Jeder Fehler kann in dieser Phase der WM entscheiden. In Ungarn leisteten sich beide Titelkandidaten gleich eine ganze Reihe an Patzern, aber auch ihre Teams blieben nicht ohne schwarze Flecken auf ihren Teamjacken. Alonso verbockte den Freitag, in dem er eine gelbe Flagge überfuhr und Robert Doornbos schnitt - sein Team scheiterte an einer Radmutter. Schumacher überfuhr am Samstag gleich zwei rote Flaggen und schied dann im Rennen aus - sein Team verpasste es ihn rechtzeitig zu einem Wechsel auf Trockenreifen hereinzuholen und Reifenpartner Bridgestone war Michelin im Nassen unterlegen. Eine Menge Fehler für einen Zeitpunkt der WM, an dem der berühmt-berüchtigte Null-Fehler-Job von Nöten ist.

Niki Lauda ist diese Ansammlung von Fehlern "unerklärlich", gerade bei zwei Weltmeistern. Schumacher habe in Ungarn eine große Chance verpasst: "Wenn er mit mehr Hirn und Verstand gefahren wäre, hätte er jetzt nur fünf oder sechs statt zehn Punkte Rückstand auf Alonso", verriet Lauda der Bild-Zeitung.

"Michael Schumacher hat ein Kernproblem: Immer wenn er einen Fehler macht, stellt er sich hin und sagt: Das war nicht meine Schuld. Das zieht sich durch seine ganze Karriere. Das war bei seinem Parkmanöver in Monaco so, und ist jetzt wieder so." Um den Deutschen etwas in Schutz zu nehmen: In Monaco und Ungarn sagte er nicht, dass es nicht seine Schuld gewesen sei, sondern er sagte schlicht und ergreifend: "Seht Euch die Bilder an." - egal ob sie nun freigegeben waren oder nicht wirklich seiner Verteidigung dienten. "Er muss endlich seine Grundeinstellung ändern und sich selber Fehler eingestehen."

Für den Rest der Saison erwartet Lauda fehlerfreie Rennen vom siebenfachen Champion. "Michael muss mit vollem Risiko fünf fehlerfreie Rennen hinlegen, nur dann hat er für mich noch eine realistische Chance, die WM zu gewinnen."