Ihr letzter Test in Barcelona verlief sehr gut - lässt sich das auch hier umsetzen?

Mario Theissen: Das müssen wir abwarten. Ich bin aber natürlich sehr neugierig. Zugleich bin ich zuversichtlich: Unser Auto war im ersten Saisondrittel auf den schnellen Strecken durchweg besser als auf den langsamen. Somit gehe ich davon aus, dass wir hier stärker aussehen werden als in Monaco. Wir haben einige neue Teile am Auto, die uns speziell bei der Aerodynamik auf dieser schnellen Strecke helfen sollten. Es wird wichtig eine gute Abstimmung zu finden und da können wir zuversichtlich sein.

In Barcelona sah es so aus, als ob Bridgestone einen Fortschritt erzielt hätte. Beunruhigt sie das?

Mario Theissen: Jeder Reifenhersteller macht zu jedem Rennen Fortschritte. In Monaco haben wir aber auch gesehen, dass es im Laufe des Wochenendes noch zu Überraschungen kommen kann. Deshalb würde ich die Reifen-Ergebnisse von Barcelona nicht überbewerten.

Kommt das schöne Wetter für Sie überraschend und könnte das die Reifenpläne durcheinander bringen?

Mario Theissen: Es ist schon eine Überraschung. Das Wetter ist wie in Monaco und damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Für die Reifen wird sich dadurch nichts ändern. Ich gehe davon aus, dass sie für dieses Wetter passen.

Stellt Silverstone besonders hohe Anforderungen an die Motoren?

Mario Theissen: Silverstone liegt vielleicht etwas über dem Durchschnitt, ist aber nicht ganz vorne einzuordnen. Monza ist nach wie vor die Referenzstrecke für die Motoren. Außerdem Indianapolis, wo wir über 20 Sekunden Dauervollgas haben. Selbst Montreal stellt höhere Anforderungen als Silverstone.

Wird das nächste Doppel Kanada/USA also für alle Motorenhersteller das schwierigste der ganzen Saison?

Mario Theissen: Das wird als Kombination sicherlich die höchste Belastung sein. Und zwar beim Drehzahl- und Volllastprofil. Andere Belastungen wie extreme Temperaturen werden auf anderen Strecken mehr gefordert. Beim Volllastanteil dürfte die Kombination Montreal/Indy nur schwer zu schlagen sein.

Wie sieht es bei Ihrem Reglementvorschlag an die FIA aus?

Mario Theissen: Wir wollen an diesem Wochenende fertig werden. Wir sind relativ nah an einem gemeinsamen Ergebnis dran. Dieses Wochenende wollen wir jetzt nutzen, um ans Ziel zu gelangen. Wir waren schon in Monaco kurz davor und müssen jetzt nur noch ein paar Dinge diskutieren.

Was sagen Sie dazu, dass die Führungsspitze der Formel 1, jetzt nach der Einigung, auf eine etwas eigenartige Art und Weise nachkartet?

Mario Theissen: Das nehme ich nicht so ernst. Das gehört offensichtlich zur Formel 1.

Zum Abschluss eine Frage zur Fußball-WM. Werden Sie sich das Eröffnungsspiel ansehen können?

Mario Theissen: Wir sind dann sicherlich noch bei der Arbeit, aber ich werde es mir in meinem Büro neben der Arbeit ansehen und hin und wieder ein Auge darauf werfen.

Ihr Tipp?

Mario Theissen: Deutschland gewinnt - das ist völlig klar.