Christian, wie ist Dein Tag heute gelaufen?

Christian Klien: Der Tag verlief ganz okay. Ich wurde am Ende 18., aber die Strecke war sehr rutschig und schwierig zu fahren. Ohne die Testfahrer finde ich mich zwischen 10 und 15 wieder - das ist scheinbar die Region, in der wir momentan anzusiedeln sind.

Wir fahren hier das Halbzeitrennen. Wie sieht Dein Saisonfazit bislang aus?

Christian Klien: Im Moment fällt das Fazit für uns relativ mager aus. Ohne das Podium von Monaco muss man zugeben, dass wir uns sehr schwer getan haben. Wir hatten zu Beginn viele Probleme mit der Standfestigkeit: Bei acht Rennen war ich erst dreimal im Ziel. Damit kann man einfach nicht zufrieden sein. Wir müssen das Auto jetzt verbessern, da wir bei der Geschwindigkeit noch nicht da sind, wo wir sein wollen und sein sollten. Die erste Saisonhälfte war also sehr schwierig. Für Magny Cours planen wir ein aerodynamisches Update, das uns hoffentlich weiter nach vorne bringen wird. Dann können wir vielleicht in der zweiten Saisonhälfte um Punkte fighten. Momentan müssen wir auf Ausfälle hoffen, um in die Punkte zu gelangen.

Ist diese Saison eine Geduldsprobe für Dich?

Christian Klien: Ja, aber das gehört in der Formel 1 dazu. Die F1 ist ein Teamsport und wenn das Auto, der Motor oder die Reifen nicht hundertprozentig funktionieren, kann der Fahrer seine Leistung nicht so umsetzen, wie er es gerne hätte. Man ist vom Auto abhängig und muss versuchen das Auto mit dem Team nach vorne zu bringen. Nur so kann man wieder an die Erfolge anschließen.

Wie zufrieden bist Du mit Deiner eigenen Leistung?

Christian Klien: Bei den drei Rennen, bei denen David und ich gemeinsam ins Ziel gekommen sind, hat es sehr gut funktioniert und ich war zweimal vor ihm. Auch in Monaco lag ich vor David, bevor ich ausgefallen bin. Dort hätte genauso gut auch ich auf dem Podium stehen können. Ich fühle mich sehr wohl, aber wenn die Technik nicht mitspielt, klappt es einfach nicht.

Wie blickst Du der nächsten Saison entgegen? Machst Du Dir Sorgen um Dein Cockpit oder hast Du ein gutes Gefühl?

Christian Klien: Vor Juli oder August wird es sicherlich keine Fahrerentscheidung geben. Bis dahin heißt es Leistung und Resultate zu bringen.

Wie nimmst Du die vielen Gerüchte auf?

Christian Klien: Momentan ist die Zeit der Gerüchte, aber als Fahrer liest man das alles gar nicht - für uns ist das eher uninteressant.

Aber die Geschichte mit Heikki Kovalainen ist Dir schon zu Ohren gekommen?

Christian Klien: [lacht] Mir ist sogar schon zu Ohren gekommen, dass ich angeblich zu Midland gehen könnte...