Das Safety Car-Reglement ist nicht erst seit dem Großen Preis von Kanada eines der großen Diskussionsthemen im Fahrerlager. Der Auffahrunfall von Lewis Hamilton, Nico Rosberg und Kimi Räikkönen heizte die Diskussionen noch einmal auf einer anderen Eben an. Denn an der roten Ampel bei der Vorbeifahrt des Feldes am Boxenausgang wird sich auch zukünftig nichts ändern. "Wir sind die besten Fahrer der Welt, das werden wir ja wohl hinkriegen", meinte Nico Rosberg am Donnerstag, obwohl er es selbst in Kanada nicht hinbekommen hatte.
In Magny Cours probierten die Teams am Ende des 2. Freien Trainings ein neues System aus: die Einheitselektronik gab den Piloten die maximal erlaubte Geschwindigkeit während einer simulierten Safety Car-Phase vor. Innerhalb von fünf Sekunden nach der Benachrichtigung mussten die Piloten in den Safety Car-Modus wechseln. "Es gab keinen Zwischenfall auf der Strecke und es war auch kein Safety Car draußen, aber es schien zu funktionieren, zumindest an meinem Auto", bilanzierte Sebastien Bourdais.

"Es war etwas seltsam, weil man viel auf das Lenkrad schauen musste", erklärte Nico Rosberg. "Gleichzeitig würde man an der Unfallstelle vorbeifahren, aber warten wir ab. Denn sie müssen etwas finden, um die Situation zu verbessern. Derzeit ist zu viel Zufall im Spiel." Das aktuelle Reglement schreibt vor, dass die Boxengasse geschlossen ist, sobald das Safety Car auf die Strecke geht. In dieser Zeit können Fahrer nur dann zum Nachtanken an die Box kommen, wenn sie eine 10 Sekunden Stop-and-Go-Strafe in Kauf nehmen. "Es könnte eine gute Lösung sein", glaubt Kimi Räikkönen, "denn dadurch ist jeder in der gleichen Situation und man wird nicht mehr durch unglückliche Umstände benachteiligt."
Pedro de la Rosa ist noch skeptisch. "Wir befinden uns noch in einer frühen Phase", sagte er Autosport. "Um es einzusetzen, muss es sehr gut funktionieren. Momentan sind einige dafür, andere dagegen - niemand ist sich richtig sicher." Die Gefahr besteht laut Martin Whitmarsh darin, dass die Fahrer zu sehr auf das Display schauen, um die vorgegebene Geschwindigkeit einzuhalten und dabei in chaotischen Situationen den Überblick verlieren. Am Freitagabend setzten die Piloten die Diskussionen über Alternativlösungen in ihrer Fahrerbesprechung fort. "Wir hoffen, noch dieses Jahr eine Lösung zu finden", so de la Rosa. Für eine Regeländerung wird wie üblich Einigkeit unter allen zehn Teams benötigt. Allerdings könnten einige kleinere Teams im Zufallselement der aktuellen Regelung einen Vorteil sehen und gegen eine Änderung stimmen.



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