Fernando, wie beurteilst du rund eine Woche nach dem Rennen in Istanbul die Leistung des Renault F1 Teams beim Grand Prix der Türkei?
Fernando Alonso: Das gesamte Team erledigte während des Türkei-Wochenendes einen fantastischen Job. Für Renault F1 war es ein durchwachsener Sommer inklusive der Massendämpfer-Diskussion und ein paar nicht so guten Resultaten. Von daher wollten wir unter Beweis stellen, dass der Renault R26 nach wie vor konkurrenzfähig ist. Wir haben in Istanbul hart gekämpft und gezeigt, dass wir bereit sind, bis zur Entscheidung in beiden WM-Wertungen die Auseinandersetzung mit Ferrari anzunehmen.

Du hast Michael Schumacher 15 Runden lang hinter dir halten können. War das die Revanche für den Grand Prix von San Marino am Anfang der Saison?
Fernando Alonso: Du versuchst natürlich in jedem Rennen, vor deinen Konkurrenten ins Ziel zu kommen. In der Formel 1 zu überholen, ist immer schwierig. Es gelang uns in Istanbul, während der Boxenstopps vorbeizukommen. Ich wusste, dass es für Michael auf der Strecke nicht einfach werden würde, mich zu passieren. Ich verteidigte meine Position auf faire Art und Weise. Das war ein wichtiges Ergebnis.

Monza zählt zu den traditionsreichsten Strecken im Formel 1-Kalender. Welche Bedeutung hätte für dich ein Sieg dort?
Fernando Alonso: Ich habe in diesem Jahr bereits in Silverstone, Monaco und Barcelona gewonnen – ich würde natürlich auch gerne in Monza ganz oben stehen. Es ist ein legendärer Kurs, auf dem ein Sieg immer etwas ganz Besonderes darstellt - umso mehr, da der Grand Prix von Italien als Heimrennen von Ferrari gilt. Und selbstverständlich erhält das kommende Wochenende auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft eine besondere Bedeutung.

In Monza fahrt Ihr mit den niedrigsten Abtriebsniveaus der gesamten Saison. Wie lebt es sich unter diesen Bedingungen?
Fernando Alonso: Es fühlt sich an, als säßest du in einem komplett anderen Rennwagen. Der Abtrieb ist so gering, dass du am Ende der langen Geraden denkst, du könntest fliegen. Die Lenkung ist sehr leicht, und die Bewegungen des Autos sind etwas indirekt - du bekommst das Gefühl, nicht alles exakt unter Kontrolle zu haben. Für uns Fahrer ist das natürlich nicht so angenehm, aber um auf den langen Geraden in Monza schnell zu sein, geht es nicht anders.

Im Training konzentriert Ihr euch also vor allem auf die Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden?
Fernando Alonso: Nein, es geht um mehr. Natürlich benötigst du einen guten Topspeed. Aber wenn du mit wenig Abtrieb fährst, ist es besonders schwierig, eine gute Stabilität beim Bremsen und beim Fahren über die Kerbs zu erzielen. Genau darum bitten wir unsere Ingenieure immer.

Wie lauten deine Ziele für das Wochenende?
Fernando Alonso: Für Renault gibt es derzeit nur ein Ziel: vor Ferrari ins Ziel zu kommen. Die Scuderia zeigte sich in den vergangenen Wochen sehr dominant. Sie zu schlagen bedeutet im Normalfall auch, das Rennen zu gewinnen. Darauf konzentrieren wir uns.