Heikki Kovalainen hatte bei seiner Presserunde am Donnerstag eine Flasche Rotwein auf dem Tisch. Wie kommt es? Der portugiesische Journalist Luis Vasconcelos erinnerte ihn in Monaco daran, dass Jarno Trulli dort noch nie ein Qualifying gegen den Teamkollegen verloren hatte. Sollte Kovalainen es schaffen, würde er eine Flasche feinsten portugiesischen Wein bekommen. Da sagt kein Finne nein. Kovalainen schlug Trulli. Und Vasconcelos brachte ihm in Istanbul artig einen feinen Daõ-Rotwein mit.
Die Beziehung zum Teamkollegen litt darunter nicht. "Jarno ist eine sehr gute Messlatte", sagt Kovalainen, der mit Fernando Alonso und Lewis Hamilton schon immer schnelle Teamkollegen hatte. "Es kümmert mich nicht so sehr, wer neben mir fährt. Neben der Strecke ist es wichtig, dass wir an einem Strang ziehen, aber auf der Strecke möchte ich alle schlagen, auch meinen Teamkollegen." Erst recht, wenn es dafür eine solche Belohnung gibt.
Angriff auf Force India
Größere Erfolgserlebnisse in Form von Punkten sind für Kovalainen mit Lotus vorerst nicht möglich. Er selbst nimmt das gelassen. "Das ist nicht schwierig für mich", sagt der Finne. Obwohl er die Ressourcen von Weltmeisterteams wie Renault und vor allem McLaren gewohnt ist. "Das stört mich überhaupt nicht. Ich mache das Beste daraus und bislang haben wir gut gearbeitet."

Jetzt müsse das Team die Ressourcen Schritt für Schritt ausbauen und sie mehr ausreizen als andere. Jarno Trulli peilt für 2011 das Mittelfeld an. Kovalainen geht sogar etwas weiter. "Wir sollten um Force India liegen", sagt er. "Noch vor Sauber, Toro Rosso und Williams. Das sind unsere nächsten Ziele." Das Q2 möchte er 2011 locker erreichen und dann öfter ins Q3 und damit die Top-10 einziehen.
Um das zu erreichen, konzentriert sich Lotus schon jetzt auf das nächstjährige Auto. "Es ist absolut richtig, früh am nächsten Jahr zu arbeiten", stimmt Kovalainen zu. "Wir müssen Anfang 2011 ein Auto haben, das bereit ist und eine bessere Performance ermöglicht." Dessen ist er sich sicher. "Dieses Jahr haben wir dadurch einen Nachteil, aber da die anderen Teams um uns herum es wohl ähnlich machen werden, sollte sich das nicht so stark auswirken."

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