Stellen Sie sich vor, dass sie mehrere Autos überholen, bis in die Schlussrunden auf Platz 4 liegen und einem sicheren Erfolgserlebnis entgegen fahren - und dann kracht es; einmal nur fast und einmal richtig. Statt Platz 4 erhielt Nick Heidfeld nach dem China GP nur Platz 7. "So habe ich mich in meiner ganzen Karriere noch nie aufgeregt", gestand er im Gespräch mit motorsport-magazin.com. "Das war ein sicherer vierter Platz und dann..."
... dann kamen die Überrundeten ins Spiel. "Das Problem hat schon etwas vor der Kollision in der letzten Kurve begonnen. Da wollte ich Albers überrunden, aber er ging am Ende der Geraden vom Gas, so dass ich auf die nasse Linie ausweichen musste. Ich versuchte dort früh zu bremsen, aber er ließ mich nicht mehr auf die trockene Bahn zurück. Ich hatte null Grip und habe mich fast gedreht, da war ich froh, dass ich den Wagen überhaupt abfangen konnte", schilderte Nick seine erste unliebsame Begegnung mit einem Überrundeten.
"Dadurch habe ich viel Zeit verloren und deswegen waren die beiden Honda hinter mir, und zwar gleich drei an der Zahl. Neben den beiden Werksautos auch noch ein Super Aguri, der anfing mit mir zu kämpfen", war Nick erstaunt. "Seine Bridgestone-Reifen hatten im ersten Sektor einen Vorteil - er hat mich überholt und mich fast noch berührt. Danach hielt er mich voll auf und dann kam die vorletzte Kurve."
Bis zu dieser war sein Rennen "fantastisch", jetzt kann er zumindest noch auf einen Platzgewinn am runden Tisch hoffen - die Fahrer wurden zum Rapport bei der Rennleitung bestellt. "Wenn ich Glück habe, bekomme ich einen Platz zurück, aber keine drei", war dies für Nick nur ein schwacher Trost. "Das Problem ist, dass es durch die beiden Überrundeten erst zu diesem Problem gekommen ist." Ein ganz anderes Problem hatte Sakon Yamamoto, er war der einzige Honda-Fahrer, der nicht in diese Situation verwickelt war, jedoch war er der erste, der Nick nach dem Aussteigen über den Weg lief - die entsprechend harten Worte, die sich der Japaner dafür anhören musste, verstand der aufgelöste Yamamoto aber überhaupt nicht. "Wenn ich ihm noch einmal über den Weg laufe, sage ich ihm, er soll das genauso an Sato weitergeben", entschuldigte sich Nick, als er von uns erfuhr, dass er den falschem Super Aguri-Fahrer beschimpft hatte. "Es tut mir leid, aber ich war eben ziemlich..."

diese Formel 1 Nachricht