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Formel E

Pascal Wehrlein: Wieso fehlt er beim Formel-E-Start in Riad?

Pascal Wehrlein verpasst überraschend den Formel-E-Saisonstart in Saudi-Arabien. Debüt erst im Jahr 2019. Die Hintergründe.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Pascal Wehrleins Abwesenheit beim Saisonauftakt der Formel E in Riad, Saudi-Arabien am 15. Dezember 2018 ist die große Überraschung. Am Donnerstag wurde bekannt, dass der ehemalige Mercedes-Fahrer bis 2019 auf sein Debüt in der Elektro-Rennserie warten muss.

Beim ersten Rennen der neuen Saison und dem einzigen in diesem Jahr kehrt stattdessen der Schwede Felix Rosenqvist kurzzeitig in die Formel E und zu Mahindra zurück und springt für Wehrlein bei dessen neuem Arbeitgeber Mahindra Racing ein.

Die exakten Gründe für Wehrleins verzögertes Debüt sind nicht bekannt. Ein offizielles Statement des 24-jährigen DTM-Champions von 2015 gibt es nicht. Wie Motorsport-Magazin.com erfahren hat, laufen seit längerer Zeit Gespräche zwischen den Verantwortlichen bei Mercedes, HWA und Wehrlein, weil es einige offene Details gibt, bei denen die Parteien offenbar noch keine Einigung erzielen konnten.

Gespräche mit Wehrlein laufen

"Wir befinden uns momentan in Gesprächen, um eine Lösung zu finden, Pascals Vertrag vorzeitig aufzulösen", sagte ein Mercedes-Sprecher zu Motorsport-Magazin.com. "Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns über weitere Details zu Verträgen oder Verhandlungen nicht äußern."

Dabei spielt wohl auch eine Rolle, dass nach dem DTM-Finale in Hockenheim im Oktober die offiziellen Formel-E-Testfahrten in Valencia terminiert waren. Um dort anzutreten, hätte Wehrlein um eine Freigabe bitten müssen. Das ist offenbar aber nicht geschehen. Verantwortliche von Formel-E-Debütant HWA sollen überrascht gewesen sein, dass Wehrlein bei den Tests seine Runden für Mahindra drehte.

Pascal Wehrleins Formel-E-Renndebüt verzögert sich - Foto: LAT Images

Wehrlein: Zwei Verträge

Wehrlein und Mercedes-Benz hatten am 14. September 2018 öffentlich bekanntgegeben, dass sie sich - wie es in der Pressemitteilung heißt - "zum Saisonende" trennen. Durch die Abkehr seines langjährigen Arbeitgebers hatte sich Wehrlein bessere Chancen auf eine Rückkehr in die Formel 1 ausgerechnet. Ein Comeback als Stammfahrer nach seinen zwei bisherigen Jahren in der F1 kommt aber höchstwahrscheinlich nicht zustande.

Interessant: Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com hat Wehrlein zwei Verträge für seine Aktivitäten im Jahr 2018: einen mit Mercedes-Benz als Test- und Ersatzfahrer in der Formel 1, einen zweiten mit HWA über seinen Job in der DTM, in die er nach dem Formel-1-Aus zur Saison 2018 zurückgekehrt war.

Formel-E-Debüt erst 2019

Nach aktuellem Stand wird Wehrlein seine Premiere in der Formel E erst 2019 geben. Am 12. Januar des kommenden Jahres gastiert die Serie zum zweiten Saisonlauf in Marrakesch. Wehrlein startet dann an der Seite des früheren Formel-1-Piloten Jerome D'Ambrosio für den indischen Rennstall Mahindra Racing.

Dort tritt Wehrlein die Nachfolge von Nick Heidfeld an, der sich nach vier Jahren in der Formel E als Stammfahrer zurückgezogen hat. Der 41-Jährige soll das Team weiter als Berater zu den Rennwochenenden begleiten. Als Wehrlein-Ersatz entschied sich Mahindra jedoch für Rosenqvist, der seinen neuen Job in der IndyCar-Serie erst im März 2019 antreten wird. Rosenqvist erzielte im Verlauf der letzten beiden Saisons drei Siege für Mahindra.


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