Die Saison 2010 mag sich zwar gerade erst dem Ende ihres ersten Viertels nähern, aber an 2011 wird bereits eifrig gewerkt. Denn das Regelgerüst für kommendes Jahr muss möglichst bald stehen, damit die Teams auch wirklich das Design ihrer zukünftigen Autos darauf abstimmen können. Sicher ist bislang, dass der Doppel-Diffusor wieder verschwindet, darauf haben sich die Teams geeinigt. Dadurch soll dichtes Hinterherfahren leichter werden und Überholen ein wenig einfacher.

Reifenkampf noch nicht entschieden

Ansonsten ist aber noch nicht viel entschieden. Bei den Reifen ist Michelin zwar mittlerweile Favorit, aber sicher hat das französische Unternehmen den Deal mit der Formel 1 noch nicht. Zwar sind FIA und Teams damit zufrieden, dass Michelin seine Geldforderungen von 3 Millionen Euro pro Team auf 1,5 Millionen halbiert und auf viele der geforderten Werbeflächen verzichtet, aber Pirelli und Avon geben nicht auf. Pirelli hat eigens eine Abordnung nach Barcelona geschickt, um an diesem Wochenende ein wenig Werbung in eigener Sache zu betreiben.

Michelin ist noch nicht durch, Foto: Sutton
Michelin ist noch nicht durch, Foto: Sutton

Für die Teams wäre Michelin neben der Kostenfrage aber vor allem die sicherste Lösung, denn dort hat man Erfahrung mit Formel-1-Reifen, was dank stark reduzierter Testtage durchaus wichtig ist. Laut auto motor und sport stehen aber Red Bull, Toro Rosso, Williams und noch ein paar andere kleine Teams eher auf der Seite von Pirelli oder Avon.

Genug oder nicht

Pirelli hat Bernie Ecclestone angeblich angeboten, zum gleichen Preis wie Michelin die doppelte Zahl an Reifen zu liefern, statt 120 also 240. Mercedes GP Teamchef Ross Brawn meint allerdings. "120 Satz Reifen für die gesamte Saison reichen. Michelin kann Reifen bauen, die locker ein ganzes Rennen halten. Wenn die Formel 1 ein grünes Image haben will, dann wären weniger Reifen ein erster Schritt." Red Bull Teamchef Christian Horner will hingegen noch weiter verhandeln, wahrscheinlich um das Angebot noch zu verbessern.

Das Thema KERS ist noch umstritten, Foto: Sutton
Das Thema KERS ist noch umstritten, Foto: Sutton

Auch bei den Themen KERS und Aerodynamik ist man sich noch nicht einig. Ferrari und Renault wollen ihre KER-Systeme für eine Million Euro liefern, Mercedes glaubt, es wird teurer und würde lieber auf 2013 warten, um es ordentlich in das neue Motorenformat zu integrieren und damit eine echte Spritersparnis zu erreichen, statt nur mehr PS aus dem Auto zu holen. Aerodynamisch wären Ferrari, Mercedes, McLaren und Williams laut auto motor und sport dafür, weiter abzurüsten. Die Frontflügel sollen schmaler werden, deren Endplatten einfacher, Leitbleche und Vorflügel sollen verboten werden und Strömungshilfen unter der Nase soll es ebenfalls nicht mehr geben. Red Bull ist dagegen, denn Adrian Newey möchte sich in seinem Lieblings-Bereich nicht weiter einschränken. Deswegen herrscht aktuell stillstand.