Mit 28 Punkten liegt Augusto Farfus auf dem neunten Rang der WM-Tabelle; allerdings nicht in der Formel 1. Obwohl der Brasilianer die Königsklasse als sein großes Ziel benennt, fährt er noch in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC.
Sein Ziel ist es "Weltmeister" zu werden, zunächst in der WTCC und danach vielleicht in der Formel 1. "Je eher ich es hier schaffe, umso größer sind meine Chancen, in der F1 zu landen", sagte er der Motorsport aktuell.
"Seit Kart-Zeiten träume ich von der Formel 1. Aber viele Fahrer sind auf dem Weg dahin gescheitert, meist an Budgetproblemen. Also musste ich auf kürzestem Weg Profi werden." Für ihn bedeutete dies den Wechsel aus dem Monoposto-Sport zu den Tourenwagen. "Ich war 2001 Formel-Renault- und 2003 Formel-3000-Meister in Italien", erinnerte er sich.
Den Weg als Formel 1-Testfahrer wollte er aber nicht gehen. "Die Mehrzahl der Fahrer tappt in eine Karrierefalle", sagte er. "Die glauben, dass ihnen die F1-Teamchefs am Rande eines Grand Prix auf die Finger schauen. Unsinn. So läuft es nicht." Stattdessen gibt es für Farfus nur einen Weg in die F1: "Kontakte, sonst nichts." Selbst die GP2 sieht Farfus nicht als richtigen Weg an. "Dort muss jeder Geld mitbringen, sonst steigst du erst gar nicht ins Auto", weiß er. "Und was lernst du dort? Nix! Dar Material ist vorgegeben, null Entwicklungsarbeit, diese Fahrer sind mangelhaft vorbereitet für die Formel 1."
Die Werke würden sich bereits in jungen Jahren ihre Talente herauspicken und diese dann bis "ganz nach oben" pushen. "Wenn der Bursche nicht ganz viel Mist baut, ist sein Weg vorgezeichnet und sein Cockpit für jeden noch so talentierten Outsider uneinnehmbar."
Hinzu kommen die Weltmeistersöhne vom Schlage eines Nico Rosberg oder Nelsinho Piquet. "Nelsinho würde sogar als südafrikanischer Truck-Meister einen F1-Test bekommen", lästert er. "Ich bin gegen ihn und Nico Kart gefahren, klar sind die gut. Aber deren Väter haben auch allerbeste Kontakt, allein die Nachnamen bieten perfektes Marketing."
Wie also gedenkt Farfus sich seinen Traum vom F1-Cockpit zu erfüllen? Als Alfa Romeo-Werkspilot hat er über den Mutterkonzern Fiat eine Verbindung zu Ferrari. "Ich arbeite also mit jemandem, der ganz oben Zeugnis über meine Fähigkeiten ablegen kann. Was will ich mehr?"



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