Seit Monaten predigen Takuma Sato, Yuji Ide, Franck Montagny und Aguri Suzuki den gleichen Satz herunter: "Unser Auto ist zu langsam, wir sind viel langsamer als die Konkurrenz - aber mit dem neuen Auto wird alles besser."
Um herauszufinden, wie schlecht es um den SA05 bestellt ist, genügt ein Blick in die Ergebnislisten: Fünf bis sechs Sekunden fehlten Sato und Montagny beim letzten Rennen in Silverstone auf die Spitze. "Das Auto ist sehr schlecht. Es ist extrem nervös, untersteuert und übersteuert sofort danach", klagte der Franzose. "Es wurde für andere Reifen und einen anderen Motor entworfen."
Mit dem SA06 soll ab Frankreich alles besser werden. Doch alles ist am 'neuen' Super Aguri nicht neu. "Das Chassis bleibt", gestand Technikchef Mark Preston gegenüber der Motorsport aktuell. "Das Geld kann man besser in die Aerodynamik als in ein neues Monocoque investieren."
Zumindest beim Chassis geht die Comeback-Tour des A23 also auch in der zweiten Saisonhälfte weiter. Den ehemaligen Arrows kennt Preston übrigens aus seiner Zeit bei den Orangen noch ganz genau. "Ich wusste genau, was der A23 konnte und was nicht", erinnert er sich an die Idee mit dem Vierjahreswagen an den Start zu gehen. Bei McLaren habe eine 'ähnliche' Strategie schon einmal funktioniert: Preston arbeitete am legendären MP4-18 mit - jenem Silberpfeil, der nur durch die Schlagzeilen, aber nie über Rennstrecken raste.
"Dabei machte ich die Erfahrung, dass es funktionieren kann, einige Entwicklungen vom neuen Wagen für ein älteres Auto zu übernehmen und dann damit WM-Zweiter zu werden." Gemeint ist der MP4-19 respektive der MP4-19B - denn der 19er war laut Adrian Newey nichts weiter als ein "umbenannter" 18er. Der Stardesigner klagte sogar einmal: "Wir hätten gleich den 19B bauen sollen."
Was aber wird am SA06 anders sein? "Die vorderen Anlenkpunkte der Aufhängung werden an den Cockpitseiten liegen - wegen der Aerodynamik", sagt Preston. "Dazu gibt es Detailverbesserungen." Aero-elastische Teile, also die derzeit viel zitierten Flexi-Wings, wird man aber nicht verwenden. "Dazu fehlen uns die Ressourcen."
Zumindest beim Getriebe wird man state-of-the-art sein: Super Aguri erhält von Honda aus Japan das gleiche stufenlos schaltende Getriebe wie das Werksteam. "Es hat dieselben Innereien, aber ein Gehäuse aus Aluminium statt Kohlefaser."
Zudem wurde dem in die Jahre gekommenen Arrows eine Abspeck-Kur verpasst: "Wir wollen 20 Kilogramm einsparen, um das Ballastgewicht mehr in die Abstimmungsarbeit einbeziehen zu können", fährt Preston fort. "Allein durch diesen Schritt wollen wir 2,5 Zehntelsekunden pro Runde schneller werden." Momentan liegt Satos Auto am Gewichtslimit und Montagnys Bolide leicht darüber. "Er verliert deswegen gut drei Zehntel auf Taku", gesteht Preston.
In den Genuss des neuen SA06 könnte der Franzose möglicherweise gar nicht mehr kommen: Ab Frankreich soll der dritte Mann Sakon Yamamoto im Auto sitzen - also genau beim Debüt des neuen Autos. Und wie viel schneller macht die ganze Arbeit das Auto? "Mit dem neuen Auto sind wir sofort drei Sekunden schneller", prophezeit Teamboss Aguri Suzuki kämpferisch. "Dann können wir Midland und Toro Rosso angreifen."



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