Kimi Räikkönen wollte schon vor dem Rennen in der Startaufstellung nicht viel sagen. Nach dem Rennen war der Finne jedoch noch mehr bedient: Schon in der ersten Kurve war der US Grand Prix für ihn und seinen Teamkollegen Juan Pablo Montoya beendet. Die beiden McLaren hatten sich gegenseitig abgeräumt und gleichzeitig eine Massenkarambolage ausgelöst, die Nick Heidfeld quer durch die Luft fliegen sah.

"Ich habe die Daten mehrmals analysiert und beide Fahrer angehört", sagte McLaren-CEO Martin Whitmarsh. "Beide hatten gute Starts, fuhren auf die erste Kurve zu. Montoya kämpfte gegen Button und Kimi bremste etwas härter als Juan Pablo erwartet hatte, da vor ihm Verkehr war. Es ist frustrierend, wenn beide Fahrer auf diese Weise ausscheiden."

Besonders da nicht nur Whitmarsh mit mehr gerechnet hatte: "Wir hatten ein sehr gutes Auto und wären länger als alle anderen draußen geblieben. Dadurch hätten wir die Chance auf ein gutes Ergebnis gehabt. Ferrari war hier weit vorne, aber wir hätten auf das Podest fahren können. Das ist enttäuschend für das Team und die Fans."

Teamboss Ron Dennis lieferte in der offiziellen Teamsicht der Dinge übrigens eine weitere Variante: "Heidfeld hat Button bedrängt und der bedrängte Juan Pablo", so der Teamboss. "Neben diesen beiden Autos, die sich berührten, fuhr Juan Pablo Kimi ins Heck, der versuchte sich aus dem Trouble herauszuhalten."

Montoya bestätigte hingegen die Whitmarsh-Version. "Kimi hat aus einem Grund gebremst und ich bin ihm ins Heck gefahren. Das war ein Desaster." Auch für Kimi, der sich kurz nach dem Unfall nicht äußern wollte. "Es war ziemlich offensichtlich, was passiert ist", sagte er. Im McLaren-Press Release wurden daraus die Worte: "Es gibt keinen Grund Juan Pablo die Schuld zu geben, so etwas passiert eben, gerade wenn man nicht an der Spitze ist."

Für Norbert Haug war es ein "Albtraum" beide Autos in der ersten Runde zu verlieren. "Für uns ist es sehr schade nur etwa 300 Meter weit gefahren zu sein. Wir waren mit einer Ein-Stopp-Strategie unterwegs und Trulli hat gezeigt, was damit möglich ist." Dies zeige aber auch den Vorteil der Bridgestone-Pneus: "Bridgestone hat sich hier offenbar einen Vorteil erarbeitet. Aber Michelin hat absolut das Richtige getan und ist auf die sichere Seite gegangen. Nach dem letzten Jahr muss man das akzeptieren. Absolut keine Kritik daran."