Formel E

Formel E Hongkong: Abt mit erstem Sieg - Heidfeld nur Platz 17

Felix Rosenqvist und Edoardo Mortara warfen ihre Führung weg. Daniel Abt profitiert und holt sich seinen ersten Formel-E-Sieg.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Update: Daniel Abt verliert den Sieg beim Sonntagsrennen der Formel E in Hongkong nachträglich. Unstimmigkeiten beim technischen Wagenpass sorgen für Disqualifikation. Neuer Sieger ist Felix Rosenqvist vor Edoardo Mortara und Mitch Evans. Alle Einzelheiten zum Abt-Drama gibt es hier:

Das sagen Abt, Rosenqvist & Mortara zum Rennen

Daniel Abt: "Es ist unglaublich, ich finde keine Worte. Wir haben heute gescherzt 25 Punkte am 25. Geburtstag, hätten aber nie gedacht, dass wir es schaffen. Es tat wirklich gut, denn mein letzter Sieg ist lange her. Respekt an Edoardo, dass er so unglaublich schnell war heute. Vielleicht war sein Fehler ein Geburtstagsgeschenk an mich. Wir hatten zuletzt eine harte Zeit und es lief einfach nicht für mich. Heute hat es alles gepasst."

Felix Rosenqvist: "Ich weiß nicht was genau am Start passiert ist. Meine Hinterachse hat komplett blockiert und ich hatte keine Chance die Reifen wieder zum Rollen zu bekommen. Wir mussten dann eine andere Strategie wählen. Mein Dank gilt dem Team, denn es ist trotzdem ein ordentlicher Saisonstart. Wir haben heute wieder 22 Punkte geholt, also Pole-Position, schnellste Runde und den zweiten Platz."

Edoardo Mortara: "Ich bin enttäuscht. Ich hatte am Ende Probleme mit den Bremsen, aber das war mein Fehler. Ich wollte einfach zu viel. Die schnellste Rennrunde wollte ich mir noch holen, weil ich noch genug Energie hatte, also ging ich immer weiter ans Limit. Man weiß nie, wie das nächste Wochenende aussieht, doch hier hatten wir die Chance auf den Sieg und ich habe es nicht genutzt. Danke dennoch an das Team, sie haben starke Arbeit geleistet, das Auto war das gesamte Rennen fantastisch."

Die Startaufstellung: Felix Rosenqvist sicherte sich am Sonntag nach einem enttäuschenden Rennen am Samstag die Pole Position für das zweite Rennen in Hongkong. Für die große Überraschung sorgte Edoardo Mortara, der in seinem erst zweiten Rennen die drittbeste Zeit hinter Mitch Evans einfuhr. Wegen einer Strafe gegen Evans weil er mehr als 200kW verbrauchte, durfte Mortara sogar aus der ersten Reihe ins Rennen gehen.

Die viertbeste Zeit setzte Sam Bird, doch der Virgin-Pilot bekam nach dem gestrigen Rennen noch zehn Strafplätze für das Abstellen des Autos vor der Box beim Autowechsel. Daniel Abt rückte auf den fünften Startplatz vor. Nick Heidfeld hatte ein enttäuschendes Ergebnis. Nach dem Podium am Samstag reichte es am Sonntag nur zu Startplatz zehn.

Das Wetter: Beste Voraussetzungen für den zweiten FE-Lauf in der Hafenmetropole! Am Sonntag herrschte das bislang beste Wetter des Wochenendes. Sonnenschein und erstmals keine Wolkendecke über Hongkong führten zu Umgebungstemperaturen von rund 24 Grad. Die Asphalttemperatur betrug knapp 29 Grad. Erneut waren die Zuschauertribünen bestens gefüllt. Die Formel E ist hier zum gesellschaftlichen Event geworden - auch wenn die Eintrittskarten alles andere als günstig sind.

Der Start: Der Start musste hinter dem Safety-Car stattfinden, weil es ein Problem mit der Ampelanlage gab. Da dieses Problem nicht auf die Schnelle gelöst werden konnte, wurde diese Alternative gewählt, damit die Batterien nicht überhitzen. Dadurch war der Start deutlich entschärft. Doch Felix Rosenqvist hat seine Führung weggeworfen, weil er sich in Kurve 1 gedreht hat.

Die Zwischenfälle: Die Startverschiebung schien Rosenqvist nicht bekommen zu sein, denn der Schwede leistete sich in der zweiten Runde erst einen Dreher in Kurve eins, fuhr dann mitten in den Verkehr und verlor nach einem weiteren Fehler ein wenig später noch weitere Positionen. Nach zwei Runden war der Mahindra-Pilot nur noch Elfter. Nick Heidfeld hatte kurzzeitig technische Probleme und musste sein Auto neustarten, was ihn viel Zeit kostete und auf den letzten Platz zurückwarf.

Nach nur sieben Runden musste Luca Filippi sein Rennen beenden. Er fuhr mit technischen Problemen an die Box. So früh war es auch keine echte Option das Fahrzeug zu wechseln, da er 38 Runden mit einer Batterieladung hätte fahren müssen. Nach vier Runden in der Garage fuhr er trotzdem noch einmal raus.

Der Fanboost: Kamui Kobayashi, Luca Filippi und Daniel Abt haben die meisten Stimmen von den Fans bekommen und dürfen während des Rennens einmal die Fanboost-Zusatzleistung einsetzen. Für Abt ist es das elfte Mal in bisher 35 Rennen.

Der Rennverlauf: Edoardo Mortara erbte die Führung bereits in der ersten Runde nach dem Start hinter dem Safety-Car, als sich Pole-Setter Felix Rosenqvist drehte. Der Schwede fiel auf die elfte Position zurück, doch er kämpfte sich schnell wieder nach vorne. Nach 17 Runden war er wieder auf der siebten Position. Einen ähnlich aggressiven ersten Stint fuhren Sam Bird und Sebastien Buemi. Bird gewann fünf Position in der gleichen Zeit, Buemi sogar sechs, allerdings profitierte der Renault-Pilot auch vom Pech von Heidfeld und Filippi.

Drei weitere Positionen gewann Buemi dann noch bei den Stopps und trotz Startplatz 20 schien der Schweizer auf Punktekurs zu sein. An der Spitze setzte sich Mortara unaufhaltsam von der Konkurrenz ab. Daniel Abt lag nach den Boxenstopps noch halbwegs in Schlagdistanz mit dreieinhalb Sekunden Rückstand auf Mortara. Hinter dem Audi-Piloten war die Lücke nach hinten jedoch groß, denn Rosenqvist fehlten über neun Sekunden auf den Deutschen.

In den letzten zehn Runden wurde es im Kampf um den zweiten Platz noch einmal spannend, denn Rosenqvist hatte in den 12 Runden zuvor bereits über über zehn Sekunden aufgeholt hatte und nur noch sechs Sekunden hinter Abt lag. Aber auch Abt griff am Ende noch einmal an, aber es reichte nicht. Wegen eines Problems drehte sich Mortara dann jedoch und fiel auf den dritten Platz zurück. Abt gewann vor Rosenqvist und Mortara. Maro Engel sicherte sich zwei Punkte mit dem neunten Platz. Andre Lotterer und Nick Heidfeld blieben im zweiten Rennen punktlos.

Die Boxenstopp-Phase: Neel Jani eröffnete die echte Boxenstopp-Phase und sortierte sich auf dem 19. Platz ein. Nach 22 Runden fuhren fast alle Piloten zum Autowechsel. Nur Antonio Felix da Costa, Alex Lynn, Lucas di Grassi und Nick Heidfeld fuhren eine Runde später ein. Rosenqvist war der Gewinner der Boxenstopp-Phase und kam von Platz sieben auf Rang drei nach vorne und war wieder auf Podiumskurs.


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