Am Mittwoch ging der Streit zwischen Gustav Brunner und seinem ehemaligen Arbeitgeber Toyota in die nächste Runde. Vor dem Arbeitsgericht in Köln lehnte der Österreicher einen Vergleichsvorschlag des Richters ab und hat jetzt zwei Wochen Bedenkzeit zu entscheiden, ob er die vorgeschlagenen 1,34 Millionen Euro Abfindung doch noch annehmen will. Sollte er sich dagegen entscheiden wird das Gericht am 13. September eine endgültige Entscheidung treffen, berichtet Auto Motor Und Sport.

Am 15. Dezember vergangenen Jahres hatte Toyota dem 55-jährigen gekündigt, mit der Begründung, dass seine Stelle in der gewohnten Form nicht mehr existiere und er außerdem technisch nicht mehr auf dem Laufenden sei. Dagegen hatte der Österreicher Einspruch erhoben und versichert, dass er sehr wohl mit der Technik vertraut sei. Darüber hinaus sei es seine Hauptaufgabe, die Mitarbeiter anzuleiten und nicht selbst die Entwicklung am Computer vorzunehmen. "Ich bin für meinen Scharfsinn und meine Kreativität bekannt und deshalb geholt worden", sagte er damals. Brunner galt jahrelang als einer der führenden Designer und war seit 1978 in der Formel 1 tätig, unter anderem sechs Jahre für Ferrari.

In Jahr 2001 wechselte Brunner dann vom damaligen Minardi-Team zu Toyota um mit den Japanern mit einen komplett selbst entworfenen Auto, sowohl Motor als auch Chassis, in die Formel 1 zu starten. Der große Erfolg blieb zwar aus, er verdiente aber 31.500 Euro im Monat, dazu eine jährliche Treueprämie von weiteren 2,6 Millionen Euro. Im vierten Quartal 2005 weigerte sich Toyota dann diese Treueprämie weiter zu bezahlen, überwies ihm aber bis einschließlich 30. Juni, bis die Kündigung wirksam wurde, weiter sein Gehalt.

Jetzt geht es im Rechtsstreit noch um die Höhe der Abfindung. Brunner, der noch immer den 2,6 Millionen nachtrauert, reichen die angebotenen 1,34 Millionen Euro nicht, er will mehr. Neben dem Streit mit Toyota hat Brunner momentan auch noch einen weiteren Fall laufen: Er muss sich zusammen mit dem ehemaligen Toyota-Chef und Teamgründer Ove Anderson wegen Werksspionage bei Ferrari verantworten. Die beiden werden verdächtigt, geheime Informationen von einigen von Ferrari abgeworbenen Ingenieuren bei Toyota übernommen zu haben.