Formel E

Formel 1 in 10 Jahren elektrisch? Formel-E-Boss wehrt sich

Ross Brawn spricht von der Möglichkeit einer rein-elektrischen Formel 1. Das ruft Formel-E-Boss Alejandro Agag auf den Plan, der sein Veto einlegt.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Aktuell ist die Formel E die einzige rein-elektrische Formel-Rennserie auf der Welt. Geht es nach Ross Brawn, könnte sich das allerdings zumindest theoretisch ändern. In einem Fanfragen-Interview mit der offiziellen Community-Webseite F1 Voice merkte der frühere Teamchef von Michael Schumacher an, dass die Möglichkeit einer elektrischen Formel 1 in Zukunft bestehe.

"Ich denke, dass sich die Formel 1 dahin entwickelt, dass sie eine ausgewogene Balance aus Sport, Relevanz und Verbindung zu den Fans bietet", sagte Brawn. "Sollte es in fünf oder zehn Jahren das Bedürfnis, das Verlangen oder den Wunsch nach einer anderen Art von Power Unit in der Formel 1 geben, dann kommen wir dem nach. Nicht kann uns aufhalten, in Zukunft eine elektrische Formel 1 zu haben."

Eine Aussage zwar eher theoretischer Natur, die seitens der Formel E aber nicht unbeantwortet blieb. Gründer und Serienchef Alejandro Agag persönlich stellte klar, dass Brawns Vorstellung eben nicht so leicht umzusetzen und durch ein Abkommen mit dem Weltverband FIA nicht möglich sei. Die Formel E habe laut Agag das exklusive Recht auf rein-elektrischen Formelsport für einen langen Zeitraum.

AGAG: 25 Jahre exklusive FIA-Lizenz

Der Spanier bei Autosport: "Ross sagte, dass die Formel 1 in zehn Jahren elektrisch werden könne - aber eigentlich kann sie das nicht. Die Formel E hat eine exklusive Lizenz mit der FIA für 25 Saisons, und wir haben erst vier davon hinter uns. Der früheste Zeitpunkt für eine elektrische Formel 1 wäre also 2039, sofern wir unsere Vereinbarung mit der FIA dann nicht erneuern. Ich sehe aber keinen Grund, warum wir das nicht tun sollten."

Vereinbarung hin oder her: Sollte sich die Formel 1 in Zukunft tatsächlich entscheiden, statt der Hybrid-Motoren auf voll-elektrische Antriebe umzusteigen, ließe sich sicherlich ein Schlupfloch oder eine Lösung mit der Formel E finden. Das räumte auch Agag ein: "Wenn sie darüber mit mir sprechen möchten, ist das natürlich eine andere Sache. Ich bin immer offen für Gespräche. Aber ohne mit mir zu reden, können sie nichts rein Elektrisches machen."

Formel 1 ist keine Konkurrenz

Klarmachen wollte Agag seinen Standpunkt sicherlich. Dabei lenkte er jedoch wieder einmal ein und versicherte, dass er die Formel 1 nicht als Konkurrenten betrachte. Es sei jedoch interessant, dass aus Reihen der Formel 1 nun solche Vorstellungen kämen angesichts der Tatsache, dass die Formel E stetig größer werde.

Agag: "Das macht schon Sinn. Ich kann verstehen, dass manche Leute in der Formel 1 darüber sprechen, sie voll elektrisch werden zu lassen, nachdem sie gesehen haben, wie schnell die Formel E wächst. Selbst Bernie Ecclestone sagte vor einigen Monaten, dass die Formel 1 elektrisch werden sollte. Darunter verstehe ich, dass es grundsätzlich die Möglichkeit gebe, dass die Formel 1 rein-elektrisch wird. Das ist allerdings nicht möglich, weil wir bei der FIA Exklusivität besitzen."

Agag weiter: "Sie könnten es außerhalb der FIA umsetzen. Dann könnten sie es aber nicht mehr Formel 1 nennen, denn dieser Name gehört der FIA. Deshalb ist auf der ganzen Sache der Deckel drauf."


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