Exklusiv
Formel E / Interview

Nicht richtig für uns - Nick Heidfeld: Die Strecke ist zu extrem

Der Battersea Park ist schön - aber als Rennstrecke offenbar nur bedingt geeignet. Motorsport-Magazin.com sprach mit Nick Heidfeld nach Rennen 1 in London.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Nick, die kurzfristig aufgebaute Barriere in Kurve 1 war heute das große Thema. Bist du mit der Lösung zufrieden?
Nick Heidfeld: Dafür, dass kaum Zeit war, war es die beste kurzfristige Lösung. Ich hoffe, dass man versucht, das über Nacht neu zu teeren. Am besten wäre ein normaler Start morgen, also nicht hinter dem Safety Car. Das ist aber nur möglich, wenn wir nicht diese Bodenwelle in der ersten Kurve haben. Im 1. Training heute Morgen gab es deshalb einige technische Defekte und das können wir nicht noch mal riskieren.

Hätte man nicht im Voraus sehen können, dass hier Probleme wegen der Bodenwellen auftreten? Sowas sollte ja eigentlich nicht passieren.
Nick Heidfeld: Das sollte nicht passieren, stimmt...

Nick Heidfeld verpasste die Punkteränge im 1. Rennen - Foto: Sutton

Außerdem haben wir den negativen Sturz auf der Außenlinie der Strecke. Wie seid ihr damit umgegangen?
Nick Heidfeld: Wir mussten die Bodenfreiheit erhöhen, sonst wäre der Unterboden nach zwei Runden kaputt gewesen. Aber selbst, wenn du das Auto bis zum erlaubten Maximum hochschraubst, setzt du in Kurve 1 und 8 noch immer auf. Das hier ist die extremste Strecke, und in meinen Augen zu extrem. Wir hatten schon viele spezielle Kurse, bei denen ich eigentlich immer sagen würde: 'Es ist eben ein Stadtkurs und damit akzeptabel.' Hier ist es für mich aber nicht, wie es sein sollte...

Turn 8 war ebenfalls ein kniffliger Streckenteil.
Nick Heidfeld: Ja, du schraubst das Auto zwar hoch, aber so hoch kannst du gar nicht gehen, dass du da nicht aufsetzt.

Und wie sieht es mit Überholmanövern aus?
Nick Heidfeld: Das ist ähnlich schwierig wie in Monaco und könnte besser sein. Aber die größere Problematik ist die Strecke hier an sich.

Die Strecke ist aber einfach nicht richtig für uns.
Nick Heidfeld

Du klingst nicht allzu begeistert...
Nick Heidfeld: Nein. Es ist super, hier in London zu fahren. Wir hatten auch viele Zuschauer und der Park ist schön. Die Strecke ist aber einfach nicht richtig für uns.

Dein Rennen fing gut an. Warum hat es am Ende nicht für Punkte gereicht?
Nick Heidfeld: Ich bin von Platz 12 ins Rennen gestartet. Zwischenzeitlich lag ich auf P9 und damit in den Punkten. Im ersten Stint habe ich Energie gespart und hätte eigentlich noch zwei, drei Runden mehr fahren können. Dann hat das Getriebe aber nicht mehr funktioniert. Deshalb bin ich schnell in die Box gefahren, wir haben den Pitstop also vorgezogen. Ich war dann auf P9, bis in der Schikane meine Hinterräder blockiert haben. Ich weiß nicht genau, was da los war, ob es eine Fremdeinwirkung gab. Ich hatte einen halben Dreher und bin eingeschlagen. Das Auto hatte einen Schaden hinten links und ich bin dann nur noch nach Hause gefahren.


nach 4 von 13 Rennen
Formel E Tickets
Wir suchen Mitarbeiter