Mario Theissen ist sehr zufrieden - mit der Leistung seines Teams, dem Entwicklungssprung während des vergangenen Winters und den Verbesserungen im Laufe der Saison. "Wir haben genauso schnell entwickelt wie die beiden Topteams, das ist sehr respektabel", sagte er in Fuji. "Es ist nicht möglich, innerhalb einer Saison einen größeren Sprung zu machen, für den man eine Konzeptänderung braucht." Genau das plant das Team für den anstehenden Winter. "Hoffentlich gelingt uns mit dem F1.08 ein ähnlicher Sprung wie mit dem F1.07."

Dafür habe man in dieser Saison den Grundstock gelegt, nicht nur technisch, auch beim Selbstvertrauen der Techniker. "Die Ingenieure haben gesehen, dass ihre Änderungen anschlagen, das schafft Vertrauen für die Konzeptänderungen im neuen Jahr." Damit soll es ganz nach vorne gehen. "Wir wollen mal ein Rennen gewinnen", wiederholt Theissen die bekannte Zielsetzung. "Dazu muss man ganz nah dran sein." Sobald man ein siegfähiges Auto habe, werden dies die beiden Fahrer auch umsetzen, daran hegt Theissen keinen Zweifel.

Weiterentwicklung kostet Geld, viel Geld. FIA-Präsident Max Mosley setzte sich in der vergangenen Woche wieder einmal für Kostensenkungen ein. Das ist für Theissen ein wichtiger Punkt, auch er will die Kosten senken. "Ich sehe aber keinen Zusammenhang zwischen dieser Ankündigung und der Verlängerung des Concorde Agreements." Beides könne man unabhängig voneinander lösen.

Auch für das Rennen in Fuji bringt BMW Sauber noch einmal einige Neuerungen mit, nur die letzten beiden Rennen bestreitet man ohne neue Teile. In Japan geht es ohnehin vor allem darum, sich an die Strecke zu gewöhnen. "Sie hat zwei Gesichter", so Theissen. "Eine sehr lange Gerade, auf der es um Höchstgeschwindigkeit, niedrigen Luftwiderstand und wenig Abtrieb geht, und im weiteren Verlauf einige zum Teil unorthodoxe Kurven, wo Abtrieb gefragt sein wird." Dafür habe man nur ein Basissetup aus dem Computer. "Es bleiben also noch ein paar Fragezeichen, mit denen man auf anderen Strecken nicht anreist." Am Freitagmorgen sollte das für erhöhten Fahrbetrieb bei allen Teams sorgen.