"Ich bin wirklich überglücklich." Das sah man Nick Heidfeld nach dem Malaysia GP an. Der zweite 4. Platz in Serie bringt ihm wertvolle Punkte und das völlig überraschend. "Ein vierter Platz, ein Ferrari hinter mir, das hätte ich niemals erwartet", strahlte er. "Es ist fantastisch."
Sein einziger offener Wunsch nach dem Rennen war es deshalb für die Interviewfragen in den Schatten zu fliehen. "Ich dachte, dass Ferrari unschlagbar wäre, aber McLaren hat es heute geschafft und ich habe auch einen hinter mir gelassen. Davon konnte ich vorher nur träumen. Sie waren beim ersten Rennen klar überlegen, das habe ich hier auch erwartet. Zum Glück lag ich da falsch."
Einfach war es nicht, seinen Ex-Kollegen Felipe Massa bis zur Ziellinie hinter sich zu halten. "Der Ferrari ist sehr schnell, ich konnte ihn die ganze Zeit hinter mir sehen, also musste ich ständig pushen", sagte Nick. "Deswegen bin ich so erschöpft." Aber er war nicht nur total erschöpft. "Ich bin auch total zufrieden."
Dabei wäre es beinahe gar nicht so weit gekommen. Schon kurz nach dem Start rutschte ihm ausgerechnet sein Teamkollege Robert Kubica in die Seite. "Er hat sich entschuldigt", sagte uns Nick. "Er konnte nicht mehr lenken, er ist ein bisschen zu schnell in die Kurve gefahren. Jetzt rege ich mich nicht auf, hätte ich mich gedreht, hätte ich mich natürlich sehr aufgeregt. Aber es ist ja alles gut gegangen."
Trotz des Erfolgserlebnisses tritt Nick auf die imaginäre Euphoriebremse. "Wir dürfen jetzt nicht abheben und müssen weiter an den Fehlern arbeiten, die wir noch machen." Für den Bahrain GP am kommenden Wochenende erwartet er deswegen keine Wunder. "Ich wäre schon sehr zufrieden, wenn wir diesen Level halten können." Also einen Platz unter den Top-3-Teams belegen und ab und zu einmal einen davon schlagen. "Allerdings hoffe ich, dass es in Bahrain von Anfang an besser läuft. Hier war ich bis Sonntag überhaupt nicht zufrieden. Wenn wir Fünfter werden können, können wir momentan sehr zufrieden sein. Vierter ist außergewöhnlich."
Ganz abgeschrieben hat der zwischenzeitliche Raceleader die höheren Ziele natürlich nicht. "Ich hoffe, dass wir nicht weit vom Podium entfernt sind. Ich dachte, dass der 5. Platz das höchste der Gefühle wäre, aber es hängt momentan alles von den anderen Autos ab. Unter normalen Umständen wird es schwierig aufs Podium zu fahren. Aber wir haben es im letzten Jahr mit einem schwächeren Auto zweimal geschafft, hoffentlich ist es also nur eine Frage der Zeit."

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