Jordan GP, MF1 Racing und jetzt Spyker MF1 Racing - drei Teamnamen und drei Teambesitzer: Eddie Jordan, Alex Shnaider und jetzt Victor R. Muller und Michiel Mol. Das Team war und ist aber immer noch das gleiche, nur die Verantwortlichen wurden in Silverstone munter durchgewechselt.

Ab dem 30. September schwingt in der alten Jordan-Fabrik der niederländische Sportwagenhersteller Spyker das Zepter. Zusammen mit den Niederländern stößt der ehemalige Technikchef von Renault und Toyota, Mike Gascoyne, zum Team. Die Teamleitung bleibt weiterhin bei Colin Kolles. Die Identität des Motorenlieferanten soll "bald" bekannt gegeben werden.

"Die Entscheidung das Team zu verkaufen war die schwierigste Wahl, die ich jemals treffen musste", erklärte der scheidende Teambesitzer Alex Shnaider, der das Team Anfang 2005 vor dem sicheren Tod bewahrte. Obwohl es ihm schwer fällt seine Leidenschaft für die F1 und das Team in andere Hände zu übergeben, wählte der Kanadier den "besten" Weg für die Zukunft des Rennstalls.

"Ich bin stolz, dass wir das Team in sehr viel besserer Verfassung abgeben, als wir es vor 20 Monaten übernommen haben", sagte er nicht ohne einen gewissen Stolz. Unrecht hat er damit nicht: Midland soll nicht nur finanziell in besserer Verfassung sein. Die Mannschaft ist auch auf der Strecke näher an die direkten Rivalen herangefahren. "Wir werden ständig stärker und die Konstruktion des neuen Autos liegt im Plan."

Mit Spyker habe man laut Shnaider eine "starke Gruppe" an Investoren gefunden, die genügend Ressourcen und Kapazitäten besitze, "um dem Team weiter zu helfen". Demnach wähnt er sein Team in "guten" Händen. "sonst hätte ich dem Verkauf niemals zugestimmt."

Für Michiel Mol wird mit der Übernahme des Teams ein "Lebenstraum" Realität. Der Niederländer hat in den vergangenen zehn Jahren bereits viele Teams und Fahrer als Sponsor unterstützt und hegt nun große Ziele für sein F1-Team. "Ich werde alle meine Möglichkeiten und Erfahrungen im Bereich der digitalen Medien einsetzen, um das Team für die Fans und Sponsoren zu einem der interessanteren Rennställe zu machen." Damit erfüllt er auch die Ansprüche seines Partners Victor R. Muller, für den das F1-Engagement von Spyker vor allem einen Marketingeffekt haben und für mehr verkaufte Sportwagen sorgen soll. Sogar Bernie Ecclestone kam im offiziellen Press Release zur Teamübernahme zu Wort und freute sich über "einen neuen Hersteller" in der Formel 1, der angeblich den weltweiten Appeal der Königsklasse anheben soll. Ob Spyker weltweit so bekannt ist, bleibt aber eher zu bezweifeln, immerhin wollen die Niederländer genau das mit ihrem F1-Einstieg erreichen.

Für Mol geht es aber nicht nur um Marketing: "Für uns gilt nicht nur der olympische Gedanke. Wir sind in der F1 um zu gewinnen", spricht er jene Worte, die jeder neue Teambesitzer beim Eintritt stolz verkündet. Ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu Siegen soll Mike Gascoyne werden. "Das beweist unsere Ambitionen", glaubt Mol. "Zusammen mit Colin Kolles wird er ein Siegerteam aufbauen. Hoffentlich dauert es nicht mehr lange, bis wir die niederländische Nationalhymne zum allerersten Mal in der Formel 1 hören."