Formel E

Formel E, Podest-Premiere für Wehrlein: Hätte gewinnen können

Pascal Wehrein fährt in seinem erst zweiten Rennen in der Formel E auf das Podium. Der Mahindra-Pilot trauert in Chile einem möglichen Sieg hinterher.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Zweites Rennen, erstes Podium: Pascal Wehrlein ist ein eindrucksvoller Auftakt in sein neues Abenteuer namens Formel E gelungen. Beim Santiago ePrix in Chile belegte der Mahindra-Neuzugang den zweiten Platz hinter Rennsieger Sam Bird. Damit fuhr Wehrlein in seinem ersten 'richtigen' Rennen auf Anhieb aufs Podest, nachdem er beim eigentlichen Debüt in Marrakesch bereits in der ersten Runde ausgeschieden war.

Wehrlein nahm das heißeste Rennen in der Geschichte der Formel E mit Temperaturen von bis zu 37 Grad nach einem erneut starken Qualifying vom zweiten Startplatz auf. Nach den ersten Runden fiel der ehemalige Formel-1- und DTM-Pilot auf Platz drei zurück. In der zweiten Rennhälfte profitierte Wehrlein allerdings vom Ausfall des bis zu diesem Zeitpunkt Führenden Sebastien Buemi (Nissan e.dams) und rückte wieder auf den zweiten Platz nach vorne.

In der Schlussphase machte sich Wehrlein sogar Hoffnungen auf den Sieg. Damit wäre er nach Daniel Abt der zweite deutsche Rennsieger in der Geschichte der rein-elektrischen Formelserie gewesen. Diesem Vorhaben machte aber die Batterie in seinem Mahindra-Rennwagen einen Strich durch die Rechnung - Wehrlein musste seinen Angriff auf Bird stoppen, um die Temperaturen im Aggregat nicht noch weiter in die Höhe zu treiben.

"Ich glaube, dass ich hätte gewinnen können", sagte Wehrlein, der den Saisonauftakt der Formel E wegen vertraglicher Angelegenheiten mit seinen ehemaligen Arbeitgebern Mercedes und HWA hatte auslassen müssen. "Ich konnte nur eine Attacke starten. Danach hat mir das Team direkt gesagt, dass wir langsam machen müssen, sonst hätten wir das Rennen wegen der Batterie nicht beenden können."

Wehrlein, der sich in den letzten Runden bis auf wenige Zehntelsekunden an Spitzenreiter Bird herangearbeitet hatte, musste aus Sicherheitsgründen vom Gas gehen. Beim Zieleinlauf fehlten ihm somit 6,5 Sekunden auf den Briten aus dem Audi-Kundenteam Virgin. Wehrlein: "Ich hätte mich gefreut, in den letzten drei Runden mit ihm zu kämpfen. Ich bin aber sicher, dass so etwas in Zukunft noch kommen wird."

Wehrlein beschwerte Mahindra Racing den dritten Podestplatz im dritten Rennen der Saison. Zuvor fuhr Teamkollege Jerome D'Ambrosio in Saudi-Arabien auf den dritten Platz, bevor er im darauffolgenden ePrix von Marrakesch seinen ersten Sieg für den indischen Rennstall erzielte. In Santiago tat sich D'Ambrosio hingegen schwerer. Nach einem verpatzten Qualifying musste der Belgier aus der letzten Reihe starten, kämpfte sich aber bis auf den zehnten Platz nach vorne.

"Wir haben ein sehr gutes Auto", sagte Wehrlein. "Und das Team macht einen super Job. Es gibt viele Dinge, auf die man sich in Zukunft freuen kann. Das Team und ich passen perfekt zusammen. Sie geben mir viel Vertrauen und Zuversicht. Ich will deshalb mein Bestes geben."

Mahindra belegt weiter den zweiten Platz in der Team-Wertung hinter Virgin. D'Ambrosio ist nach 3 von 13 Rennen Gesamtzweiter, Wehrlein liegt auf dem neunten Platz in der Meisterschaft. Das vierte Saisonrennen der Formel E steigt am 16. Februar in Mexiko-City.


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