Es kommt nicht auf die Länge an? Bei Honda scheint man anderer Meinung zu sein. Das ehemalige B·A·R-Team galt schon immer als Freund langer Namen - nicht umsonst trug der Rennstall Jahre lang den längsten Teamnamen des Paddock mit sich herum: Lucky Strike British American Racing Honda - das ist ein Name!

Auch wenn das umbenannte Honda-Werksteam nun 'nur' noch Lucky Strike Honda Racing F1 Team heißt, die Titel der Techniker sind dennoch umfangreich. So zierte die Visitenkarte von Motorenmann Shuhei Nakamoto bislang der kompakte und äußerst handliche Begriff: Management Board Member - Honda Racing F1 Team, Engineering Director - Honda Racing Development.

Ab sofort wird sich dies ändern: Nakamoto wurde im Zuge der Umstrukturierung des Teams zum Senior Technical Director befördert. Wie die Zukunft des bisherigen Technischen Direktors Geoffrey Willis aussieht, ist hingegen offen. Darüber führe man gerade Gespräche, heißt es seitens des Teams.

Nach dem Qualifying-Debakel von Silverstone wurden Willis einige strategische Fehlentscheidungen angekreidet, was dazu führte, dass er sich mehr auf die Entwicklung im Windkanal und das Design des Autos in der Fabrik konzentrieren sollte. An seiner Stelle sollen Nakamoto und Jacky Eeckelaert die Strategieentscheidungen an der Rennstrecke fällen. Nun scheint es aber so, als ob Willis das Team möglicherweise komplett verlassen könnte.

"Honda hat sich einige sehr hohe Ziele gesetzt und eine große Summe investiert, um diese zu erreichen", sagte Teamboss Nick Fry. "Somit müssen wir sicherstellen, dass wir alles unternehmen, um diese Ziele auch zu erreichen."

Notwendig wurde die Personalrochade wegen des enttäuschenden Saisonstarts und des immer größer werdenden Drucks seitens der Konzernführung aus Japan. Bereits letzte Woche hatte Nakamoto angedeutet: "Es gibt verdammt viel Druck. Die Chefetage ist nicht zufrieden - sie ist sogar richtig verärgert."