Giancarlo, du bist in der Türkei nach einer starken Vorstellung auf Rang sechs gelandet – trotzdem hat das Renault Team in der Konstrukteurswertung an Boden eingebüßt. Wie beurteilst du die Situation rund eine Woche später?
Giancarlo Fisichella: Das Wochenende in Istanbul gestaltete sich als schwierig. In der ersten Kurve nach dem Start habe ich mich gedreht, weil ich Fernando sehr nah kam und einen Unfall vermeiden wollte. Danach haben wir unsere Strategie geändert und verfügten über einen hervorragenden Speed im Rennen. Auch dank des Safety Cars konnte ich von Platz 17 auf sechs vorfahren. Ich habe mein Bestes gegeben und wichtige Punkte für das Team geholt. Nichtsdestotrotz wissen wir, dass wir bei jedem Rennen um Podestplätze kämpfen müssen.

Mit welchen Erwartungen reist du nach Monza?
Giancarlo Fisichella: Monza ist mein Heimrennen und deswegen natürlich etwas ganz Besonderes. Ich fühle mich auf der Strecke sehr wohl: In meiner Formel 3-Zeit habe ich hier gewonnen und im vergangenen Jahr stand ich auf dem Podium - als erster Italiener seit Michele Alboreto vor 17 Jahren. Das war ein fantastisches Resultat, aber einen Sieg zu landen wäre natürlich noch besser.

Beschreibe doch bitte das Gefühl, in Monza zu fahren...
Giancarlo Fisichella: Wir richten unsere Abstimmung auf besonders wenig Abtrieb aus, deswegen verfügen wir auch über vergleichsweise geringen Grip. Diese Tatsache gestaltet speziell den Bremsvorgang vor der ersten Kurve - wenn wir unsere Geschwindigkeit von 350 auf 60 km/h reduzieren - als schwierig. Mir kommt ein niedriges Grip-Niveau normalerweise entgegen. Ähnlich wie in Kanada besitze ich viel Selbstvertrauen und fahre sehr konstant. Das zahlt sich besonders im Rennen aus.

Ferrari gilt in diesem Jahr als euer größter Gegner. Du kämpfst also als Italiener in Monza gegen ein italienisches Team. Welches Gefühl hast du dabei?
Giancarlo Fisichella: Das wird sicherlich eine interessante Geschichte. Ich weiß, dass die Tifosi Ferrari anfeuern werden. Andererseits genieße ich auch die Unterstützung der Fans. Ich freue mich auf jeden Fall auf das Wochenende.

Du rangierst in der Fahrerwertung auf Rang vier mit zehn Punkten Rückstand auf Felipe Massa. Willst du den Brasilianer noch abfangen?
Giancarlo Fisichella: Ja, natürlich. Ich weiß, dass mir das gelingen kann. Beim vergangenen Rennen habe ich Zähler auf Massa verloren. Jetzt will ich das Maximum herausholen und den 10-Punkte-Rückstand aufholen. Das gibt mir eine besonders große Motivation.

Auf welche Stärken vertraust du dabei?
Giancarlo Fisichella: Wir treten als amtierender Weltmeister an und besitzen ein herausragendes Paket aus Team, Auto und Reifen. Außerdem entwickeln wir uns und den Renault R26 bis zum Saisonende konstant weiter. Ich muss bei jedem Rennen die maximal mögliche Punktzahl einfahren. Ich werde versuchen, vier Mal auf dem Podium zu stehen - und will mindestens noch ein Rennen gewinnen. Wenn ich das schaffe, helfe ich natürlich auch dem Renault Team, den Konstrukteurstitel erfolgreich zu verteidigen.