Formel E

Erfolg durch Geschlossenheit - Ist e.Dams-Renault noch zu stoppen?

e.Dams-Renault führt die Fahrer- sowie Teamwertung an und scheint derzeit das beste Auto der Formel E zu haben. Was macht die Truppe von Alain Prost so stark?
von Matthias Schwerdtfeger

Motorsport-Magazin.com - Alles spricht derzeit in der Formel E für und auch über e.Dams-Renault. Mit Sebastien Buemi führt ein Pilot des Rennstalls die Fahrerwertung an, auch bei den Teams hat man die Spitzenposition inne. Zwar gewann Virgin Racing mit Sam Bird das vergangene Rennen in Buenos Aires. Doch im Anschluss redeten wieder alle über Buemi. Der Schweizer hatte sich im Qualifying gedreht, musste von ganz hinten starten und landete nach einer beeindruckenden Aufholjagd noch auf Platz zwei.

Natürlich haben wir den Support, aber andere Leute haben Audi.
Nicolas Prost über die Vorteile, die Renault bringt

"Sebastien hat gezeigt, wie stark er ist. Ich denke, wir haben ein starkes Auto. Wir haben letztes Jahr die Meisterschaft gewonnen und über den Winter sehr hart gearbeitet, aber es ist nicht nur das Team oder der Antrieb, auch e.Dams arbeitet hart", erklärt Teamkollege Nicolas Prost. Das Argument, die derzeitige Dominanz sei allein der Unterstützung durch den großen Hersteller Renault zu verdanken, lässt der Franzose nicht gelten. "Natürlich haben wir den Support, aber andere Leute haben Audi. Mahindra ist auch ein großes Unternehmen. Ja, wir haben einen Partner, der fantastische Arbeit leistet. Aber dieser Vorteil bringt nicht etwa eine Sekunde, sondern ein oder zwei Zehntel", so Alain Prosts Sohn gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Nicolas Prost am Rande des Rennens in Buenos Aires - Foto: Formel E

Buemi argumentiert ganz ähnlich. "Ich bin ein guter Fahrer und auch das Auto ist gut unterwegs. Es ist eine Kombination. Es liegt, glaube ich, nicht nur am Motor oder am Getriebe, es sind außerdem noch Handling und Strategie", konstatierte der 27-jährige - inzwischen frisch gebackene - Vater im Interview mit Motorsport-Magazin.com.

Am nächsten kommt e.Dams derzeit noch das Duo von Abt Schaeffler. 15 Punkte trennen die Rennställe derzeit in der Teamwertung. Abt-Pilot Lucas di Grassi ist darüber hinaus auch Buemis ärgster Verfolger im Rennen um den Fahrertitel. Der Brasilianer meinte zuletzt: "Renault hat momentan das beste Paket. Aber bei der Strategie und der Zuverlässigkeit müssen wir einfach besser sein als sie. Darüber können sie geschlagen werden."

Vorteil e.Dams: Beide Fahrer sind konstant

Auch Prost warnt: "In Peking schienen wir in einer eigenen Liga zu sein, aber abgesehen davon ist Lucas immer da, obwohl wir so stark sind." Damit spricht er den Grund dafür an, dass das Team Abt dem Konkurrenten bislang nicht wirklich gefährlich werden konnte: Die Führung von e.Dams in der Teamwertung ist auch der mangelnden Konstanz des härtesten Konkurrenten geschuldet. Denn in dieser Saison erzielte Stand jetzt nur di Grassi Spitzenergebnisse.

Bei Teamkollege Daniel Abt läuft es hingegen noch nicht rund. Der Deutsche konnte in den bisherigen vier Rennen insgesamt erst zehn Punkte erzielen. "Ich habe keine Erklärung, warum die Pace so schlecht war", sagte er mit Blick auf das Rennen in Buenos Aires, als er 13. wurde und ohne Zähler blieb. Abt fiebert auf den nächsten Podestplatz in seiner zweiten Saison in der Formel E hin.

Auf die unterschiedlichen Leistungen trotz gleicher Voraussetzungen angesprochen, nimmt di Grassi den Kameraden in Schutz: "Ich habe acht Jahre mehr Erfahrung. Ich bin Formel 1 gefahren, war zwei Jahre in der WEC und beendete die GP2 dreimal in den Top 3. Er hat Talent. Er muss seine Leistung einfach konstanter abrufen, aber das kommt mit der Erfahrung."

Wird vom Teamkollegen verteidigt: Daniel Abt - Foto: Formel E

Immerhin rechnet sich Daniel Abt beim kommenden ePrix in Mexiko Chancen auf eine gute Platzierung aus. "Da kann man auf jeden Fall mehr in Richtung Donington-Setup gehen. Dort hat das Auto sehr gut funktioniert. Ich hoffe mal, dass wir bis dahin verstehen, was los ist", so Abt. Doch auch Prost sieht sein Team in Mittelamerika im Vorteil. "Mexiko wird uns mehr entgegen kommen, denn es ist eine langsamere Strecke. Ich erwarte also ein tolles Wochenende", gab er gegenüber Motorsport-Magazin.com zu Protokoll.


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