Formel E

Formel E - Erklärt: So funktioniert der neue Attack Mode

Die Formel E bekommt zur neuen Saison ein spezielles Strategie-Element: den Attack Mode. So funktioniert der Modus, der die Spannung erhöhen soll.
von Robert Seiwert
Formel E Regeln: So funktioniert der Attack Mode: (01:11 Min.)

Die Formel E erlebt die erste große Revolution ihrer jungen Geschichte: Zur neuen Saison lösen die stärkeren Gen2-Autos ihre Vorgänger ab, womit der Wechsel des Rennwagens zur Rennmitte entfällt. Um weiter ein strategisches Element zur Verfügung zur haben, führt die Formel E jetzt den sogenannten Attack Mode ein.

Damit steht einem Fahrer während des Rennens kurzzeitig mehr Leistung zur Verfügung, um andere Autos zu überholen oder die Position zu verteidigen. Zwei Wochen vor dem Auftakt in die fünfte Saison in Riad, Saudi-Arabien am 15. Dezember hat die Formel E den neuen Attack Mode nun im Detail vorgestellt. Bereits bekannt war, dass die Power des Autos innerhalb dieses Modus von 200 kW (272 PS) auf 225 kW (306 PS) ansteigt.

Die Fahrer sind laut Reglement verpflichtet, den Attack Mode im Rennen zu nutzen. Wie oft und wie lange der Attack Mode genutzt werden darf, legt die FIA vor jedem Rennen fest. Laut Informationen von Motorsport-Magazin.com soll dies erst relativ kurz vor einem Rennwochenende geschehen, um Simulationen einzuschränken und einen Zufallsfaktor hinzuzufügen.

Power-Übersicht: Formel E

Session Leistung
Training/Qualifying 250 kW (340 PS)
Rennen 200 kW (272 PS)
Attack Mode 225 kW (306 PS)
Fanboost 250 kW (340 PS)

Attack Mode wie DRS-Zone

Der Attack Mode erinnert an DRS-Zonen in der Formel 1 - also definierte Bereiche auf der Rennstrecke, auf denen der Heckflügel flachgestellt werden darf. In der Formel E funktioniert das Prozedere allerdings etwas aufwändiger: Um den Attack Mode nutzen zu können, muss ein Fahrer zuvor eine bestimmte Zone auf der Strecke - abseits der Ideallinie - passieren, um den Modus 'scharf zu stellen'.

Vor dem Befahren dieser Aktivierungszone muss der Fahrer einen bestimmten Knopf auf seinem Lenkrad drücken. Dann muss er drei Zeit-Sensoren in dieser Zone passieren, um anschließend die zusätzliche Leistung freischalten zu können.

Konkret ausgedrückt: Knopf drücken, definierten Bereich abseits der Ideallinie befahren und dann 225 statt der im Rennen üblichen 200 kW nutzen. Der Clou dabei: Wenn der Fahrer die Ideallinie verlassen muss, um den Attack Mode zu aktivieren, verliert er natürlich Zeit. So muss der Fahrer entscheiden, wann es am geschicktesten ist, die zusätzliche Power zu nutzen.

Damit die Zuschauer am Fernseher mitbekommen, wenn sich ein Fahrer im Attack Mode befindet, werden spezielle Grafiken eingeführt. Die Aktivierungszone wird am TV farbig markiert, um einen besseren Überblick zu verschaffen. Auch die LED-Lichter im Halo-Kopfschutz werden genutzt: Wenn die Lichter blau leuchten, ist der Attack Mode aktiviert. Leuchten sie magenta, nutzt der Fahrer gerade seinen Fanboost.

Der neue Attack Mode soll die Spannung in der Formel E erhöhen - Foto: LAT Images

Das sagt Champion Vergne

"Bei den Tests in Valencia haben wir bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den Attack Mode bekommen, wir wissen jedoch nicht, wie dieser Modus im richtigen Rennen Auswirkungen haben wird", sagt der amtierende Champion Jean-Eric Vergne. "Die größte Frage zum Attack Mode ist, wann man ihn nutzt und wann man im Vergleich zu den Konkurrenten Energie spart. Das ist noch ein Rätselraten und wird zu einigen aufregenden und unvorhersehbaren Ergebnissen führen."

In der Saison 2018/19 dauern die Rennen 45 Minuten plus eine Runde. Die brandneuen Gen2-Rennwagen leisten im Training und Qualifying maximal 250 kW (340 PS), im Rennen ist die Power auf 200 kW (272 PS) beschränkt. Wenn ein Fahrer im Rennen den Fanboost nutzt, stehen ihm für einen kurzen Zeitraum die vollen 250 kW (340 PS) zur Verfügung.

Formel-E-Boss Alejandro Agag ist gespannt auf den Attack Mode: "Die Formel E ist einen neuen Weg gegangen, als sie sich als erste für elektrische Rennwagen entschieden hat. Wir scheuen also eindeutig nicht davor, Neues auszuprobieren. Ob es sich nun um neue Innovationen auf der Strecke oder die Änderung des Rennformats handelt oder neue Arten für Fans, den Sport zu verfolgen oder mit ihm zu interagieren."


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