Formel E

Formel E: Das sagt Daniel Abt zur Strafe in Hongkong

Daniel Abt richtet emotionale Worte an seine Formel-E-Fans nach der Disqualifikation in Hongkong. Der Audi-Fahrer erklärt im Detail, was genau schief lief.
von Robert Seiwert
Formel E: Daniel Abt spricht über Hongkong-Horror: (13:53 Min.)

Was für ein Wechselbad der Gefühle für Daniel Abt beim Auftakt der Formel E in Hongkong. Der schönste und zugleich schlimmste Tag seiner Karriere, sagt der Audi-Werksfahrer mit etwas Abstand. Erst sein erster Sieg im vierten Jahr in der Elektro-Rennserie, dann wenige Stunden später die Disqualifikation. Eine echte Horror-Story, und das auch noch ausgerechnet an seinem 25. Geburtstag.

Von diesem bösen Rückschlag musste sich Abt erst einmal erholen. Er wäre nicht nur der erste deutsche Sieger in der Geschichte der Formel E gewesen, sondern auch der erste Meisterschaftsführende aus Deutschland. "Ich muss euch nicht sagen, wie man sich dann fühlt", sagte Abt in einem Video aus dem Urlaub. "Innerhalb weniger Stunden vom größten Glückserlebnis hin zur größten Enttäuschung. Das war wirklich hart."

Falsche Teilenummern sorgen für Disqualifikation

Vor allem der Grund für den Wertungsausschluss macht die ganze Angelegenheit noch dramatischer. Falsche Eintragungen von Teilenummern im Wagenpass der FIA sorgten letztendlich für die Disqualifikation und den verlorenen Sieg, den Mahindra-Fahrer Felix Rosenqvist erbte. Das halbe Fahrerlager fühlte mit Abt mit, der allein wegen seines Nachnamens nicht selten Kritik über sich ergehen lassen musste.

Abt über den Fehler beim ersten Werkseinsatz von Audi in der Formel E: "Es wurde festgestellt, dass Teilenummern nicht die gleichen waren, die die FIA in ihrem Wagenpass hatte. Das ist nicht passiert, weil wir versucht haben, uns einen Vorteil zu verschaffen oder zu tricksen. Wir hatten vor dem Wochenende neue Teile ins Auto gebaut, was auch absolut okay ist. die sind ohnehin homologiert und gecheckt und waren zu 100 Prozent regelkonform. Es wurde aber der Fehler gemacht, dass die alten Nummern in den Pass eingetragen wurden."

Kein Performance-Vorteil für Abt

In der Tat hatte sich Audi nachweislich keinen Performance-Vorteil verschafft. Die falschen Teilenummern gehörten zum Inverter sowie zur MGU des Motors im Audi-Rennwagen. Gnade ließ die FIA, die allein die Regeln in der Formel E vorgibt, aber nicht walten. Abts Sieg war futsch und damit auch die Führung in der Gesamtwertung.

"Die FIA ist die FIA und die Regeln sind in diesem Moment einfach Regeln", akzeptierte Abt die Strafe. "Ich kann es nicht ändern. Es war ein menschlicher Fehler." Audi hatte nach der späten Ergebnisverkündung einen Einspruch gegen das Urteil angekündigt, diesen aber wenig später zurückgezogen.

Abt: Wir kämpfen weiter

Was bleibt, ist, Abts hervorragende Leistung in Hongkong hervorzuheben. Schon im ersten Rennen am Samstag hätte er locker auf das Podest fahren können. Eine Panne beim Autowechsel kostete ihn allerdings 20 Sekunden. Beim Zieleinlauf später hatte Abt 17 Sekunden Rückstand auf Rennsieger Sam Bird.

Abt: "Ich weiß, dass unser Auto zu 100 Prozent regelkonform war und dass wir an diesem Tag die Besten waren. Das lasse ich mir auch nicht nehmen. Die können uns nicht das Gefühl und diese Bilder nehmen, die entstanden sind. Die bleiben in meinem Herzen. Natürlich ist es jetzt wichtig, dass wir uns nicht unterkriegen lassen. Wir werden weiterkämpfen. Wir haben noch viele Chancen, das nachzuholen und das werden wir auch tun."


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