer nach dem ersten Sieg, der ihm in seiner Zeit bei Techeetah verwehrt blieb. Beim Saisonauftakt in Saudi-Arabien (22./23. November) sei der Rennsieg das Ziel, "auch ein Podestplatz wäre super".

Lotterer weiter: "Wir haben alle Zutaten, die man sich vorstellen kann, um zu siegen. Es geht nur darum, alles unter einen Hut zu bekommen. Und das wird seine Zeit brauchen, denn in der Formel E geht es um Erfahrung."


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